Durch Schildbürgerstreich gefährlich gekniffen

Radlerfalle an Baustelle auf Ostenallee: Stadt reagiert

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So ist's richtig: An der Ampel heißt es absteigen und erst dann die Straße überqueren. Denn hier ist - man sieht es - der Radweg einfach zu Ende.

Hamm - Wegen der Baustelle in Höhe der Musikschule mussten Radfahrer auf dem Weg in die Innenstadt eine Woche lang gefährliche Manöver bewältigen oder einen dicken Umweg fahren. Jetzt soll alles besser werden.

Was der Stempel "Fahrradfreundliche Stadt Hamm" tatsächlich wert ist, offenbart sich zumeist im Radleralltag. Jüngstes Beispiel: Weil sich die Nordring-Baustelle inzwischen bis auf die Ostenallee streckt, wurde für den motorisierten Verkehr in Richtung Oststraße ein komplexes Ampelsystem installiert. Für Fahrradfahrer gilt das nicht: Sie standen in Höhe des Hauses Ostenallee 9 eine Woche lang vor dem Schild "Radweg endet hier" - unmittelbar dahinter folgt der geschlossene Baustellenzaun.

Und nun? Weil keine eigene Spur eingerichtet ist und hier bislang jeglicher Hinweis auf eine Umleitung fehlte, fädelten viele ratlose Radler in den intensiv laufenden Autoverkehr ein und quälten sich auf der Straße an der Baustelle vorbei. Insbesondere für Kinder und ältere Radfahrer, zumal mit Gepäck, eine brenzlig-gefährliche Variante.

Sicherheitsvariante Richtung Norden

Dabei gibt es zumindest für Rechtsabbieger sogar eine Sicherheitsvariante: Denn 20 Meter weiter steht - nach der Kurve - tatsächlich unverhofft ein Umleitungsschild. Folgt man diesem, wird man durch das Rietzgartenviertel bis zur verlängerten Adenauerallee geführt - und bei Bedarf auf der anderen Seite des Nordrings wieder zurück.

Diese Umleitung würde für Radler in die Innenstadt indes mit einem knappen Kilometer zu Buche schlagen. Zum Vergleich: Der eigentliche Radweg an der früheren Bücherei entlang misst keine 150 Meter.

Absteigen Pflicht für neue Umleitung

Für Besserung beim Fahren in Richtung Oststraße soll indes eine neue Variante sorgen, die laut Stadtsprecher Lukas Huster am Mittwoch mit der ausführenden Baufirma besprochen wurde. Und zwar wie folgt:

Die Umleitung verläuft nun so, dass sie – zu Fuß! – via Ampel die Ostenallee (nach Süden) queren, dann – ebenfalls zu Fuß! – via Ampel die Heßlerstraße queren. Es sei notwendig, dass sie zur Ampelquerung absteigen, weil hier keine zusätzliche (und gegenläufige) Radfahrspur eingerichtet werden könne. Die Sicherheit habe hier Vorrang, weil die Radfahrer sonst in den gegenläufigen Verkehr fahren würden.

Anschließend können sie - entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung - auf der südlichen Seite der Ostenallee bis zur Baustellenampel an der Tangente fahren. Das lasse die dortige Radweg-Breite zu. Hier können sie dann wieder mittels der Baustellenampel auf die „eigentliche“, nördliche Fahrbahnseite Richtung Oststraße wechseln.

Eine Führung entlang der nördlichen Fahrbahnseite bleibe wegen der Arbeiten ausgeschlossen, so Huster.

Baustelle noch mehrere Wochen

Für den aktuellen Baustellenabschnitt sind noch rund sieben Wochen angesetzt; anschließend rutscht das Procedere direkt in den Kreuzungsbereich.

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