Frauke Sartori ist neue Bezirksbeamtin in Mitte

+
Frauke Sartori ist seit September Bezirksbeamtin der Polizeiwache in Hamm-Mitte.

Hamm-Mitte - „Es ist ein Beruf, der nicht immer respektiert oder wertgeschätzt wird“, sagt Frauke Sartori. „Aber ein Beruf, der gebraucht wird.“ Die Polizeioberkommissarin sitzt in ihrem Büro im ersten Obergeschoss der Polizeiwache an der Hohen Straße.

Vor drei Monaten hat sie die Arbeit in der Leitstelle gegen den Bezirksdienst getauscht, ist Nachfolgerin von Werner Semsker, der Ende August in Ruhestand gegangen ist. 

„Es ist schön, so nah am Bürger sein zu können“, erklärt die 39-Jährige und lächelt. Ihr Bereich, der Bezirk Mitte, reicht vom Kanal bis zur Ahse, die Dr.-Loeb-Caldenhofstraße und die Werler Straße entlang. „Alles östlich der Werler Straße“, erklärt Sartori. 

Nahkampf zu Schulbeginn

Mit der Theodor-Heuss-Schule und der Bodelschwinghschule fallen zwei Grundschulen in ihren Bereich. „Wenn ich Frühdienst habe, bin ich dort morgens eingesetzt“, sagt sie. Und das sei auch bitter nötig: „Das ist Nahkampf, wenn alle Eltern ihre Kinder mindestens bis auf den Schulhof fahren wollen.“ 

Generell liege im Bezirksdienst der Schwerpunkt auf der Arbeit mit Kindern. „Aber auch ältere Menschen liegen mir am Herzen“, so die 39-Jährige. Sartori ist gebürtige Heessenerin, ist zur Marienschule gegangen. Mit 18 Jahren begann sie ihre Polizeiausbildung im ostwestfälischen Stukenbrock. 

„Ich wurde von der Polizei angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen kann, dort zu arbeiten“, erklärt sie. Zuvor habe sie keinerlei Berührungspunkte mit der Polizei gehabt. Den Kindheitstraum, Polizistin zu werden, hatte sie also nicht. Doch: „Es ist eine Berufung, sonst würde man das nicht machen.“ 

Nach ihrer Ausbildung ging es für Sartori nach Wuppertal. Dort wurde sie im Streifendienst und in der Einsatz-Hundertschaft eingesetzt. Fußballspiele und Demos gehörten damals zu ihrem Alltag. „Das war die Zeit der Castor-Transporte“, erinnert sie sich. 

Im Jahr 2000 zurück nach Hamm

Im Jahr 2000 ging es dann zurück in die Lippestadt. „Zunächst habe ich Streifendienst und Wach- und Wechseldienst gemacht“, so Sartori. Dann ging es für sieben Jahre in die Leitstelle. „Da hat es mir gut gefallen, ich habe mich wohlgefühlt“, so die Heessenerin. „Multitasking ist genau mein Ding.“ 

In den 21 Jahren, die sie nun im Dienst ist, hat Sartori einiges erlebt. „Und es hat sich viel verändert“, erklärt sie. „Die Gesellschaft ist egoistischer geworden.“ Auch die Arbeit der Polizei habe sich gewandelt. „Es wird seit einigen Jahren viel mehr auf Deeskalation gesetzt.“ 

Zu ihrer neuen Funktion als Bezirksbeamtin gehören, neben viel Bürokratie, auch Aufgaben wie die alljährliche Schulwegbegehung mit den Erstklässlern. Und – ganz aktuell – die Streife auf dem Weihnachtsmarkt.

Menschen sollen sich sicher fühlen 

„Ich möchte, dass sich die Menschen durch Polizeipräsenz sicher fühlen“, erklärt sie. „Ich würde mich auch freuen, wenn ich zu Hause aus dem Küchenfenster schaue und die Polizei sehe.“ 

Selbstverständlich hat sie sich auch mit der allgegenwärtigen Terrorgefahr auseinandergesetzt. „Wenn ich das nicht tun würde, wäre ich nicht im Hier und Jetzt angekommen“, meint sie. Für sie steht fest: „Wenn es soweit ist, dann stehen die Polizisten, die täglich draußen auf der Straße ihren Dienst machen, in der ersten Reihe.“ 

Sartori lebt in Heessen, ist verheiratet und hat einen Hund. In ihrer Freizeit treibt sie gern Sport, reist und verbringt Zeit mit Freunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare