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Seilbahn zum Lippestrand: Idee fließt in Antrag ein

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Von: Detlef Burrichter

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Per Seilbahn soll es demnächst über die Lippe gehen – aber nur, wenn sie vom Düsseldorfer Umweltministerium als förderwürdig eingestuft würde. © Stadt Hamm

Hamm - Eine etwa 800 Meter lange Seilbahn könnte die Innenstadt künftig mit der Lippeaue verbinden. Das ist ein zentraler Vorschlag im Förderantrag zur naturnahen Neugestaltung der innenstadtnahen Lippeaue in dem Abschnitt zwischen Fährstraße im Osten und Radbodstraße im Westen.

Der Antrag muss bis zum 1. Dezember gestellt sein. Insgesamt geht es um ein Fördervolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der 2006 bei einem Bürgerentscheid abgelehnte Lippesee war seinerzeit mit rund 80 Millionen Euro kalkuliert worden. Der Bau der Seilbahn würde je nach Ausstattung zwischen fünf und acht Millionen Euro kosten, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Mittwoch bei der Vorstellung des umfangreichen Förderantrags. Gebaut würde die Seilbahn aber nur, wenn sie vom Düsseldorfer Umweltministerium als förderwürdig eingestuft würde, Dann würden 80 Prozent der Kosten aus EU-Mitteln finanziert.

Sollte das Projekt realisiert werden können, würde ein Haltepunkt im Nordringpark (gegenüber dem Allee-Center) geschaffen.

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Der rote Streifen in der Bildmitte dokumentiert den möglichen Verlauf einer Seilbahn. Bitte auf das Kreuz in der Ecke klicken für die komplette Darstellung. © Stadt Hamm

Von hier ginge die Reise durch die Luft direkt zum etwa 800 Meter entfernt gelegenen Hochwasserschutzdeich gegenüber des Flugplatzes. Drei Barrieren würden so überwunden: die viel befahrene Adenauerallee, der Datteln-Hamm-Kanal und die Lippe. Im direkten Umfeld der Seilbahnstation am Deich soll eine Innen- und Außengastronomie entstehen. Fußwege führen von hier in einen Auenpark, dem Teil der Lippeauen, der einen neuen Freizeitwert für die Bürger bieten soll. Hier sind ein Sandstrand und Liegewiesen geplant. Auch Open-Air-Veranstaltungen soll es hier einmal geben.

Die Seilbahn soll so großzügig ausgelegt werden, dass sie auch von Rollstuhlfahrern sowie Eltern mit Kinderwagen genutzt

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Oliver Schmidt-Formann © Wiemer

werden kann. Auch die Mitnahme von Fahrrädern soll ausdrücklich möglich sein. „Wir wollen mit der Seilbahn auch den Anschluss an den neuen Radschnellweg (RS) 1 sowie an die Römerroute und den Werse-Radweg sicherstellen“, sagte Projektplaner Dr. Oliver Schmidt-Formann vom Umweltamt der Stadt. Die Seilbahn habe den Vorteil, dass sie weniger koste als ein Brückenbauwerk und zudem das Potenzial biete, zu einem weiteren Alleinstellungsmerkmal für Hamm zu werden.

Für die Seilbahn müssten sechs Mastenstandorte mit einer Höhe von bis zu 25 oder 30 Metern errichtet werden. Davon müssten zwei auch innerhalb des Überschwemmungsgebietes der Lippe stehen. Die Fahrzeit würde circa drei Minuten dauern. Zu möglichen Ticketpreisen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben. Beide Seilbahnstationen würden ein eigenes Gebäude benötigen, um die Technik für den Antrieb aufzunehmen, aber auch Ticketschalter und sanitäre Anlagen. Ob die geschlossenen Gondeln dann einmal als Umlaufbahn oder als Pendelbahn betrieben werden soll, müsse zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

In dem Förderantrag stehen aber auch noch andere Infrastrukturprojekte: Ein Erlebnisbauernhof soll gebaut werden. Als ein möglicher Standort wird die alte Schlossmühle in Heessen erwähnt. Alternativ kämen der Bänkler Weg oder der Nienbrügger Berg infrage. Der Hof soll ökologisch bewirtschaftet werden und mit der Landschaftspflege durch Beweidung der Aue beauftragt werden. Die erzeugten Produkte sollen direkt vermarktet werden. Hier soll auch ein umweltpädagogisches Zentrum angedockt werden, das Führungen und außerschulische Unterrichtsprojekte durchführen soll.

Gekoppelt an den Erlebnisbauernhof soll außerdem eine zweigruppige „Natur-Kita“ (40 Kinder) geben. Die Kinder sollen hier ganzjährig überwiegend im Freien betreut werden.

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