Erweiterung der Radstation als erster Schritt 

Große Pläne und viel Geld für Mobilstation am Hammer Bahnhof 

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Die Radstation ist das Herz der Mobilstation.

Hamm – Die Radstation am Hammer Bahnhof und umliegende Mobilitätsangebote wie Leihräder, Car-Sharing oder Fernbus-Steig werden in zwei Schritten zu einer „Mobilstation“ ausgebaut. Mithilfe von fünf Fördertöpfen nimmt die Stadt dafür 670.000 Euro in die Hand. Im Ergebnis wird zum Beispiel die Fahrradstation – teils automatisiert – 24 Stunden zugänglich sein.

CDU und SPD hatten den Aufbau einer Mobilstation Ende des vergangenen Jahres beantragt. Über das von der Stadt entwickelte Konzept wird nun in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 14. Mai entschieden. Durch die Einrichtung einer Mobilstation sollen sowohl Pendler animiert werden, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen, als auch bestehende Nachfrage bedient werden. Dies umfasst in einem zweiten Schritt auch die Digitalisierung von Angeboten und Buchungen über eine zentrale App. 

Kritikpunkt beim Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel seien in erster Linie die Umsteigevorgänge, sagte Verkehrsplaner Carsten Gniot bei der Vorstellung des Konzepts. Mithilfe der Angebote der Mobilstation und der besseren Abstimmung der Verkehrsmittel aufeinander solle dieser strukturelle – und oft als lästig empfundene – Nachteil umweltfreundlicher Mobilität nun ausgeglichen werden.

Verkehrsangebote optimieren

Aktuell 30.000 Fahrgäste pro Tag, die am Hammer Bahnhof ankommen und abfahren, 6.500 Fahrgäste am Busknotenpunkt „Insel“, 2.000 Nutzer von Radstation und Metropolrad sowie 1.000 Park&Ride-Nutzer: Der Hammer Bahnhof mit der größten Radstation im Ruhrgebiet sei der ideale Ort, vorhandene Verkehrsangebote zu optimieren, so Gniot. 

Erster Planungsabschnitt (Umsetzung ab Mitte 2020): 

  • 24-Stunden-Parken: Erweiterung der Öffnungszeiten der Radstation während der Nachtstunden und sonntags durch automatisierte Parksysteme (elektronischer Zugang), Radkäfig im Innenhof, dezentrale Boxen im Bahnhofsumfeld; Aufwertung der Boxen am Westausgang, eventuell Videobeobachtung,
  • Elektronisches System: Umstellung der Radstation auf elektronische Kundenverwaltung und ein online-fähiges Vertriebssystem, 
  • Außenauftritt: Installierung von LED-Beleuchtung der Radstation, zusätzlichen Leuchtelementen und Wegweisern (unter anderem Piktogramme), 
  • Sharing-Angebote: Bike- und Car-Sharing-Angebote (Metropolrad, DB und Stadtteilauto) künftig konzentriert an einem Ort vor dem Kulturbahnhof, 
  • Parken: Erweiterung der Kurzzeitparkplätze (10 Minuten) um 16 Plätze auf der Postseite, 
  • E-Mobilität: Einrichtung von Ladestationen für E-Bike und E-Mobile am Bahnhof, unter anderem in der Garage am Westausgang.

Zweiter Planungsabschnitt (Umsetzung noch nicht terminiert; nach Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln): 

  • Mobilitäts-App: Zugang zu allen Angeboten in Hamm über eine App; Entwicklung gemeinsam mit den Stadtwerken,
  • Fernbus-Steig: Vergrößerung der Warteflächen und Aufstellen von Wartehallen, 
  • Freies W-Lan: Freier Zugang im Bereich des Bahnhofs und Busbahnhofs; Kooperationsbestreben mit der Deutschen Bahn, 
  • Pedelec-Verleih: Verleih von E-Bikes nach dem Modell der Radstation Soest; ebenfalls Verleih von elektrisch gestütztem Lastenrad.

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