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Mord im OLG-Park: Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt

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Von: Martin von Braunschweig

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Der Angeklagte mit seinem Anwalt Dennis Kocker beim Prozessauftakt in Dortmund.
Der Angeklagte (verdeckt) mit seinem Anwalt Dennis Kocker (rechts) beim Prozessauftakt in Dortmund. © von Braunschweig

Vor sechs Monaten wurde eine 25-jährige Frau ermordet am OLG-Teich in Hamm gefunden. Der Täter muss ihr am 19. September 2021 durch die Nacht gefolgt sein, um sie schließlich zu überfallen, niederzustechen und teilweise zu entkleiden. Zu Prozessbeginn am Dortmunder Schwurgericht hüllte sich der Verdächtige jedoch in Schweigen.

Hamm/Dortmund - Wenn überhaupt etwas an dem Angeklagten auffällig war, dann war es an diesem ersten Prozesstag seine Unauffälligkeit. Der inzwischen 28-Jährige aus dem Hammer Süden schaffte es nicht einmal, die einfachsten Fragen der Richter zu beantworten. Als er beispielsweise sein Geburtsdatum bestätigen sollte, nickte er nur stumm und brachte nicht das leiseste „Ja“ heraus.

„Er ist natürlich sehr angespannt in dieser Situation“, sagte Verteidiger Dennis Kocker am Rande des Prozesses. Der Anwalt hat seinem Mandanten deshalb geraten, auch an den kommenden Verhandlungstagen nichts zu den Vorwürfen zu sagen. „Es kann natürlich sein, dass sich das noch mal ändert“, so Kocker. Erst einmal gebe es aber keine Planungen in diese Richtungen.

Der erste Verhandlungstag war aber in erster Linie eine seelische Herausforderung für die Hinterbliebenen des Opfers. Stumm standen Vater, Mutter und Schwester vor Beginn der Sitzung nebeneinander und gaben sich gegenseitig Halt. Als Staatsanwalt Felix Giesenregen später in der Anklage noch einmal die schlimmen Details der Bluttat vorlas, mussten alle sichtlich schlucken.

Mord im OLG-Park: Angeklagter belastet von vielen Indizien

Wie so viele andere junge Menschen auch sehnte sich die 25-Jährige im September 2021 danach, endlich wieder auszugehen, Spaß zu haben und zu feiern. Bis in den frühen Morgen soll sie in der Disco „Cheyenne“ auf der Meile getanzt haben. Von dort soll ihr schließlich der Verdächtige gefolgt sein.

Belastet wird der Angeklagte von einer ganzen Reihe von Indizien: Seine DNA soll an der Leiche gesichert worden sein. Außerdem fand die Polizei offenbar die Tatwaffe mit dem Blut des Opfers in seiner Wohnung. Und nicht zuletzt soll es gelungen sein, auf dem Smartphone des 28-Jährigen zuvor gelöschte Fotos wiederherzustellen. Darauf zu sehen: die Leiche der Frau.

Mord im OLG-Park: Etliche Zeugen sollen Simon S. beschreiben

An den kommenden Verhandlungstagen werden die Richter nun eine Reihe von Zeugen vernehmen. Dabei werden sie sich vor allem für die Person des Angeklagten interessieren: Was für ein Typ ist er? Hat er schon früher einmal Frauen attackiert? Geht von ihm eine solche Gefahr aus, dass er ein Fall für die Sicherungsverwahrung ist?

Zur Beantwortung der letzten Frage haben die Richter die erfahrene Psychiaterin Nahlah Saimeh mit der Erstattung eines Gutachtens beauftragt. Weil sie am ersten Verhandlungstag nicht kommen konnte, wurde lediglich die Anklage verlesen. „Bei allen anderen Beweiserhebungen ist es die Anwesenheit der Gutachterin natürlich erforderlich“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm.

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