Urteil nach Tat im August 2017

Messerstecher vom Hammer Bahnhof wird eingewiesen

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Die Situation am Bahnhof nach der Messerattacke.

Hamm/Dortmund - Der Messerstecher von Hammer Bahnhofsvorplatz kann strafrechtlich für seine Taten nicht belangt werden, muss aber alternativ in eine geschlossene Klinik für psychisch kranke Straftäter untergebracht werden.

Nach Abschluss der mehrwöchigen Beweisaufnahme waren sich alle Prozessbeteiligten einig. Eine erfolgreiche Behandlung der massiven psychiatrischen Erkrankung des Eritreers wird vermutlich etliche Jahre dauern. Erschwerend für die Arbeit der Therapeuten wird sein, dass der Asylbewerber nahezu keinerlei Deutschkenntnisse hat.

Unter dem Einfluss seiner Krankheit hatte der 26-jährige am 22. August vergangenen Jahres völlig unvermittelt auf zwei Landsmänner eingestochen, mit denen er zuvor am Bahnhofsvorplatz einträchtig neben einander gesessen und geplaudert hatte. Beide Männer wurden schwer verletzt und konnten sich auch Monate später in ihren Zeugenvernehmungen keinerlei Reim machen auf den gewalttätigen Ausbruch ihres flüchtigen Bekannten.

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Nach seiner Festnahme wurde der Messerstecher in der Untersuchungshaft schnell auffällig, hörte offenbar Stimmen und fühlte sich bedroht. Er wurde daraufhin vorläufig in einer forensischen Klinik untergebracht, wo sich sein Krankheitsbild noch verstärkte. Bislang hat er jegliche Medikamenteneinnahme verweigert, sprach ausschließlich über einen Dolmetscher mit einem Arzt.

Dem Verlauf seines Prozesses vor dem Dortmunder Schwurgericht war der Mann völlig unbewegt und apathisch gefolgt, konnte selbst offenbar nichts zur Aufklärung seiner Tat beitragen.

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