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OLG-Bluttat: Verdächtiger stellte jahrelang wahllos Frauen nach

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Von: Frank Lahme

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Kerzen brennen am Tatort in Hamm in Erinnerung an die dort getötete junge Frau.
Kerzen brennen am Tatort in Hamm in Erinnerung an die dort getötete junge Frau. Ihr zu Ehren ist ein Schweigemarsch geplant. © Lahme

Die Nachricht von der Festnahme des 27-Jährigen im Fall der Toten im OLG-Park verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Dabei stellte sich auch heraus, dass der Mann offenbar seit Jahren wahllos junge Frauen aus Hamm antextete und Kontakt zu ihnen suchte. Inzwischen sitzt er in U-Haft.

Hamm - „Ich möchte dich gerne kennenlernen da du wunderschön bist und sehr sympathisch ausssiehst“, schrieb der mutmaßliche Täter beispielsweise im Jahr 2019. Weniger nett ging es dagegen in einem Chat aus dem Jahr 2018 zu. „Ich weiß was dir Angst macht, ich beobachte dich. Du wirst sterben“, drohte er im April 2018 einer jungen Frau. Chats wie diese wurden massenhaft im Internet geteilt und verbreitet. In der Tatnacht selbst schrieb er um 0.39 Uhr auf Facebook „Ist irgendjemand auf Meile“. Wenige Stunden später kam es zu der Bluttat am OLG-Teich.

Der Beschuldigte wohnte seit einigen Jahren im Hammer Süden. Er ist Deutscher, ledig und hat offenbar keine Kinder. Zurzeit lebt er von Hartz IV.

Als Minderjähriger wurde er nach WA-Informationen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er seine damalige Partnerin zum Sex gezwungen hatte. In einem zweiten, ähnlich gelagerten Fall wurde er Jahre danach freigesprochen. Ferner machte am Donnerstag das Gerücht die Runde, dass der 27-Jährige vor zehn Jahren in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden sein soll.

Wie erwartet hat ein Haftrichter vom Amtsgericht Hamm am Donnerstagnachmittag einen Untersuchungs-Haftbefehl gegen den 27-jährigen Mordverdächtigen vom OLG-Park erlassen. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft wurde stattgegeben, nach gut einer halben Stunde war die Prüfung durch das Gericht abgeschlossen. Das teilte sein Verteidiger Dennis Kocker dem WA mit. Der mutmaßliche Täter steht unter Mordverdacht wegen Heimtücke und - je nach Fortgang der Ermittlungen - auch wegen Befriedigung des Geschlechtstriebs. Vor dem Haftrichter machte der Beschuldigte keine weiteren Angaben. 

Spendenaktion

Auf dem Internetportal “Spendenseite.de“ (hier klicken) wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Urheber ist Daniel Grote, als Unterstützer gilt auch der Jahrgang der FSP-D des LWL-Berufkollegs. Es wird deutlich gemacht, dass „auf Wunsch der Eltern und Angehörigen“ die Spendengelder an die Außenstelle Weißer Ring e.V. in Hamm übergeben werden.

Bluttat am OLG Hamm: Mahnwache und Schweigemarsch

Am Samstag, 2. Oktober, planen offenbar Angehörige des Opfers eine öffentliche Mahnwache und wollen den letzten Weg der 25-Jährigen nachgehen. Ein erstes Vorgespräch mit der Polizei hat stattgefunden, die Veranstaltung sei bislang aber noch nicht formal angemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher auf WA-Anfrage.

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