Immer neue Leerstände

Situation in Oststraße spitzt sich zu: "Wie unsichtbare Wand"

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Dunkle Wolken über der Oststraße: Mittags herrscht jetzt schon Leere, und weiterer Leerstand kündigt sich an.

Hamm - „Handel ist Wandel“ ist ein beliebtes Zitat, das von Handelsverbänden und Kammern immer gerne benutzt wird, wenn es um Fluktuation und Leerstand geht. In der Oststraße herrscht aktuell mehr Wandel als Handel.

Die Sorge nicht zuletzt im Verein City Ost ist groß, dass vor allem im Fußgängerzonenbereich zur Pauluskirche der Leerstand zum Ende des Jahres hin dramatische Ausmaße annehmen könnte. Eine gerade angeschaffte neue Weihnachtsbeleuchtung würde dann bald mehr leere als volle Geschäfte schmücken.

Gastronomisch haben Reinhardt’s Restaurant und Weinbar und Hardy’s Restaurant und Kneipenkultur die Fußgängerzone zweifellos aufgewertet und sich als Ergänzung zu bestehender Gastronomie am Markt und in der Weststraße schnell etabliert.

Vor allem aber der inhabergeführte Einzelhandel ist das Sorgenkind der Oststraße. Traditionsgeschäfte wie Pfaff Bröker und Frek hinterlassen aktuell indirekt oder direkt Leerstand, und zum Jahresende kommt das ehemalige Ladenlokal von Pelz Walter (Oststraße 8), das zurzeit noch an Antiquitäten Koziol vermietet ist, und das Ladenlokal von Mode-Wäsche Hirschel (Oststraße 1) hinzu. Ein Dauerleerstand ist inzwischen das ehemalige Café Egoist (Oststraße 16), das zwar als Mietbar für private Anlässe angeboten wird, im Tagesgeschäft aber schon lange keine Rolle mehr spielt. Und im ehemaligen Ladenlokal vom Musik Blum ist ein Büro zur Innenstadterneuerung eingezogen, das ganze zwei Tage in der Woche mit je fünf Stunden besetzt ist.

Die Oststraße ist Hamms neue Meile (2011)

Margret Holota, Inhaberin der Buchhandlung Akzente (Oststraße 13) und Vorsitzende des Vereins City Ost, tut sich schwer, eine Prognose für die Oststraße abzugeben. „Der Einzelhandel macht gute Arbeit“, sagt sie. „Aber bei den Laufwegen gibt es so etwas wie eine unsichtbare Wand an der Ostseite der Pauluskirche.“

Man bemühe sich um mehr Aufenthaltsqualität. Beispielsweise habe der Verein mithilfe des Verfügungsfonds der Stadt gerade eine neue Weihnachtsbeleuchtung angeschafft. Noch mehr Aktionen für Kunden und Passanten seien möglicherweise ein Schlüssel, mehr Leben in die Oststraße zu bringen. Und welcher Einzelhandel würde sich gut einfügen? „Vielleicht ein Woll- und Stoffgeschäft“, sagt sie.

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