Ambitioniertes Pilotprojekt für die Innenstadt geplant

Werden Pakete in Hamm bald per E-Bike verteilt?

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Fortschritt: In Berlin fahren seit Anfang Juni Boten von fünf Paketdienstleistern Päckchen per Lastenrad aus. Die Wirtschaftsförderung will ein ähnliches Projekt nach Hamm holen.

Hamm – 1,2 Millionen Päckchen und Pakete werden pro Jahr in den Stadtbezirk Mitte gesendet! Lastenfahrräder und kleine E-Fahrzeuge könnten diese bald zustellen. Die Stadt hat ehrgeizige Pläne.

Die Wirtschaftsförderung bemüht sich derzeit nämlich um ein Pilotprojekt, das den innerstädtischen Verkehr neu aufstellen will. Hamm könne damit deutschlandweit Vorreiter werden. Die Zahl von 1,2 Millionen Päckchen und Pakete geht aus der ICEM-Studie hervor, die für einen neuen innerstädtischen Verkehr sorgen soll. Pro Tag bedeutet dies, dass 4000 Sendungen an die Haushalte und Geschäfte zugestellt werden, 30 Fahrzeuge werden dafür an den Werktagen benötigt.

Paketzusteller prägen inzwischen das Straßenbild. Künftig können eben diese Fahrzeuge mit ihren Dieselmotoren aus der Innenstadt verschwinden und durch Lastenfahrräder oder kleinere E-Fahrzeuge ersetzt werden. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die die Hammer Wirtschaftsförderung in Auftrag gegeben hatte. Erste Ergebnisse stellte Wirtschaftsförderer Dr. Karl-Georg Steffens jetzt einem Fachpublikum auf einer Logistik-Messe in München vor.

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Es gibt schon konkrete Gespräche

„Wir führen bereits konkrete Gespräche mit verschiedenen Dienstleistern, um ein Pilotprojekt für elektromobile Lieferverkehre in Hamm umzusetzen“, sagt der Chef der Wirtschaftsförderung. Dazu wurde um die Innenstadt ein Radius von 2,5 Kilometer gezogen. Innerhalb dieser Zone sollen künftig Pakete durch Lastenfahrräder oder Elektroautos zugestellt werden.

Die Wirtschaftsförderung hat für das Verteilzentrum, das von allen Paketdienstleistern angesteuert werden kann, bereits ein Grundstück in Augenschein genommen. Die genau Lage dürfe er noch nicht bekannt geben, machte Steffens deutlich.

Paketzustellung direkt ins parkende Auto

Studie „IntraCity E-Mobility“:

Fast zwei Jahre lang hat die SRH Hochschule im Auftrag der Wirtschaftsförderung an der Studie „IntraCity E-Mobility“ – kurz ICEM – gearbeitet. „Bei der Beauftragung und Durchführung der Studie haben wir von Beginn an viel Wert auf die Umsetzbarkeit der Forschungsergebnisse gelegt. Wir wollten einen hohen Praxisbezug“, sagt Steffens. Daher orientieren sich die Studienergebnisse an den Gegebenheiten der Stadt Hamm.

Für die Studie haben die Wissenschaftler die Warenverkehre in der Stadt genau angesehen und konnten dabei auf Daten aller Paketdienstleister zurückgreifen. Im Rahmen des Projekts wurde nun ein Konzept entwickelt, mit dem die letzten Kilometer zum Kunden mit Hilfe von Elektromobilen vorgenommen werden können. Dreh- und Angelpunkt des Konzeptes bildet dabei die Entkopplung von überregionalem Transport und regionaler Verteilung.

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