Vorgänger floppten

Ladenlokal vermietet: Wieder Shisha im Ex-„Jonathan“ – aber diesmal ganz anders

Das ehemalige "Jonathan" wurde in den vergangenen Jahren mehrfach unter neuem Namen neu eröffnet. Bisher ohne Erfolg.

Hamm – Und am Ende wird es doch Shisha – aber ganz anders, wie der künftige Betreiber versichert. Die ehemalige Kultkneipe „Jonathan“ auf der Südstraße heißt in Kürze „#myshishalounge“.

Zwischenzeitlich war es einmal das „St. Louis“, dann „Kayra“ und danach „Harmonie“. Das alles in rasantem Tempo, verbunden mit ebenso rasantem Scheitern. Vermieter Dirk Richardt hofft nun, dass sein neuer Pächter das richtige Konzept für den Standort und damit einen längeren Atem hat.

„Modern“ solle es werden, „etwas wirklich Cooles“, sagt der Betreiber. Sein Lokal werde sich von den anderen Betrieben in Hamm unterscheiden. „Viel Atmosphäre“ verspricht der Mann, der seinen Namen öffentlich noch nicht nennen möchte. Neue Theke, offener Kamin und im Sommer komplette Außengastronomie – weg vom alten „Jonathan“-Stil, der innen hinter Wandverkleidungen verschwinden wird. Von außen soll das Gebäude anthrazit angestrichen werden.

Cocktails ja, Alkoholausschank nein

Konzeptionell ganz wichtig ist ihm: Es werde keinen Alkoholausschank geben. Cocktails ja, aber alles auf nicht-alkoholischer Basis. „Ich möchte hier vernünftige Leute haben“, sagt er.

Shisha-Bar-Problem soll sich nicht wiederholen

Momentan laufen die Umbauarbeiten, und von den vorherigen Einrichtungen ist nur noch wenig zu sehen. Vor der Tür steht ein Container mit Bauschutt, im Garten ein alter Lehmofen von vorherigen Pächtern. Bereits installiert ist eine neue Abluftanlage als eine Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung. Natürlich wisse er um alle Auflagen, und die werde er erfüllen, sagt der Pächter. Er will erst den Verlauf der weiteren Arbeiten abwarten und lieber noch keinen konkreten Eröffnungstermin nennen. So viel stehe aber fest: Das Ladenlokal solle an sieben Tagen in der Woche jeweils ab 18 Uhr geöffnet sein.

Keine Erfahrung in der Gastronomie

Erfahrung in der Gastronomie hat der Mann noch keine. Bisher hat er einen Friseurladen betrieben. Künftig will er zweigleisig fahren. Vor zehn Jahren sei er aus Palästina nach Deutschland gekommen, zunächst nach Dortmund und dann nach Unna, wo er heute lebt. Ein Bekannter habe ihn auf das Ladenlokal in Hamm aufmerksam gemacht. „Hamm ist eine schöne Stadt“, sagt er. „Hier gibt es viele Studenten.“ Aber nicht nur die will er künftig von seinem Konzept überzeugen, sondern ein möglichst breites Publikum.

Shishabars in Hamm

Mit dem neuen Betrieb wird das Netz im Kerngebiet dichter: An der Nordstraße gibt es zwei Lokale, an der Oststraße eines, an der Südstraße ebenfalls bereits eines. Aufsehen erregte die Schließung des „Unikat“ an der Heinrich-Reinköster-Straße 2018 durch die Stadt wegen diverser Verstöße, ebenso wie die Schließung der VIP Lounge an der Bahnhofstraße 2017, nachdem die Stadt das Gebäude zum Abriss erworben hatte.

Der Standort im Zeitraffer

2. Juli 1980: Das „Jonathan“ wird vom Südstraßen-Gastronomen Wolfgang Witteborg eröffnet. Es entwickelt sich zum Szenetreff.

2014: Nach dem Aus für das Jonathan übernimmt „Pirates“-Macher Karsten Plaß das Ladenlokal.

Oktober 2014: Plaß eröffnet die Rock-Kneipe „St. Louis“.

August 2015: Plaß schließt das „St. Louis“ infolge enttäuschter Erwartungen.

Juni 2016: Das türkische Restaurant„Kayra“ eröffnet.

Juni 2018: Das „Kayra“ schließt mangels Erfolg.

September 2018: Die Lounge-Cafebar „Harmonie“ soll eröffnen.

April 2019: „Harmonie“  schließt, weil Gäste ausbleiben.

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