Kein Chaos trotz Ausfall

Umfrage: Ist die Ampelanlage im Hammer Süden nötig?

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Seit dem 22. Mai ist die Ampelanlage außer Betrieb.

Hamm - Nach dem unfallbedingten Ausfall einer Ampelanlage im Hammer Süden blieb das Verkehrschaos dort weitgehend aus. Prompt kam die Forderung, auf die Ampel doch einfach weiterhin zu verzichten...

Große Aufregung in der vergangenen Woche im Hammer Süden: Vermutlich ein Lkw-Fahrer hatte an der Kreuzung Werler Straße/Richard-Wagner-Straße einen Schaltkasten gerammt und dadurch die komplette Ampelanlage lahm gelegt. Das befürchtete Verkehrsproblem blieb jedoch aus – tatsächlich floss der Verkehr dort in den Folgetagen Beobachtern und Nutzern zufolge sogar störungsfreier als sonst. Heißt das im Umkehrschluss, dass ein Wegfall der jüngst erst für 150.000 Euro überholten Anlage denkbar wäre?

Nein – da haben die Stadtverantwortlichen eine klare Meinung. Und zwar aus drei Gründen. Der wichtigste: Die Ferienwoche habe ein deutlich geringeres Verkehrsaufkommen zur Folge gehabt. Zudem gebe es übergangsweise eine geänderte Verkehrsführung; so seien verschiedene Spuren eingezogen und Abbiegemöglichkeiten unterbunden worden. Ein Verzicht darauf sei jedoch keine dauerhafte Lösung, so Stadtsprecher Tobias Köbberling. Und bei normalem Verkehrsaufkommen sei „eine Ampel notwendig, im Übrigen auch als Querungsmöglichkeit für Fußgänger“.

Der neue Schaltkasten wird eingerichtet.

Der Wegfall einer Ampel sei eigentlich nur möglich, wenn sich die verkehrliche Bedeutung einer vorhandenen Straße mit Ampel durch einen Straßenneubau ändere, diese also massiv entlastet werde. Köbberling: „In der Vergangenheit sind aber natürlich einige Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt worden.“

Der für das Dilemma Verantwortliche ist nach wie vor nicht ermittelt worden. Das ist auch aus Versicherungsgründen eine bittere Botschaft, da so die Stadt womöglich auf den wahrscheinlich etwa 40.000 Euro hohen Reparaturkosten sitzen bleibt. Wäre vor diesem Hintergrund nicht ein besserer Schutz der offenkundig nur durch Leichtbaumetall verpackten Elektronik angeraten?

Auch hier winkt die Stadt klar ab: Die anfallenden höhen Kosten für einen effektiveren Aufprallschutz von allen Seiten stünden kaum im Verhältnis zum Ergebnis. Den Informationen des Stadtsprechers zufolge stand der Schaltkasten an besagter Stelle seit etwa vier Jahrzehnten unfallfrei. Köbberling: „Überhaupt können sich die Kollegen von der Straßenverkehrsbehörde nur an einen Fall erinnern, bei dem schon mal ein Kasten beschädigt wurde, allerdings damals ohne längeren Ausfall.“

Tatort, die Ampelanlage an der Kreuzung von Werler Straße und Richard-Wagner-Straße

An der Kreuzung laufen aktuell die Reparaturarbeiten. Die Stadtwerke haben bereits einen neuen Schaltkasten aufgebaut, doch das Anschließen der Stromversorgung ist nach Angaben eines Siemens-Technikers sehr kompliziert. Insofern schien es gestern fraglich, ob die Ampelanlage wie von der Stadt erhofft am Mittwoch wieder in Betrieb geht.

Polizei fragt: Wer verursachte den Schaden?

Zur Aufklärung des Unfalls in den frühen Stunden des 22. Mai sucht die Polizei nach wie vor Zeugen. Aufgrund der Wucht des Aufpralls und des Spurenbilds gehen die Beamten von einem Lkw als Verursacher aus. Hinweise werden unter der Rufnummer 02381/916-0 entgegengenommen.

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