Rödinghauser Straße kann breiter werden

SEG kauft "Rödinghaus" - Meilenstein für Hammer Stadtentwicklung

Das „Rödinghaus“ heute: Die SEG kauft Grundstück, Gebäude und Tiefgarage.
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Das „Rödinghaus“ heute: Die SEG kauft Grundstück, Gebäude und Tiefgarage.

Stadt und Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) setzen einen weiteren Meilenstein in der Innenstadtentwicklung: Die SEG wird das Wohn- und Geschäftshaus Weststraße 36 (unter anderem ehemals Mayersche Buchhandlung) erwerben und damit die Voraussetzungen für die Neugestaltung des nördlichen Teils der Rödinghauser Straße in Richtung des geplanten „B-tween“ schaffen.

Hamm – Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann sprach gegenüber dem WA von einem „Wahnsinnsdurchbruch“. Baudezernent Andreas Mentz sieht die „einmalige Chance“, nun eine gute Lösung für diese „Schlüsselstelle“ zu finden. Nach Vorstellungen der Stadt soll für einen breiteren Durchlass in Richtung „B-tween“ ein Teil der 1984 eingeweihten Immobilie abgerissen werden.

Mehrere Varianten für eine „Platzsituation“ und damit für mehr Aufenthaltsqualität waren bereits vor fünf Jahren im Rahmenplan „Perspektive Innenstadt 2030“ skizziert worden. Bislang schienen sie aufgrund vorhandener Gebäudesubstanz und vor allem auch wegen komplexer Eigentumsverhältnisse nur schwer umsetzbar.

Seit Aufnahme der Verkaufsgespräche Mitte des vergangenen Jahres ist SEG-Geschäftsführer Martin Zerle nun der Durchbruch gelungen. Lediglich eine Einigung über eine Wohneinheit und einen Stellplatz stehen noch aus. Stadt und SEG rechnen in diesem Sommer mit einem endgültigen Kaufvertragsvollzug. Die SEG-Gesellschafterversammlung hat dem Kauf mit großer Mehrheit zugestimmt. Ein Kaufpreis wurde öffentlich nicht genannt.

Schmuddelecke verschwindet

Die SEG wolle das Gebäude nicht dauerhaft in ihrem Besitz halten, sondern weiter veräußern, sagte Zerle. Noch vor den Sommerferien solle eine externe Studie in Auftrag gegeben werden, die Umbauoptionen, die Verbreiterung der Rödinghauser Straße und darüber hinaus auch einen Bebauungsvorschlag für den heutigen Parkplatz zur Ritterstraße hin. An einen Komplett-Abriss sei nicht gedacht; die Substanz der Immobilie sei gut.

CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Dr. Richard Salomon erklärte, dank der SEG sei es möglich, an dieser Stelle nun „vernünftige Entwicklungschancen“ zu eröffnen. Sein SPD-Pendant Justus Moor freute sich, dass hier nun eine Schmuddelecke verschwinde, die bisher nicht zum Verweilen einlade.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erinnerte an den Begriff der „Stadtrendite“, den Mentz’ Vorgängerin Rita Schulze Böing in Bezug auf die Ziele der SEG und ihre Ankäufe geprägt hatte. „Ohne die Stadtentwicklungsgesellschaft wäre eine solche Entwicklung wie wir sie in Hamm erleben nicht möglich“, machte der OB deutlich. Ob die Stadt für einen Teilabbruch des Gebäudes zu Gunsten des öffentlichen Raumes Aussicht auf Fördermittel aus der Städtebauförderung hat, werde zurzeit noch geprüft, ergänzte SEG-Geschäftsführer Zerle.

Weststraße 36: das „Rödinghaus“

Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus „Rödinghaus“ wurde am 7. September 1984 eingeweiht – also lange vor der Ritterpassage (1998) und dem Allee-Center (1992). Baubeginn war Anfang 1983. Die Bauherrengemeinschaft investierte damals 10 Millionen Mark. Allein die Firma Dolle war bei Eröffnung mit drei Betrieben vertreten: Café im 1. Obergeschoss, Bäckerei und Feinkost. Hinzu kamen mehrere Textiler. Dem Neubau gewichen war das ehemalige „Café Schulte“, das im November 1953 unter diesem Namen eröffnet hatte.

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