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Es tut sich was am Standort von Ter Veen - Kommt Hotel?

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Von: Jörn Funke

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© Szkudlarek

Hamm – Einen Monat nach der Schließung des Kaufhauses Ter Veen und noch während der Verkauf der letzten Einrichtungsgegenstände läuft, wird die Veräußerung der Immobilie an der Bahnhofstraße jetzt konkret.

Wie Ter-Veen-Geschäftsführer Andreas Teppler im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, prüft eine Rechtsanwaltskanzlei aktuell einen Kaufvertragsentwurf. Vorstellbar sei eine Unterzeichnung noch im August. Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen nannte Teppler noch nicht den Namen des potenziellen Investors.

Sollten die Unterschriften geleistet werden, könnten laut Teppler „im Frühjahr oder Sommer 2020 Kräne auf der Baustelle stehen“ – nicht für den Abriss des Kaufhauses, sondern schon für den Bau einer neuen Immobilie. Dabei wird es dann nicht nur um die heutige Ter-Veen-Fläche gehen, sondern auch um ein angrenzendes Grundstück der Stadt Hamm, das der Investor in ihrem Sinne mit überplane.

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"Hotel würde Kaufkraft bringen"

Vorgesehen ist an dieser Stelle eine Mischnutzung, das heißt Gewerbe im weitesten Sinne im Erdgeschoss und Wohnraum darüber. Laut Teppler lotet der Investor alle Möglichkeiten aus. Dazu gehöre auch ein Hotel, möglicherweise mit Gastronomie im Erdgeschoss, oder auch Wohnraum für ältere Menschen und mit entsprechenden Angeboten in den Ladenlokalen des Erdgeschosses.

„Die Innenstadt könnte ein Hotel gebrauchen“, sagt Teppler. „Das würde auch Kaufkraft von außen in die Stadt bringen.“ Nicht zulässig in der Nutzung seien hingegen Betreuungsangebote für Schwerstpflegebedürftige. Dafür werde der Bedarf in anderen Einrichtungen in Hamm gedeckt.

Landesinitiative Flächenpool NRW

Er sei keineswegs enttäuscht oder überrascht, dass für die Stadt beziehungsweise die Stadtentwicklungsgeselschaft der Ankauf der Immobilie kein Thema gewesen ist, so Teppler. „Die größten Entwicklungen der vergangenen Jahre in Hamm kommen von der öffentlichen Hand“, sagt er. „Das kann aber nicht zur Daueraufgabe werden. Es ist wichtig und richtig, Gelder von außerhalb hereinzuholen.“

Folglich habe er in enger und stets verlässlicher Zusammenarbeit mit der Stadt das Objekt an den Markt gebracht. Es sei Teil der Landesinitiative Flächenpool NRW geworden, mit der das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) die Innenstadtentwicklung in Städten und Gemeinden weiter stärken will. Einige Investoren hätten daraufhin Interesse angemeldet.

Von innen fast skelettiert

Mittlerweile ist Ter Veen von innen fast skelettiert. Bewegliche Teile werden ausgebaut, hinter alten Verkleidungen kommt blankes Mauerwerk zum Vorschein oder werden längst vergessene Tapetenmuster sichtbar. In dafür vorgesehenen Containern werden Metall, Holz und Schutt entsorgt. Der Abverkauf von Einrichtung geht weiter. Mitte August will Teppler diese Arbeiten abgeschlossen haben.

Überraschungen erwartet er nicht mehr. Das bescheinige ein von ihm in Auftrag gegebenes Schadstoffgutachten, ebenso wie Bescheinigungen der Stadt, dass es keine Baulasten und keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Grundstück gebe. Teppler betont, er wolle der Stadt an dieser Stelle eine vernünftige Nachfolge hinterlassen. Die Zeichen stehen gut, dass es damit zügig vorangeht.

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