Ökologisch bauen an der Brändströmstraße

In bester Lage Hamms entsteht neuer bezahlbarer Wohnraum

Marc Herter, Thomas Jörrißen, Thorsten Berger und Andreas Mentz planen 20 Wohnungen an der Brändströmstraße.
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Diese Männer haben Großes vor: Marc Herter (von links), Thomas Jörrißen, Thorsten Berger und Andreas Mentz planen 20 Wohnungen an der Brändströmstraße.

20 Wohnungen entstehen bis zum Frühjahr 2023 auf einem Grundstück an der Brändströmstraße. Die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) hat einen Teil der Fläche von der Bundesliegenschaft an der Brändströmstraße gekauft – 2600 Quadratmeter.

Hamm – Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Hamm ein Vorkaufsrecht für die Teilfläche in Anspruch genommen. Damit kam die Fläche nicht mehr in die eigentliche Vermarktung. Normalerweise verkauft die Bima ihre Flächen nach einem Bieterverfahren. Hätte die Stadt mitbieten müssen, würden an der Brändströmstraße wohl keine Wohnungen mit Sozialbindungen entstehen.

Wohnungspolitisch habe sich die Große Koalition schon vor Jahren auf „einen guten Weg gemacht“ und frühzeitig festgeschrieben, dass in Baugebieten auch geförderter Wohnungsbau angeboten werden muss, sagte Oberbürgermeister Marc Herter. Entsprechend könnten nun zentrumsnah tolle Wohnungen entstehen, die auch bezahlbar seien. Die HGB werde die Wohnungen für 5,80 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete anbieten. Angeboten werden 20 Wohnungen zwischen 45 und 82 Quadratmeter, sie sind für eine, beziehungsweise drei Personen geeignet und befinden sich in bester Lage im Hammer Osten, unweit des Kanals, der Innenstadt und des Jahnstadions.

Derzeit wird die Fläche für den Bau vorbereitet und planiert. Dabei werden auch Altlasten beseitigt. Die Fläche wurde militärisch und industriell genutzt, so dass der Boden aufbereitet wird. „Da gehen wir keine Kompromisse ein“, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz. Der neue Gebäudekörper werde auf einer frischen Fläche errichtet. Das Gebäude werde zweigeschossig errichtet und füge sich harmonisch in das Umfeld ein, so der Baurat.

Gebäude fast ohne CO2-Ausstoß

Nachgebessert habe man noch einmal bei der energetischen Ausstattung der Häuser, merkte HGB-Geschäftsführer Thomas Jörrißen an. Der Gasanschluss würde nur noch in Notfällen zum Einsatz kommen. Man plane ein Gebäude, das fast kein CO2 ausstoße. Wärmepumpe, Geothermie und Photovoltaik sorgten dafür, dass der Anteil der erneuerbaren Energien einen hohen Prozentsatz einnimmt und entsprechend die Energieeffizienzklasse 55 erreicht wird. Auch dafür werden Fördermittel eingeworben, die ab Juli abrufbar sind. Entsprechend verzögert sich der Bau ein wenig, so dass die ersten Mieter wahrscheinlich in knapp zwei Jahren einziehen können. Wie OB Herter anmerkte, hätten die Grünen im HGB-Aufsichtsrat auf diese Lösung gedrängt.

Es sollen zudem Anreize fürs Radfahren gemacht werden. So werde es in dem Haus keinen Fahrradkeller mehr geben, sondern eine andere Art, das Elektro-Rad in der Nähe des Hauses sicher zu parken und gleichzeitig aufzuladen.

Weiteres Projekt

Das Zwillingsprojekt zur Brändströmstraße entsteht bald an der Schützenstraße. Bei dem Bauplatz handelt es sich um eine Freifläche zwischen der Schützenstraße und der ehemaligen Kaserne, die auch der Bima gehört hat und den die HGB durch das Vorkaufsrecht der Stadt erwerben konnte. Auf dem Gelände sollen drei zweieinhalbstöckige Häuser mit jeweils 15 bis 19 Wohneinheiten entstehen. Insgesamt werden 53 Wohnungen errichtet, die auch eine Sozialbindung haben. Auch hier gilt der höhere Energieeffizienzstandard. Zudem könnte sich die HGB vorstellen, Car-Sharing mit Elektro-Autos für die Mieter anzubieten.

Insgesamt gehören der Bima in diesem Bereich rund 11.000 Quadratmeter. Die verbliebene Fläche will sie auf die herkömmliche Art in einem Bieterverfahren vermarkten. In der zweiten Jahreshälfte soll es losgehen. Die Stadtwerke wollen ihr östlich angrenzendes Gelände des früheren Jahnbades inzwischen allein vermarkten. Man sei in Gesprächen, wolle sich dazu aber nicht weiter äußern, sagte eine Sprecherin. In der Vergangenheit war die gemeinsame Vermarktung von Bima-, Stadt- und Stadtwerkeflächen erwogen worden.

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