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Randalierer in Zentralbibliothek im Visier des Sicherheitsdienstes

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Von: Frank Osiewacz

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Sicherheitsmann André Kappel – hier mit der kaufmännischen Leiterin Gisela Köhler – sorgt in der Zentralbibliothek für Ruhe und ein geordnetes Miteinander der Besucher. © Szkudlarek Robert

Hamm-Mitte - Die Präsenz des Sicherheitsdienstes in der Zentralbibliothek zeigt Wirkung: Es ist Ruhe eingekehrt. Weil Jugendliche und junge Erwachsene mit zunehmender Häufigkeit über die Stränge geschlagen hatten, entschloss sich die Stadt zu einer bis dato nie dagewesenen Maßnahme. Seit einer Woche dreht ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes täglich seine Runden auf allen Etagen.

Das bisherige Ergebnis: Die bekannten Gesichter kommen zwar noch, benehmen sich aber anständig und dem Ort angemessen. Zwischen 16 und 22 Jahren sollen die Mitglieder der Gruppe sein, die seit Dezember zunächst vereinzelt und dann jeden Tag in der Bibliothek im Kleist-Forum auftauchen. Mal nur drei, ein anderes Mal über 20 Personen machten die Bücherei zu ihrem Treffpunkt. Zurück blieb nicht nur Müll, sondern bei Personal und Besuchern ein Gefühl großer Verunsicherung.

Verboten ist alles, was schmiert, klebt, riecht und fettet

„Es kam zu bösen Beleidigungen und manchmal saß auch eine Hand locker“, sagt Gisela Köhler, kommissarische Leiterin der Bibliothek. Zur Anzeige gebracht worden sei keiner der Fälle. Dabei gelten klare Regeln: Verzehr ist nur im Café-Bereich im Erdgeschoss gestattet. Offene Getränke und alles, was schmiert, klebt, riecht und fettet, hat anderswo nichts zu suchen. „Ordnungsrufe kamen auch am alten Standort an der Ostenallee bisweilen vor“, erinnert sich Köhler. „Allerdings waren die Vorfälle nicht so massiv.“ Auch innerhalb der Gruppe sei es zu lautstarken Streitereien gekommen.

Klare Worte bei Auffälligkeiten

Warum sich die Gruppe die Bibliothek als Aufenthaltsort ausgesucht hat, sei schwer zu sagen, so Köhler. Möglicherweise zunächst als warme Anlaufstelle im Winter, aber das sei nur Spekulation. Ein Teil der jungen Leute soll nicht aus Hamm kommen. Sicherheitsdienst-Mitarbeiter André Kappel kennt inzwischen seine Pappenheimer. Nach wie vor kämen sie ins Haus. „Der Aufenthalt an sich ist kein Problem, es handelt sich ja um ein öffentliches Gebäude“, so Kappel. Wenn sie sich mit Monopoly oder Kartenspielen die Zeit vertrieben, sei das in Ordnung. Sollte es zu Auffälligkeiten kommen, werde er klare Worte finden. Notfalls ziehe er dann auch den Kommunalen Ordnungsdienst hinzu. „Aber bisher reichen Präsenz und Worte aus“, sagt Kappel und dreht die nächste Runde.

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