"Festungs-Charakter": Scharfe Kritik an Bauprojekt "B-tween"

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Hamm - Von Union und Sozialdemokraten gab es Beifall für die geplante Neubebauung an der Ritterpassage und gleich einen Antrag zur Neugestaltung der Rödinghauser Straße. Bei Bündnis 90/Die Grünen und den Linken lösen die Pläne dagegen keine Begeisterung aus.

Wolfgang Ruthe (Grüne) und Roland Koslowski (Linke) äußern vielmehr deutliche Kritik. Das neue Einkaufszentrum „B-tween“, das die Ritterpassage ergänzen, wenn nicht gar ersetzen soll, ist für Ruthe ein monumentaler Block, einer Ritterburg gleich, der zwischen Passage und Ritterstraße „hineingepfropft“ werden solle. Der Festungs-Charakter werde durch die „aufwendige, rautenförmige Fassadenstruktur“ unterstützt.

Raum für attraktive Verweilzonen außerhalb des Neubaublocks sei nicht vorhanden, weil jeder Quadratzentimeter baulich genutzt werden solle. Wie üblich weckten teure Bauinvestitionen auch Begehrlichkeiten, das Umfeld aufzuhübschen, so Ruthe weiter. Die Ritterstraße mit ihrem Hinterhof-Charme wirke dabei wenig einladend für potenzielle „B-tween“-Kunden. Kein Wunder, so der Grünen-Politiker, dass die große Koalition jetzt zur Attacke blase.

Welches Ziel der CDU-SPD-Antrag nun mit einem „neuen“ Konzept verfolge, bleibe ebenso unklar wie die Finanzierung dieser Zukunftsvision, so Ruthe. Ohne Abriss von Gebäuden und einer attraktiven Fassadengestaltung werde es wohl kaum gehen.

„Viele Worte, wenig Inhalt und absolut nichts Neues“, heißt es bei Koslowski. Alle angedachten Maßnahmen an Ritter- und Rödinghauser Straße seien bereits im Rahmenplan Innenstadt 2030 enthalten. Wer allerdings glaube, die Altstadt durch Stahl, Beton und Glas attraktiver zu machen, irre.

Eine Belebung und damit auch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität werde nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen für die Bürger verbessert werden, so der Linken-Politiker. Dazu zähle ein funktionierender und bezahlbarer Bus- und Bahnverkehr mit kürzerer Taktung und sozial gestalteten Fahrpreisen. Gleichzeitig müsse die Kaufkraft vor Ort entschieden verbessert werden. Und genau damit müsse sich die Koalition auseinandersetzen, statt weitgehend inhaltsleere Anträge einzubringen.

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