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Goethestraße wird zurückgebaut - Mehr Platz für Fahrräder

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Von: Jörn Funke

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Viele Autos, keine Radfahrer, kaum Fußgänger: Nach dem Umbau soll es auf der Goethestraße anders aussehen.
Viele Autos, keine Radfahrer, kaum Fußgänger: Nach dem Umbau soll es auf der Goethestraße anders aussehen. 2024 soll alles fertig sein. © Reiner Mroß

Die Goethestraße soll bis 2024 von vier auf zwei Fahrspuren zurückgebaut werden. Erstmals soll die Straße Radfahrstreifen, teilweise auch baulich getrennt Radwege erhalten. Die Stadt rechnet mit Kosten von 1,35 Millionen Euro.

Hamm – Die Goethestraße ist als Bundesstraße 63 eine der wichtigsten Verkehrsachsen Hamms. Tausende Autos donnern hier täglich durch, unter ihnen viele Lastwagen. Die Straße ist noch ein Kind der 1970er Jahre, als alles auf den Autoverkehr ausgerichtet wurde. Um vier Fahrspuren zu schaffen waren damals die Vorgärten der Häuser eingeebnet worden. Fußgänger und Radfahrer spielten nur eine Nebenrolle: Die Bürgersteige blieben schmal, Radwege gab es gar nicht. Dafür beidseitige Parkstreifen.

Ankündigungen für einen Rückbau der Goethestraße hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Jetzt wird es konkret - die Anwohner werden von den Kosten vermutlich verschont. Um mehr Platz für Radfahrer zu schaffen, will die Stadt zwei Auto-Fahrspuren streichen. An Kreuzungen sollen neue Linksabbiegespuren dafür sorgen, dass der Autoverkehr weiter fließt. Die Stadt hatte dazu eigens ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

Stadtauswärts wird zwischen Südenwall und Schillerstraße ein Radfahrstreifen angelegt. Die Mittelinseln an der Bismarckstraße entfallen. Die Bushaltestelle, die sich bisher nördlich der Feidikstraße befindet, wird künftig südlich der Kreuzung sein. Auf dem Parkstreifen wird eine Ladezone für Lieferdienst eingerichtet.

Parkstreifen und Bäume fallen weg

Zwischen Schiller- und Alleestraße wird dann stadtauswärts ein baulich getrennter Radweg gebaut. Hier fallen der bisherige Parkstreifen und drei Bäume weg. An der Kreuzung mit der Alleestraße muss außerdem die Mittelinsel weichen. Der Pylon für die Straßenbeleuchtung wird zur Richard-Wagner-Straße versetzt.

Stadteinwärts sollen die Radler künftig zwischen Allee- und Bismarckstraße über einen durchgehenden Radfahrstreifen fahren können; teilweise ist der bereits vorhanden. Von der Bismarckstraße bis zum Südring geht es über den bisherigen Parkstreifen; es folgt dann bis zum Südenwall noch ein Abschnitt als Radfahrstreifen.

Die Bushaltestelle an der Feidikstraße befindet sich künftig nördlich der Kreuzung. Auch auf diesem Abschnitt wird auf dem Parkstreifen ein Haltebereich für Lieferdienste eingerichtet.

Ausbau endet im Norden am Südenwall

Der Ausbau endet im Norden am Südenwall. Eine Fortführung zur Martin-Luther-Straße ist laut Verwaltung nicht vorgesehen.

Vor den Kreuzungen werden jeweils Abbiegespuren eingerichtet, damit Linksabbieger nicht den nachfolgenden Verkehr aufhalten. Durch den Umbau der Straße entfallen 25 Stellplätze für Autos, davon acht im Bereich von Ladezonen. Lieferdienste dürfen auf dem Radfahrstreifen grundsätzlich nicht anhalten. 33 Stellplätze bleiben in dem Straßenzug erhalten. Die Radstreifen werden weiß markiert und in Kreuzungsbereichen rot eingefärbt.

Die Anliegerbeiträge wird nach aktuellem Stand das Land übernehmen.

Anlieger müssen wohl nichts bezahlen

Der Umbau der Goethestraße löst nach Landesgesetzen Straßenausbaubeiträge für die Anlieger aus. Entsprechende Schreiben hat die Stadt bereits verschickt. Allerdings haben sich alle Parteien im Landtag noch vor der Landtagswahl dafür ausgesprochen, die Bürger von solchen Lasten zu befreien; ein entsprechendes Gesetz war von schwarz-gelben Koalition verabschiedet. Im Hammer Rathaus geht man davon aus, dass die Anlieger der Goethestraße deshalb nicht für den Umbau zahlen müssen.

Die Entscheidung über den Umbau trifft der Hauptausschuss in seiner Sitzung am 20. Juni. Vorher beraten die Bezirksvertretung Mitte (31. Mai) und der Stadtentwicklungsausschuss (14. Juni) über das Vorhaben.

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