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Geklaute Fahrräder in Garagen nur Spitze des Eisbergs?

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Von: Markus Hanneken

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Die geklauten Fahrräder wurden in zwei Garagen gelagert.
Die gestohlenen Fahrräder wurden in zwei Garagen an der Münsterstraße gelagert. © Polizei Hamm

Auf das Konto der von der Polizei in Hamm ausgehobenen Fahrrad-Diebesbande gehen offenbar keine weiteren Fälle als jene, die jüngst bekannt wurden. Zumindest nicht in einem nennenswerten Umfang.

Hamm - Insgesamt fünf Mitglieder einer Bande von Fahrraddieben hat die Hammer Polizei nach wochenlangen Ermittlungen unlängst aus dem Verkehr gezogen: Drei mutmaßliche Hehler erwischte sie dank eines aktiven GPS-Trackers an einem gestohlenen Mountainbike auf frischer Tat, zwei weitere Täter gingen den Beamten später ins Fahndungsnetz: Diese beiden waren für die Drecksarbeit zuständig, klauten also die potenziell teuren Räder überall in der Stadtmitte zusammen.

Zwar konnten in zwei Garagen an der Münsterstraße nördlich der Bahnunterführung 32 Fahrräder sichergestellt und ihren Besitzern teilweise schon wieder zurückgegeben werden - doch das war nur die Diebesbeute, die gerade noch in Hamm war und von dort aus zeitig zum Verkauf auf Trödelmärkten gebracht werden sollte. Daher blieb die Sorge, dass noch viele weitere organisierte Fahrraddiebstähle auf das Konto des Teams gehen, der Fund also nur die Spitze eines Eisbergs war.

Das wies Polizeisprecherin Hannah Reineke am Mittwoch aber zurück. Den Ermittlungen zufolge werden zumindest dem Hehler-Trio „keine weiteren Taten zugewiesen“, erklärte sie auf Nachfrage. Diese Aussage wird von handfesten Zahlen untermauert: Zwischen Januar und September 2021 wurden kaum mehr Fahrraddiebstähle gemeldet als im Vergleichszeitraum 2020 (648 zu 640). Die beiden Diebe allerdings seien auch zuvor schon „bei Eigentums- und Betäubungsmitteldelikten aufgefallen“.

Die Letztgenannten - sie haben keinen festen Wohnsitz - kamen in Untersuchungshaft, die drei anderen – alle aus Hamm – sind ohne Auflagen auf freiem Fuß. Auflagen seien „in so einem Fall auch nicht üblich“, erklärt die Polizeisprecherin. Allen Tatverdächtigen droht bei einer Verurteilung mindestens eine Geldstrafe, aber auch eine Freiheitsstrafe ist möglich. Reineke: „In welchem Umfang, das können wir leider nicht beantworten.“

Fahrräder in Hamm gestohlen: GPS-Tracker als Glücksfall

Der Fahndungserfolg der Polizei war dem Zufall zu verdanken, dass in einem der gestohlenen Räder schon beim erst vor einem halben Jahr erfolgten Kauf ein GPS-Tracker verbaut war. Dieser übermittelte dem 21-jährigen Besitzer den neuen Standort, was wiederum die Polizei auf die richtige Fährte führte.

Der junge Mann zeigte sich im Gespräch mit WA.de beeindruckt von der Polizeiarbeit: „Als ich mein Fahrrad als gestohlen gemeldet und der Polizei gesagt habe, dass ich das orten kann, lief alles reibungslos.“ Über die weiteren Ermittlungen habe man ihn allerdings icht dem Laufenden gehalten: „Ich wurde nur informiert, dass ich mein Fahrrad wieder abholen kann.“

GPS-Tracker für Fahrräder

GPS-Ortungsgeräte für Fahrräder kosten je nach Art und Qualität zwischen 30 und 200 Euro. Neben hochwertigen Schlössern können sie vor allem für Besitzer hochwertiger Räder interessant sein. Für hilfreiche Informationen klicken Sie sich in diesen Bericht.

Aber Achtung: Professionelle Fahrraddiebe kennen diese Varianten natürlich und versuchen häufig, die kleinen Tracker möglichst schnell auszubauen. Auch im vorliegenden Fall aus Hamm wurde das offenbar versucht, wie entsprechende Spuren am Rad zeugen... gelungen ist es zum Glück nicht.

Fahrräder in Hamm gestohlen: Polizei will Fotos veröffentlichen

Weil bisher nur etwa die Hälfte der gefundenen Räder ihren Eigentümern zugeordnet werden konnte, will die Polizei von den restlichen Fotos veröffentlichen. Wann genau das passieren wird, ist der Redaktion noch nicht bekannt. Die Polizei bittet potenzielle Besitzer gleichwohl um Geduld und darum, nicht selbstständig Kontakt mit ihr aufzunehmen.

Auffällig ist allerdings, dass ein zeitgleich geklautes Rad, das der Mutter des 21-Jährigen gehörte, nicht unter den 32 aufgefunden war und bis heute verschollen ist.

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