"Schmuddel-Ecke"

Filmreife Wohnlage: Das soll bald auf dem Chattanoogaplatz am Kino entstehen

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An dieser Stelle sollen in mehreren Monaten vier mehrgeschossige Wohnhäuser entstehen

Hamm - Seit Jahrzehnten ist der Chattanoogaplatz eine echte "Schmuddel-Ecke". In wenigen Monaten könnten dort allerdings die ersten Bagger rollen. Der Bereich wird aktuell überplant.

Wie in einem düsteren, dystopischen Hollywoodstreifen – ganz genauso, wie sie im Kino direkt nebenan laufen – sieht es seit Jahren auf dem Chattanoogaplatz und im darunterliegenden Parkhaus aus. Pflanzen überwuchern im Wildwuchs die Betonmauern. Zerbrochene Flaschen, verdreckte Klamotten und allerhand Unrat liegen dort herum. Es stinkt nach Urin und Fäkalien. Obdachlose und Mitglieder der Trinkerszene suchen nachts im Untergrund Schutz.

In wenigen Monaten könnte sich hier ein ganz anderer Film abspielen. Dann sollen die ersten Bauarbeiten für ein neues, millionenschweres Wohnprojekt beginnen – vorausgesetzt die Verwaltung gibt grünes Licht. „In jüngsten Tagen“, so heißt es auf WA-Anfrage aus dem Architekturbüro „Zakowski Generalplanung“, wurde ein Abbruchantrag für die Tiefgarage bei der zuständigen Bauverwaltung gestellt. Dazu liege ein Umbauantrag für das Areal vor. In zwei bis drei Monaten erwarte man eine finale Entscheidung darüber, ob das, was nun geplant ist, auch umgesetzt werden darf.

Realisierung verzögert sich

Bereits im Mai 2018 hatte Architekt Dietrich Zakowski aus Arnsberg angekündigt, das Gelände vollständig überplanen zu wollen. Er war von den Eigentümern eines großen Teils der Fläche – der Familie Nieuwdorp, die jahrelang in Hamm das Cineplex-Kino betrieb – damit beauftragt worden.

Dann hatte sich die Realisierung des Projektes allerdings durch „neueste Entwicklungen am Wohnungsmarkt“ verzögert. Der Schandfleck im Herzen der Stadt blieb bis heute ein Schandfleck.

Bei der Planung für die Bebauung seien die Mitarbeiter des Architekturbüros nach eigener Auskunft inzwischen „in der abschließenden Phase“. Wie schon vor 15 Monaten angekündigt soll auf der etwa 3 600 Quadratmeter großen Fläche eine hundertprozentige Wohnbebauung entstehen.

80 bis 100 neue Wohnungen in der Innenstadt

Zwischenzeitlich stand auch eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe, Büros oder Arztpraxen im Raum. Davon sei Abstand genommen worden. 80 bis 100 Wohnungen mit unterschiedlichen Größen seien nun geplant. Diese sollen sich in vier Einzel-Gebäuden befinden, die jeweils drei respektive vier Geschosse hoch sein sollen.

Kahlschlag auf dem Schandfleck am Kino

Während der Abrissarbeiten an Teilen der Tiefgarage stünden zunächst alle rund 100 Parkplätze in diesem Bereich nicht mehr zur Verfügung. Mit dem Bau eines zweiten Parkhauses mit separater Zufahrt werde die Stellplatzkapazität aber deutlich erhöht, teilte das Architekturbüro schon im November 2018 mit. Das dürfte sich dann auch für Dauerparker und Kino-Besucher nach einem „Happy End“ dieser unendliche Geschichte anfühlen.

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