"Blinder Passagier" in der Hammer City

Feuerwehr und Polizei holen hilflose Katze aus tödlicher Falle

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Mit handwerklichem Geschick gingen die Helfer am Auto vor (Bild links). Das Bild rechts zeigt die Katze nach der Rettung.

Hamm - Die Feuerwehr hat schon so manche verzweifelte Katze aus Baumkronen geholt. Die Polizei hat schon so mancher unschuldiger Entenfamilie über die Straße geholfen. Gemeinschaftlich retteten sie jetzt einen "blinden Passagier" aus einer tödlichen Falle. Ein Einsatz, der "auf keinen Fall normal" war...

Was war denn nur passiert? Am Montag gegen halb elf ging bei der Polizei der Not-Ruf zweier Frauen ein. Sie hatten an der Werler Straße in Höhe Tankstelle/Stiftstraße das "erbärmliche Miauen" einer Katze vernommen und fanden das Tier augenscheinlich hilflos eingeklemmt in der Karosserie eines Ford Mondeo am Straßenrand. Eine wahrlich knifflige Situation, wie Roland Rinsche von der Hammer Feuerwehr berichtet: "Die Katze war ziemlich versteckt im Radkasten."

Wie sie dort hingekommen war, konnte sich keiner der Beteiligten erklären - nur dass sie dort wohl allein nie wieder heraus gekommen wäre. "Sie sah ziemlich verwuschelt aus", berichtet Polizeisprecherin Julia Breitenstein. "Gut möglich, dass sie schon mal eine Fahrt mitgemacht hat."

Mit Sachverstand und einem Dreifachhebekissen hoben die beiden herbei geeilten Feuerwehr-Ersthelfer das ganze Auto an und lösten die Innenverkleidung vom Kotflügel. "Wir mussten durch die Felge arbeiten und echtes technisches Geschick beweisen", erklärt Rinsche.

Mit handwerklichem Geschick gingen die Helfer am Auto vor (Bild links). Das Bild rechts zeigt die Katze nach der Rettung.

Damit nicht genug: Kaum war die Katze befreit, versteckte sie sich vor Schreck und zu vielen Menschen gleich wieder unter dem Auto. Statt Schraubenschlüsseln waren nun also originellere Lockmittel gefragt. Doch weder Leckerlis von der Tankstelle nebenan noch Wasserspritzer halfen anfangs weiter. Rinsche kopfschüttelnd: "Das kalte Wasser empfand sie scheinbar als Erfrischung!"

Inzwischen hatten sich auch Mitarbeiter des städtischen Tierasyls zum Rettungsteam gesellt - und mit gemeinschaftlicher Anstrengung gelang es nach anderthalbstündigem Einsatz dann doch, den nicht registrierten Vierbeiner in einen Transportkäfig zu verfrachten. "Alle Einsatzkräfte waren froh, als der blinde Passagier dem Tierasyl übergeben wurde", freute sich Polizistin Breitenstein: "Die nächste Fahrt ging dann übrigens direkt zum Tierarzt… allerdings dieses Mal im Auto."

Und der Feuerwehrmann? War noch Stunden nach dem unverhofften Einsatz ("Hilfst du mal eben einer Katze?") beeindruckt: "Ich bin seit 30 Jahren bei der Feuerwehr und habe schon so manches Tier gerettet - "aber das war auf keinen Fall normal“. Rinsche: "Feuerwehr ist eben immer anders ..."

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