Zwei Drehleiterwagen im Einsatz

Feuerwehr probt Ernstfall: Rettung vom Dach des Medienhauses

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Hamm - Die Hammer Feuerwehr war am neuen Medienhaus an der Königstraße im Einsatz. Eine gewisse Gelassenheit bei den Einsatzkräften zu Beginn zeigte, dass es sich nicht um einen Ernstfall handelt. Dennoch war jetzt äußerste Konzentration gefragt. Auszubildende übten die Rettung aus dem vierten Stock des Medienhauses - per Drehleiter.  

Acht Auszubildende und zwei Ausbilder sind gegen 12.40 Uhr an der Königstraße eingetroffen. Mit zwei Drehleitern ging es hoch hinaus. Die Feuerwehr Hamm nutzte die Chance, mit ihren Auszubildenden die Rettung aus einem höheren Haus zu üben.

Übung der Feuerwehr Hamm mit der Drehleiter am neuen WA Gebäude

Gegen 14.30 war der Übungseinsatz beendet. Aller verlief nach Plan. Nach einer kurzen Nachbesprechung und der verdienten Kugel Eis zogen die Feuerwehrmänner gegen 15.30 ab.

Unter anderem hat sich WA-Mitarbeiterin Svenja Jesse retten lassen. So erging es ihr dabei:

Das WA-Medienhaus in der Hammer Innenstadt steht in Flammen und der Weg über die Notausgänge ist versperrt. Der einzige Ausweg ist ein Fenster im vierten Stock. Das etwa war die Ausgangslage für eine Feuerwehrübung gestern an der Königstraße.

Ein echtes Feuer gab es natürlich nicht und die Mitarbeiter der Lippewelle und des WA, die am Mittag im vierten Stock auf die eintreffende Feuerwehr warteten, waren nicht in Gefahr. Ein wenig Nervosität war dennoch spürbar, sollte es gleich in gut zwölf Metern Höhe aus dem Fenster in den kleinen Korb am Ende der Drehleiter gehen.

Auch ich habe mich gemeldet, um von den Feuerwehr-Azubis gerettet zu werden. Nach einer kurzen Besprechung begleite ich die Kameraden – jetzt noch mit dem Aufzug – nach unten. Die Fahrzeuge müssen vor dem Gebäude in Stellung gebracht und letzte Vorbereitungen getroffen werden.

Dann wird es ernst: Der Korb wird vor das Fahrzeug gesteuert, ein Kamerad steigt ein. „Wollen Sie mit hoch fahren?“, fragt er. Eigentlich wollte ich ja nur runter, aber warum nicht beides testen? „Es gibt überhaupt keinen Grund zur Sorge, bisher ist noch niemand rausgefallen“, versichert mir Ausbilder Ralf Schnübbe, lächelnd. Also nicke ich.

Einer der Kameraden bindet mir einen Sicherheitsgurt um die Taille. Nachdem ich eingestiegen bin, wird er mit einem Karabiner mit dem Korb verbunden. Und schon geht es los. Und das ganz schön schnell. „Wir schaffen 23 Meter in 140 Sekunden“, sagt Lars Heiderich. Der 36-Jährige steuert die Drehleiter wie selbstverständlich. Und das obwohl der Auszubildende erst am Montag gelernt hat, wie es geht. Eine Woche dauert der Spezialisierungslehrgang, am Freitag stehen die Prüfungen an.

Erst einmal müssen nun die anderen Freiwilligen „gerettet“ werden. Von oben nähern wir uns dem Fenster „Das müssen wir so machen, denn wenn die Menschen Panik haben, könnten sie versuchen in den Korb zu springen“, erklärt Heiderich. Zwar fühle ich mich mit Gurt und Geländer gut geschützt, doch je höher wir steigen, desto wackeliger wird es.

Schnell aber präzise manövriert Heiderich den Korb ans geöffnete Fenster. Die anderen Freiwilligen steigen hinzu und werden gesichert. Zu fünft ist es in dem kleinen Korb kuschelig. Statt gleich nach unten zu fahren, fahren wir weiter hoch. Aus 30 Metern Höhe wirken die Feuerwehrmänner auf der Straße wie Playmobilfiguren. Für ein paar Minuten genießen wir den Ausblick, dann geht es wieder runter, und das genauso schnell wie wir hoch gekommen sind.

Die Kollegen der Lippewelle übertrugen die Rettungsaktion Live auf Facebook:

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