Aus Malta zum Hammer Weihnachtscircus

+
Eléa Broger, die die meiste Zeit des Jahres in Malta lebt, tritt beim Hammer Weihnachtscircus auf. Sie ist die Tochter von Clown André.

Hamm -  Eléa Broger besuchte dieses Jahr ihren Vater André in Hamm, um gemeinsam mit ihm Silvester zu feiern. Das alleine klingt nicht ungewöhnlich. Aber Eléa ist über 2 500 Kilometer aus Malta angereist, denn ihr Papa ist Clown André vom Hammer Weihnachtscircus.

Für die Tochter des Zirkuskünstlers ist solch eine Anreise nichts Ungewöhnliches: „Wir waren auch schon zusammen in Kanada“, sagt die 14-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Die Anreise dorthin sei wesentlich weiter gewesen. Die skandinavischen Länder, die Schweiz, Deutschland und die Benelux-Staaten kennt sie ebenfalls gut.

Eléa lebt zwischen den Welten: Zum einen wohnt sie mit ihrer französischstämmigen Mutter behütet auf der Mittelmeerinsel, zum anderen besucht sie bei jeder Gelegenheit ihren Vater, der sein Tournee-Dasein nicht aufgeben kann.

Heute arbeitet die Mutter als Krankenschwester, doch auch sie war vom Zirkusfieber gepackt: „Eléas Mutter und ich lernten uns kennen, als sie noch bei einem Zirkus als Sekretärin gearbeitet hat“, sagt der 52-jährige Starclown André.

Während der Schulzeit wird Eléa in jeder kreativen Hinsicht gefördert: So engagiert sie sich nicht nur begeistert in der Theatergruppe ihrer Schule: Sie ist auch schon Mitglied in einer professionellen Ballett-Company, die bei großen Events auftritt. Wenn das Mädchen gefragt wird, was es denn einmal werden möchte, so antwortet sie: „Tänzerin oder Artistin.“

Silvester zusammen im Hammer Weihnachtscircus: Die 14-jährige Eléa Broger aus Malta besucht nicht nur Papa Clown André, sondern tritt auch als Tänzerin auf.

Die Besuche dienen ihr nicht nur zum Wiedersehen mit dem Papa, sie wächst so auch immer weiter in die Zirkuswelt hinein: Eléa besucht den Papa seit Jahren auf Tourneen.

„Nur die Rückkehr nach den Sommerferien fällt mir immer etwas schwer“, sagt die junge Tänzerin. Viele Freundschaften verbinden sie inzwischen mit den Kindern der großen Schaustellerfamilien, die sie immer wieder trifft und mit denen sie gemeinsam Kunststücke übt.

Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert

Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert
Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert
Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert
Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert
Weihnachtszirkus in Hamm: 800 Besucher von Premiere begeistert

Aktuell freut sich die 14-Jährige darüber, bei der Show in Hamm zu einem Weihnachtslied durch die Manege zu tanzen. Aber sie hilft auch ganz selbstverständlich am Popcorn-Stand aus. Dieses Miteinander bei allen Tätigkeiten gehöre zum Zirkusleben eben dazu, sagt das Mädchen.

Diese Welten waren ihr allerdings nicht vorgezeichnet: Ursprünglich hatte Vater André eine Schriftsetzer-Ausbildung begonnen. „Ich stamme aus der Schweiz. Und nur zehn Kilometer von unserem Dorf hatte der Schweizer National-Circus Knie sein Winterlager“, erinnert sich André.

Als der Zirkus vor einiger Zeit Jubiläum hatte, seien alle Zeitungen von seiner ruhmreichen Geschichte voll gewesen. Daraufhin habe er richtig Feuer gefangen. So dachte sich der Lehrling immer neue Clown-Nummern aus und stellte sich dann bei einem kleinen Wanderzirkus vor. Die Antwort der Profis war zunächst frustrierend: Er sei nicht besonders lustig. Aber da sie noch einen Mitarbeiter gebrauchen könnten, dürfe er mitreisen.

Clown André

André brach die Ausbildung ab und blieb für ein Jahr. Dann jobbte er noch ein Jahr in einer Fabrik, um das Geld für einen vernünftigen Wohnwagen zusammenzubekommen. „Da war der Entschluss gefasst, dass ich bleibe.“

Inzwischen hat er von Asien bis Kanada einen hervorragenden Ruf. „Sogar den Streit mit meinem Vater konnte ich beilegen, als ich ihn zu einer großen Premiere eingeladen habe“, sagt André. Dennoch hätte er die Sicherheit eines „richtigen Berufs“ natürlich vorgezogen.

Nun habe er noch ein Sehnsuchtsziel, sagt André. Er wolle in Australien auftreten.

Der Hammer Weihnachtscircus gastiert noch bis zum 6. Januar an den Zentralhallen. Eintrittskarten gibt es auch beim Westfälischen Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare