Posse nach Vogelschießen

Drohungen und Streitigkeiten: Ex-Majestäten sollen Bürgerschützenverein verlassen

+
Da war der Jubel noch groß: Nach ihrem finalen Schuss wurde Renate Gordon von den Schützenbrüdern auf den Schultern getragen.

Hamm - Im August wühlte eine Posse um die Kaiserinnenwürde den Bürgerschützenverein 1826 Hamm mächtig auf. Nun zieht der Verein Konsequenzen.

Nach nur vier Tagen im Amt legte Renate Gordon ihren unter der Vogelstange errungenen Titel damals nieder. Dieser ungewöhnliche Vorgang offenbarte tiefe Gräben in einem der ältesten Hammer Schützenvereine. „Ich habe das Gefühl, dass mich die Mitglieder des Vereins nicht als Kaiserin haben wollten, diesen Stress wollte ich mir nicht antun“, begründete Gordon den drastischen Schritt, kurz nachdem sie abgedankt hatte.

Mittlerweile hat sich der Vorstand um den Vorsitzenden Rainer Rutekolk gesammelt und entschieden, dass der Verein bis zum Schützenfest im kommenden Jahr ohne Majestäten auskommen muss. Eine Ersatzlösung zogen die Verantwortlichen letztlich nicht in Betracht. „Das ist schade, aber so ist es nun mal. Uns wurde teilweise sogar vorgeworfen, dass wir frauenfeindlich sind. Das ist aber nicht der Fall. Der Rücktritt hatte andere Gründe“, erklärt Rutekolk.

Streit lässt sich nicht vollständig aufklären

Worum genau es bei den Streitigkeiten zwischen den einzelnen Parteien im Verein ging, vermochte auch Rutekolk nicht aufzulösen. „Es wurden allerdings von Herrn Gordon Drohungen an Vereinsmitglieder ausgesprochen und auf dem diesjährigen Schützenfest mit Schlägen gedroht“, sagt der Vorsitzende. Renate Gordon habe in der Folge erklärt, sie gehe unter die Vogelstange, „um den Verein kaputtzumachen“. „Dafür gibt es auch Zeugen“, bekräftigt Rutekolk.

Renate Gordon und ihrem Mann Clifford, der von 2009 bis 2016 als zweiter Vorsitzender die Geschicke des Vereins mitgestaltete, legten die Schützenoberen Anfang Oktober den Austritt nahe. Zu unüberbrückbar seien die Differenzen nach der Abdankung als Höhepunkt eines Zwistes, der – so ist es aus dem Umfeld des Vereins zu hören – schon länger unter der Oberfläche gebrodelt hatte. „Wir haben den beiden nahegelegt, aus dem Verein auszutreten. Sollte das nicht passieren, sprechen wir die Kündigung der Mitgliedschaften aus“, erklärte Rutekolk. Bis Ende des Monats hätte das Ehepaar Gordon nun Zeit, freiwillig den Traditionsverein zu verlassen.

Ex-Majestäten wollen sich nicht äußern

Das Ehepaar Gordon – immerhin Königspaar in den Jahren 2007 und 2011 und vielfaches Hofstaatspaar – wollte sich öffentlich zu den Vorwürfen nicht mehr äußern und hofft darauf, dass dieses unrühmliche Kapitel Schützengeschichte mit dem Abschied aus dem Bürgerschützenverein geschlossen ist. Beide waren seit 2004 im Verein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare