Besitzer ärgern sich vergeblich

Darum müssen entlaufene Hunde oft nachts im Tierasyl bleiben

Beim "Tag der offenen Tür" im vergangenen Monat konnten sich die Bürger selbst einen Eindruck vom Tierasyl machen.
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Beim "Tag der offenen Tür" im vergangenen Monat konnten sich die Bürger selbst einen Eindruck vom Tierasyl machen.

Hamm - Der Hund gehört bei vielen Menschen fest zur Familie. Wenn der Vierbeiner dann mal ausbüxt, ist die Sorge groß. In Hamm gehen solche Fälle in der Regel glimpflich aus – das Ordnungsamt und die Polizei bringen die eingefangenen Hunde ins Tierasyl an der Grünstraße.

Das Vorgehen der Mitarbeiter des Tierasyls stieß Hammer Bürgern, die nicht namentlich genannt werden wollen, sauer auf. Ihr Hund – gechipt und mit einem Kontakt-Halsband ausgestattet – war entlaufen und von der Polizei am Abend des gleichen Tages im Tierasyl untergebracht worden. Das erfuhren die Besitzer über Umwege und wollten ihren Liebling abholen. Das klappte allerdings nicht, weil Herausgaben nur in den Öffnungszeiten des Tierparks, unter dessen Verwaltung das Tierasyl steht, möglich sind.

Den folgenden Unmut kann Tierpark-Geschäftsführer Kay Hartwich nicht nachvollziehen. Er erklärt, warum Hunde, die abends abgegeben werden, erst am nächsten Tag abgeholt werden können: „Natürlich sind da viele Emotionen im Spiel. Trotzdem haben wir nicht die personellen Kapazitäten, um dauerhaft besetzt zu sein. Es gibt Öffnungszeiten, die eingehalten werden müssen.“

Mitarbeiter werden angegangen

Außerdem würden die Mitarbeiter in solchen Situationen durchaus auch angegangen. „Es kam schon vor, dass wir die Polizei rufen mussten“, sagt Hartwich. „Wenn dann jemand droht und über den Zaun steigen will, um seinen Hund zu befreien, ist das schwierig für uns.“

Der Geschäftsführer appelliert an die Vernunft der Menschen, die ihren Vierbeiner am liebsten gleich wieder in die Arme schließen wollen. „Damit kann man auch bis zum nächsten Morgen warten. Den Tieren geht es bei uns gut“, betont Hartwich, dessen Mitarbeiter sich im Jahr um etwa 100 entlaufene Hunde kümmern.

Hunde nicht alleine im Auto lassen

Schon nach wenigen Minuten werden die hohen Temperaturen im Auto gefährlich für Vierbeiner. Unser Model Pinkus hatte natürlich nicht lange unter der Hitze zu leiden – und ins Tierasyl musste er auch nicht.

Hartwich hat angesichts der aktuellen Hitzewelle ein größeres Problem ausgemacht, mit dem sich seine Mitarbeiter beschäftigen müssten. Vielen Menschen sei nicht bewusst, welcher Gefahr alleine gelassene Hunde im Auto ausgesetzt seien. „Bei hohen Temperaturen ist es unverantwortlich, Tiere auch für kurze Zeit im Auto zu lassen“, betont Hartwich. „Unsere Mitarbeiter können dann nur die Polizei rufen und warten. Das ist gefährlich.“

Hunde können nur bedingt schwitzen und regeln ihre Temperatur über den Mund, die Zunge und die Nase. In sich aufheizenden Fahrzeugen könnten die Vierbeiner so schnell kollabieren, erklärt Hartwich.

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