1. wa.de
  2. Hamm
  3. Hamm-Mitte

Hunderte Unterschriften gegen Recyclinghof „Im Ried“

Erstellt:

Von: Frank Osiewacz

Kommentare

Vertreter der BI gegen den Bau eines Recyclinghofes „Im Ried“ übergaben eine Unterschriftenliste an Dezernent Volker Burgard (Zweiter von rechts).
Vertreter der BI gegen den Bau eines Recyclinghofes „Im Ried“ übergaben eine Unterschriftenliste an Dezernent Volker Burgard (Zweiter von rechts). © Reiner Mroß

Die Bürgerinitiative gegen den Bau eines Recyclinghofes „Im Ried“ hat am Donnerstag eine Liste mit 628 Unterschriften von Anliegern gegen die weitere Planung an Umwelt- und Klimadezernent Volker Burgard übergeben. Ein gut 90-minütiges, sachlich geführtes Gespräch schloss sich an.

Hamm - Die Delegation von BI-Vertretern brachte noch einmal ihre Kernargumente (siehe unten) vor und formulierte einen klaren Appell: „Nehmen Sie die Suche nach einem anderen Standort wieder auf. Das wünschen wir uns nicht nur, das fordern wir“, sagte Viktoria von Radetzky im Namen der BI. Käme der Recyclinghof, wäre das für Anlieger eine nicht hinnehmbare Einschränkung der Lebensqualität.

Das Gespräch im Büro von Umwelt- und Klimadezernent Volker Burgard verlief ruhig und sachlich. Nach der BV-Sitzung war es die Rückkehr zu einer guten Gesprächskultur. Das änderte allerdings nichts an dem klaren „Nein“ der Anlieger zu den weiteren Verfahrensschritten. Es sei der Eindruck entstanden, der Standort sei gesetzt.

„Würden nicht an Grenze der Werte gehen“

Die Verfahrensschritte hatte Burgard noch einmal erläutert. Wenn der Rat als Bürgervertretung am 13. Dezember abstimmt, gehe es zunächst einmal darum, ob für diesen Ort überhaupt weiter geplant werden solle. Burgard versicherte den Anliegern: „Wir bauen dort nichts hin, das zu einer übermäßigen Belastung führt. Wir würden hier nicht an die Grenze der Werte gehen.“

Burgard erinnerte daran, die Verwaltung habe von der Politik bereits in der letzten Legislaturperiode den Auftrag erhalten, einen Standort für einen zweiten Recyclinghof zu suchen. „Dieser Standort ist am Ende des Suchverfahrens als geeignet erachtet worden. Es ist überhaupt keine Frage, dass solch eine Suche brisant ist und kein ‚Hurra‘ auslösen wird. An keiner Stelle im Stadtgebiet. Ich versichere Ihnen aber, dass wir 628 Bürger ernst nehmen. Das ist unser Auftrag.“

Gespräch mit dem OB geplant

Die BI will noch ein weiteres Gespräch mit Burgard und Oberbürgermeister Marc Herter führen, bevor der Rat seine Entscheidung trifft.

Parallel läuft die Diskussion auf politscher Ebene. Die CDU nennt den Standort ungeeignet und befürchtet ein Verkehrschaos auf dem Hellweg. Das machte im Nachgang zur Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am Dienstag und für die weitere Diskussion auch CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Arnd Hilwig deutlich: „Der Standort ist denkbar ungeeignet, nicht zu Ende gedacht und das Verkehrschaos ist programmiert. Wir wollen, dass Klein-Gewerbe und Handwerk dort ansiedelt werden kann. Dafür ist die Fläche ideal und ja in Teilen von der Firma Schürmann schon nachgefragt.“

CDU: „Rathaus sollte Pläne aufgeben“

Hilwig kündigte eine entsprechende Initiative der CDU für die Ratssitzung am 13. Dezember an. „Wenn die für den Standort zuständige Bezirksvertretung in Mitte mehrheitlich gegen das Vorhaben votiert, sollte das Rathaus nun die Pläne aufgeben“, meint Hilwig.

Roland Koslowski wollte in der BV-Sitzung am liebsten gleich zur Tat schreiten: „Diese Beschlussvorlage müsste recycelt werden“, sagte der Bezirksvertreter von Die Linke. Dass ein Grundsatzbeschluss für die weitere Planung eine zweiten Recyclinghofes am Standort „Im Ried“ keine BV-Mehrheit fand, war allerdings in erster Linie FDP-Bezirksvertreter Dirk Beinrucker zu „verdanken“. Er durchbrach den üblichen Koalitions- und Fraktionszwang und kippte die Mehrheitsverhältnisse.

Vorwurf der Befangenheit zurückgewiesen

Den späteren Vorwurf von FDP-Ratsfraktionschef Ingo Müller, Beinrucker sei als Anlieger befangen, wies letzterer zurück. Er habe rein an der Sache argumentiert und sei von den Ausführungen der Stadt nicht überzeugt. Befangen könne er gar nicht sein, weil er selbst sich keinen Vorteil verschaffe.

Käme der Recyclinghof, befürchten Anlieger Schlangen bis zum Café del Sol.
Wird sich der Verkehr am Hellweg stauen? Käme der Recyclinghof, befürchten Anlieger Schlangen bis zum Café del Sol. © Robert Szkudlarek

„Klein-Gewerbe und Handwerk sollten dort ansiedelt werden“

Bürger hatten folgende Kritikpunkte und Zweifel vorgebracht :

Auch interessant

Kommentare