Besitzer zieht kleine Zwischenbilanz

Beef-Club-Burger für Hamm: ein Selbstläufer?!

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Inhaber Robin Conte mit seiner Nichte Gianna. Sie leitet die Hammer Filiale.

Hamm - Robin Conte hat mit dem „Beef Club“ vor gut einem halben Jahr den Schritt in die Hammer Innenstadt gewagt. Hier versucht er das zu etablieren, was in anderen Städten schon länger viel Zuspruch findet. Aber ist das so einfach?

Binnen zwei Jahren hat sich die Gastronomie in der östlichen Innenstadt in großen Teilen neu aufgestellt. Damit haben Betreiber erheblich zur Innenstadtentwicklung beigetragen und versucht, das zu schaffen, was immer wieder gepredigt wird: die passende Aufenthaltsqualität zum Einkaufsbummel.

Ein Selbstläufer ist die Idee vom frisch zubereiteten Burger hier aber nicht. Das hat Conte seit der Eröffnung am 7. April festgestellt. In der City ist der Beef Club an der Oststraße 1 – abgesehen vom nicht vergleichbaren McDonald’s – einziger Anbieter mit dem Schwerpunktthema klassischer amerikanischer Burger. Hamm sei schon eine „besondere“ Stadt, sagt Conte heute. Er habe den Eindruck, dass manches hier länger brauche.

Inhaber Robin Conte mit seiner Nichte Gianna. Sie leitet die Hammer Filiale.

Der 29-Jährige betreibt ein weiteres Burger-Geschäft in Soest, doch der Vergleich zwischen den Städten hinkt offenbar. Nicht zentral gelegen, mit knapp der Hälfte an Quadratmetern freut sich Conte in der Kreisstadt in der Soester Börde über „große Reichweite“, wie er sagt. Hamm habe mit den Stadtteilen zwar ein großes Einzugsgebiet, doch es sei schwieriger, die Leute zu mobilisieren. „Mancher versorgt sich offenbar eher in seinem Stadtteil, als zum Essen noch einmal in die Innenstadt zu fahren“, glaubt er.

Robin Conte im Januar 2018 vor der künftigen Filiale.

Das Geschäft in Hamm habe er bisher in Wellenbewegungen erlebt: die anfängliche Neugier nach der Eröffnung, den sonnigen Sommer mit viel Außengastronomie und nun die kühlere Zeit mit weniger Frequenz. Die sei an dieser Stelle schon zu spüren, sagt Conte. „Die Gelegenheitsesser fehlen mir hier etwas.“ Die Öffnungszeiten in der Woche hat er abends um eine halbe Stunde nach unten korrigiert.

Das Allee-Center sauge in Hamm viel Publikum ab, sagt Conte. Auch das sei spürbar. Und die Parksituation schrecke manchen ab: Erst mit dem Auto von außerhalb in die Stadt und dann Parkgebühren zahlen, um Burger zu essen – das sei einigen zu viel. Umgekehrt ist Conte davon überzeugt, mit seinem Angebot auch für andere Geschäftszweige in der Innenstadt Frequenz zu ziehen.

Konzept steht außer Frage

Sein Konzept hält er nach wie vor für das richtige, und dies wolle er auch nicht aufweichen: frische Produkte, übersichtliche Karte. Beschäftigt sind im Beef Club drei Festangestellte, zwei Teilzeitkräfte und eine 450-Euro-Kraft. Auch daran wolle er nichts ändern, so Conte. Das würde zu Lasten des Service gehen und bei der Kundschaft nicht gut ankommen.

Nun ist er gespannt auf den Weihnachtsmarkt – für seinen Standort neben der Kirmes der „zweite Joker“, so wie er sagt.

Außer-Haus-Geschäft mager

Mehr Frequenz wünscht er sich ansonsten vor allem mittags und am Telefon: Das Außer-Haus- und Telefon-Geschäft stehe hinter Soest zurück. Tatsächlich bleibt das Telefon während des gesamten Gesprächs am frühen Abend so gut wie stumm.

Über eine echte Bilanz mit allen Größen und Entwicklungen könne man voraussichtlich erst nach zwei bis drei Jahren sprechen. Der Stammkundenkreis sei gut, das Geschäft im Schnitt „okay“. „Aber es gibt Luft nach oben“, sagt Conte.

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