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Festnahme in Heessen nach brutaler Messerattacke im Nordringpark

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Von: Markus Hanneken

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Hier im Pavillon wurde der Mann von Messerstichen lebensgefährlich verletzt.
Hier im Pavillon - dem Szenetreff der Junkies - wurde der Mann von Messerstichen lebensgefährlich verletzt. © Scharapow

Nach den beinahe tödlichen Messerstichen in einem Park in Hamm hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Die Tat selbst wurde offenbar deutlich brutaler ausgeübt als zunächst angenommen.

Hamm - Die Polizei hat den Mann festgenommen, der am Sonntagabend einen anderen Mann im Nordringpark im Rahmen eines Streits fast umgebracht hätte. Es handelt sich um einen 47-Jährigen, der wie das Opfer zur dortigen Drogenszene gehört. Er war nach der Tat aus dem Park geflüchtet. Die Polizei traf ihn am nächsten Tag in seiner Wohnung in Heessen an und nahm ihn fest.

Auf die Spur kamen ihm die Ermittler nach der Befragung eines bestimmten Augenzeugen im Lauf des Montags, wie der zuständige Oberstaatsanwalt Carsten Dombert auf Nachfrage von WA.de sagte. Der Tatverdächtige gilt als „polizeibekannt“; genauer wollte sich Dombert zu früheren Delikten nicht äußern. Bei der Spurensicherung in der Nacht zu Montag habe noch niemand aus der Szene Auskunft geben wollen.

Die Messerstiche führte der 47-Jährige den Ermittlern zufolge mit enormer Brutalität aus. Es waren nicht nur zwei, wie Augenzeugen beobachtet hatten, sondern sogar sechs Stiche: Einer ging unterhalb des Kehlkopfes anderthalb Zentimeter tief in den Hals, ein weiterer linksseitig in den Hals, ein Stich traf den Kopf, einer in den Unterarm, einer in den Unterbauch und der sechste in den Torax - dieser brach dem Mitte-30-Jährigem sogar eine Rippe.

Not-OP rettet Leben des Schwerverletzten

Beim Eintreffen am Krankenhaus hatte der Mann vor allem über die Hals- und Kopfwunden bereits so viel Blut verloren, dass sein Leben auf der Kippe stand. Die Blutung konnte mit einer Not-OP dann doch gestillt werden. Inzwischen besteht keine Lebensgefahr mehr, der Gesundheitszustand habe sich stablilisiert, so Dombert. Unbekannt ist, welcher Art das benutzte Messer gewesen ist.

Weil der Angreifer aufgrund der Schwere der Gewalt den Tod seines Kontrahenten in Kauf genommen habe, wird gegen ihn wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Zeugen zufolge soll der Grund der Auseinandersetzung Schulden in Höhe von rund 100 Euro gewesen sein.

Polizei oft am Szenetreff im Nordringpark

Die „Platte“ rund um den Pavillon im Nordringpark gilt als wichtigster Treffpunkt der Hammer Drogenszene. Immer wieder ist er wegen verschiedenster Delikte Ziel von Polizeieinsätzen, immer wieder gibt es Festnahmen. Im Februar 2019 war aus dem Nordring-Teich ein toter Mann geborgen worden; auch er gehörte der Drogenszene an.

Im November 2021 hatten Polizei und Stadt erklärt, wie sie gegen die Präsenz von Junkies und Bettlern in der Innenstadt künftig vorgehen wollen.

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