Bissspuren an Mülltonne: An der Wörthstraße fürchten die Anwohner eine Rattenplage

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Deutliche Bissspuren von Ratten gibt es in den Mülltonnendeckeln.

Hamm-Westen – Was tun, wenn die Nachbarn Ratten im Keller haben und sich nicht darum kümmern? Vor dieser Frage stehen die Anlieger der Wörthstraße im Hammer Westen. Nach mehreren vergeblichen Anläufen bekommen sie jetzt Hilfe von der Stadt.

Verrufen ist das Eckhaus von Langer Straße und Wörthstraße bei den Nachbarn schon seit Jahren. Eine Schreinerei und einen Lebensmittelladen gab es dort früher, später ein Tapetengeschäft. Doch neue Eigentümer, sagen Anlieger, ließen den Gründerzeitbau verkommen. Die Mieter zogen ein und aus, meist kamen sie aus Südosteuropa. Es gab immer wieder Scherereien, zuweilen auch Polizeieinsätze.

Sechs Ratten in Falle

Seit gut drei Wochen beunruhigt eine Rattenplage die Nachbarschaft. Und die habe ihren Ursprung in jenem, jetzt von einer bulgarischen Großfamilie bewohnten Haus, heißt es in der Straße. Sechs Ratten habe er bereits in Fallen auf seinem Grundstück gefunden, sagt ein Anwohner, der wie alle Nachbarn nicht namentlich in Erscheinung treten will. Ein weiterer Nachbar will sich nur mit einer Schaufel erwehrt haben können.

Die Mülltonnen des fraglichen Hauses zeigen deutliche Bissspuren von Ratten. Die Stadt habe man informiert, so die Nachbarn. Tätig geworden seien die Behörden aber zunächst nicht. Die Stadt sah ihre Hände zunächst gebunden. Mitarbeiter des Umweltamtes seien zwar vor Ort gewesen, sagte ein Sprecher. Sie dürften das Grundstück aber nicht ohne Weiteres betreten. Man schreibe den Eigentümer jetzt an. Bis dahin, so die Anwohnerbefürchtung, haben die Ratten die gesamte Straße erobert.

Tiere drängen in die Wohnräume

Dabei stellen die Bewohner jenes Hauses nicht in Frage, dass die Ratten aus ihrem Keller kommen. Die Tiere drängten bereits in die Wohnräume, sagt eine Frau, die sich als Eigentümerin vorstellt. Als sie das Haus vor zwei Jahren gekauft habe, sei der Keller vermüllt gewesen, inklusive Ratten. Jüngst habe man Giftköder ausgelegt, wisse aber nicht mehr weiter. In dem Haus wohnen mehrere Kleinkinder.

Nach Drängen der Anwohner kommt schließlich doch Hilfe von der Stadt: Man werde Rattenfallen auf den umliegenden Privatgrundstücken aufstellen, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Und der Lippeverband solle gleiches in der Kanalisation tun. Außerdem werde man die Wohnsituation in dem Haus überprüfen.

Was tun, wenn Ratten gesichtet werden?

Für die Bekämpfung von Ratten auf dem eigenen Grundstück ist der Eigentümer verantwortlich, heißt es bei der Stadt. Schädlingsbekämpfer sind in Branchenverzeichnissen und im örtlichen Telefonbuch eingetragen. Für unsachgemäß abgelagerten Müll, der Ratten anzieht, ist das Umweltamt zuständig: Telefon 17-71 40 oder 17-71 43. Sollten Ratten in Parks oder öffentlichen Grünflächen bemerkt werden, ist das Grünflächenamt, Telefon 17-47 29, der richtige Ansprechpartner. Bei Ratten aus der Kanalisation hilft der Lippeverband weiter: Telefon 90 26-2 01 oder 90 26-2 29, E-Mail 21-sh-info@eglv.de. Ratten finden sich häufig dort, wo Speisereste unsachgemäß entsorgt werden. Das können schlecht konstruierte Komposter, nicht geschlossene Mülltonnen und Kanalisationsabschnitte sein, in die Nahrungsreste über die Toilettenspülung entsorgt werden.

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