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Später Streit um Shisha-Bar

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Von: Frank Osiewacz

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Der Gebäudekomplex mit ehemaligem "Kipp'n in" und Shisha-Lounge steht vor dem Abriss. Die Lounge-Betreiber gehen jetzt juristisch gegen die ehemaligen Hauseigentümer vor. © Henrik Wiemer

Hamm-Mitte - Der Abriss des Gebäudekomplexes an der Bahnhofstraße 29 mit dem ehemaligen „Kipp’n In“ und der „VIP Shisha Lounge“ verläuft nicht ohne Nebengeräusche. Nicht weil die Bagger den obligatorischen Lärm verursachen werden, sondern weil nach WA-Informationen  Rechtsbeistände der ehemaligen Lounge-Betreiber und der ehemaligen Eigentümer über angebliche Zusagen für ein fünfjähriges Mietverhältnis und getätigte Investitionen streiten.

Das Bizarre an der Situation: Anfang September ist der Gebäudekomplex ins Eigentum der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) übergegangen. Die ehemaligen Eigentümer hatten verkauft. Der Abriss ist damit unausweichlich, die Inneneinrichtungen von Lounge und Kneipe liegen längst auf dem Schrott. Die SEG hat nach eigener Aussage kraft Vertrages nichts an Verbindlichkeiten oder möglichen Absprachen jedweder Art von den Voreigentümern übernommen. 

Im Mai hatte in nichtöffentlicher Sitzung die Gesellschafterversammlung der Stadtentwicklungsgesellschaft dem Ankauf des Ensembles zugestimmt. Bis Ende Mai lief der Pachtvertrag der Lounge-Betreiber. Sie hatten nach monatelangem Umbau erst im Januar dieses Jahres eröffnet. Von einem bevorstehenden Verkauf sei ihnen nichts mitgeteilt worden, sagte ein Sprecher der ehemaligen Betreiber gegenüber unserer Zeitung. Vielmehr sei mündlich unter anderem ein fünfjähriges Mietverhältnis zugesagt worden. Die Inhaberin der Lounge hatte damals zudem von einer Investitionssumme von 50 000 Euro gesprochen. 

Ein Vertreter der Ex-Eigentümer ließ auf WA-Anfrage am Mittwoch zunächst ausrichten, die Angelegenheit sei erledigt. Auf weitere Nachfrage zu einem Rechtsstreit mit den ehemaligen Pächtern gab es keine Rückmeldung mehr. 

Die Stadt hatte schon weit früher ihre Fühler nach dem Objekt ausgestreckt, damals auch als möglichen zwischenzeitlichen Standort für das City-Büro von Polizei und Ordnungsdienst. Ziel des Kaufs durch die Stadtentwicklungsgesellschaft war letztlich aber Abriss und die Überplanung des Geländes. Die Stadt will den Bereich städtebaulich aufwerten, (studentischen) Wohnraum schaffen und damit auch eine nachhaltige Verbesserung des sozialen Umfelds Bahnhofstraße erreichen. 

Wie die Stadt jetzt mitteilte, werde noch in diesem Monat die Begutachtung des Gebäudes unter anderem auf Altlasten erfolgen. Dann werde der Abriss ausgeschrieben. „Klares Ziel“ sei ein Abriss noch in diesem Jahr, sagte ein Sprecher. Circa 130.000 Euro seien dafür kalkuliert. 

Noch nicht zum Abschluss gekommen sind die Verhandlungen mit einem weiteren Grundstückseigentümer über eine benachbarte Fläche zur Neuen Bahnhofstraße hin. Aktuell steht dort eine Falafel-Bude. Mit dem Kauf durch die SEG erhielte die Stadt weitere Gestaltungsmöglichkeiten.

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