Das war's erst einmal mit der Allee

Opfer heißer Sommer: Baumsterben im Bahnhofsviertel

+
Beklagenswertes Bild: Einige der Bäume in der Neuen Bahnhofstraße sind bereits abgestorben, andere sind kurz davor.

Hamm-Mitte – Entlang der Neuen Bahnhofstraße bieten die erst vor wenigen Jahren gepflanzten Bäume ein trostloses Bild: Drei sind bereits eingegangen, weitere zeigen trotz intensiver Pflege Zeichen von sogenanntem „Trockenstress“. Sie sollen im kommenden Frühjahr ersetzt werden.

Beim Umbau der Neuen Bahnhofstraße 2013/14 waren an den Straßenrändern 53 Ahorne und Linden gepflanzt worden, die dem Straßenzug einmal das Gepräge einer Allee verleihen sollten. Zumindest mit den aktuell dort stehenden Bäumen mit daraus aber nichts werden. Sie zeigen welke oder gar keine Blätter, bilden sogenannte Trockentriebe aus und sind zuletzt kaum gewachsen. 

Konkrete Ursachen für das Baumsterben im Bahnhofsviertel kann die Verwaltung auf eine Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung Mitte hin nicht benennen. Grundsätzlich sieht sie aber einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Nach dem Dürresommer 2018 seien stadtweit vertrocknete Bäume sichtbar geworden, heißt es in einer Stellungnahme.

Versiegelung möglicherweise ein Problem

Insbesondere Ahorn, Birken, Buchen und Fichten seien innerhalb einer Vegetationsperiode vertrocknet. Damals seien die Bäume der Neuen Bahnhofstraße zusätzlich bewässert worden, so die Verwaltung weiter. Auch in den trocken-heißen Sommermonaten dieses Jahres habe man sie umfangreich bewässert. Aufgrund des hohen Versiegelungsgrades seien die Oberflächen- und Lufttemperaturen in der Innenstadt höher als im Umland; bemerkenswert sei jedoch die Tatsache, dass sich Bäume derselben Arten an vergleichbaren Standorten und bei vergleichbarer Pflege gedeihlich entwickelt hätten.

Die absterbenden Bäume sollen nun weichen. An der Bepflanzung an sich will die Verwaltung aber festhalten: Bäume an dieser Stelle tragen demnach nicht nur zur Attraktivität der Innenstadt bei, sie werden auch als wirkungsvolle Maßnahme zur „urbanen Klimaregulierung“ angesehen. 

Als Ersatz sollen nun verschiedene widerstandsfähige Baumarten gepflanzt werden. Sie müssen nicht nur Trockenperioden überstehen können, sondern auch mit den Anforderungen eine vielbefahrenen Straße zurechtkommen. Die Stadt rechnet mit Kosten zwischen 20.000 und 25.000 Euro und will die Neupflanzungen im kommenden Frühjahr vornehmen lassen.

Baumauswahl

Welche Baumarten halten Straßen- und Trockenstress stand? Das hänge vom Standort ab, heißt es bei der Verwaltung. Gute Anwuchsergebnisse habe man zuletzt mit der Purpurerle (Alnus spaethii), der Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia), der Zerreiche (Quercus cerris) und dem Ginkgobaum (Ginkgo biloba) gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare