Unternehmer aus Hamburg kommt nicht zum Zug

Pohls Mühle: Traum von spannender Belebung geplatzt

+
Das Objekt das Begierde: Pohls Mühle.

Hamm - Aus der Traum von der Kultur-Mühle: Investor Rolf Jehring hat das Projekt „Pohls Mühle“ für gescheitert erklärt. „Ich sehe keine Möglichkeit mehr, diese wundervolle Vision umzusetzen und bin davon zurückgetreten“, heißt es in einer Stellungnahme Jehrings.

„Es tut mir leid für Hamm und die vielen Hammer Bürger, die uns so viel Zuspruch gegeben haben.“ Der ehemalige Hamburger Unternehmer wollte das Objekt zu einem Treffpunkt mit Café, Naturkostladen, Kochschule und Veranstaltungsräumen machen. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Jehring, seine Vorstellungen und die von Eigentümer Bruno Pohl hätten am Ende so weit auseinander gelegen, dass er sich von dem Projekt habe verabschieden müssen. 

Jehring wollte das Objekt nach und nach entwickeln und mit Gleichgesinnten als Genossenschaft betreiben. Bisher habe er einen höheren fünfstelligen Betrag in erste Arbeiten und Anschaffungen investiert, so Jehring. Die eigentliche Investitionssumme hätte bei der Verwirklichung des Vorhabens um ein Vielfaches höher gelegen. 

Überraschend ist, dass es angesichts des großen Optimismus’, den die Beteiligten bis zuletzt an den Tag legten, nun doch zum Bruch gekommen ist. Laut Jehring ereignete sich dieser am Tag nach der ersten öffentlichen Bespielung des Objekts Ende September. Das Kunst-Projekt „Fallhöhe“ hatte seinen Abschluss an der Mühle.

Eigentümer Bruno Pohl war damals bei der Veranstaltung zugegen. Zu diesem Zeitpunkt habe nichts darauf hingedeutet, dass sich die Wege trennen würden, sagte Jehring. Pohl selbst war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. 

Mühle Pohl: Rundgang mit Pächter Rolf Jehring

Jehring hält sein Konzept nach wie vor für „tadellos“. „Das Objekt hätte Potenzial, und es würde auch an diesem Standort funktionieren“, meint der 69-Jährige. Er hätte durchaus Absichten gehabt die Mühle nicht nur zu mieten, sondern auch zu kaufen, um sein Vorhaben zu realisieren. „Dies ist ein Ort, an dem sich Entwicklung umdrehen lässt: weg von der Uniformität, zurück zur Manufaktur, zum Handwerklichen“, hatte Jehring im September bei der ersten öffentlichen Präsentation seiner Ideen und einem Rundgang in der Mühle gesagt. 

Erfahrung in der erfolgreichen Umsetzung von Geschäftsideen hat Jehring reichlich: In Hamburg gründete er 1997 „Cucinaria“, ein gefeiertes und preisgekröntes Fachgeschäft für Küchen- und Tischkultur. Zuvor hatte er mit einem Geschäftspartner einen Großhandel für klassisches Design geführt. 

Sein Konzept an einen anderen Standort – zum Beispiel in das geplante CreativRevier Bergwerk Ost – zu verlegen, hat Jehring nicht vor. „Das Gelände ist zwar interessant, funktioniert so zentrumsfern aber nicht für Spontanbesuche. Eine Gewöhnung der Menschen an das Ziel würde aus wirtschaftlicher Sicht zu lange dauern“, sagt er. Die Mühle wäre das genaue Gegenteil gewesen und mit ihrem Charme das Objekt seiner Wahl: „Sie ist zum Zentrum gehörig. Wir hätten damit einen Ausgleich geschaffen für etwas, was in dieser Stadt verloren gegangen ist.“ 

Mit dem Rückzug Jehrings scheitert nach Aufgabe des letzten Futtermittelhandels 2015 der zweite Versuch der Wiederbelebung. Zuvor hatte sich ein Möbelhändler an dem Objekt verhoben.

Lesen Sie auch:

Café, Kochen und Co.: Neuer Pächter Rolf Jehring will Pohls Mühle beleben

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare