Empfangshalle des Bahnhofs soll saniert werden

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Die Empfangshalle des Bahnhofs Hamm soll saniert werden. Nach der Renovierung 1999 gab’s einen Architekturpreis.

Hamm - Die Deutsche Bahn plant eine Sanierung der Empfangshalle des Hammer Bahnhofs. Das Unternehmen bestätigte entsprechene Überlegungen, wollte sich zu Details aber nicht äußern.

Mit dem Bau der Halle wurde vor 100 Jahren begonnen, vor 17 Jahren wurde sie aufwändig renoviert. Zuletzt gab es aber immer wieder Klagen über nicht funktionierende Aufzüge und Türen. ´

Ein Quell des Ärgers für viele Reisende: Die häufig defekte Doppeltür am Haupteingang der Empfangshalle.

Die Abnutzungsschäden in der Empfangshalle sind nicht zu übersehen: Auf dem Boden bröckeln die Fliesen, von oben drohen die Tauben mit ihren Hinterlassenschaften. Die Doppeltür zum Bahnhofsvorplatz ist immer mal wieder defekt, die Aufzüge im Personentunnel auch. Der Zugang zu den Gleisen macht ohnehin einen tristen Eindruck: geflieste Wände, abblätternder Deckenputz und ungepflegte Schauvitrinen, in denen noch auf das Bundeswehrkrankenhaus hingewiesen wird. Es wurde vor neun Jahren geschlossen.

Ende 2013 hatte die Bahn erstmals Gedankenspiel über Veränderungen in Hamm bestätigt. Man denke über eine Bodensanierung nach, hieß es damals. Und über einen neuen Informationsschalter. Der steht heute mitten in der Halle. Dass der Einbau den Blick auf die neobarocke Architektur verstellt, wird die Bahn weniger stören als die Schlange der Wartenden, die bei Betriebsstörungen schnell den Haupteingang blockiert.

Was ist mit der Überwachungstechnik?

Ein Kapitel für sich ist die Überwachungstechnik: 2011 wurde die Installation der Kameras beschlossen. Ob sie in Betrieb sind, mag die Bahn bis heute nicht sagen. Die Bundespolizei hat zumindest keinen Zugriff auf die Bilder.

Was die Bahn für den Hammer Bahnhof jetzt plant, ist noch geheim. Man befinde sich in der Planungsphase und könne keine verbindlichen Aussagen treffen, sagte ein Bahn-Sprecher. Immerhin wurde der Stadtentwicklungsausschuss informiert. Den Tagesordnungspunkt schob man auf Wunsch der Bahn am Dienstag allerdings vom öffentlichen in den nichtöffentlichen Teil.

Erbaut von 1916 bis 1919

Grundsätzlich kann die Bahn durchaus stolz auf ihr Empfangsgebäude in Hamm sein: Von 1916 bis 1919 wurde es erbaut und 1999 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA) aufwändig renoviert. Damals entfernte man die Kunststoffelemente, mit denen die Hallenwände 1985 verkleidet worden waren. Zum Vorschein kamen aufwändige Stuckarbeiten, die durch ein eigenes Farbkonzept neu in Szene gesetzt wurden.

Heute sieht die Halle in etwa so aus, wie ihr Architekt, der Königliche Baurat Karl Hüter (1867-1920), sich das vorgestellt hatte. 2001 gab es dafür den Europa-Nostra-Architekturpreis.

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