Klagen von Anliegern und Besuchern

Rennen auf Sternstraße wirft Fragen auf: Gibt es eine Raserszene in Hamm?

+
Symbolbild

Hamm - Hat Hamm eine Raserszene oder nicht? Das illegale Autorennen in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag auf der Stern- und Nordstraße wirft Fragen auf.

„Wir haben keine Raserszene“, sagte Polizei-Pressesprecher Christopher Grauwinkel auf WA-Anfrage. Anhaltspunkte dafür gebe es aus polizeilicher Sicht nicht. Anlieger aus dem Martin-Luther-Viertel sehen das anders. Hinweisen zufolge soll sich auf dem Santa-Monica-Platz neben dem Toilettenhäuschen bei gutem Wetter eine motorisierte Klientel versammeln, die tagsüber „um den Block“ fährt und abends nach dem Ausschalten von Ampelanlagen Gas gibt. Von 20 bis 30 Personen ist die Rede. Anlieger und auch Besucher der umliegenden Gastronomie fühlten sich durch lauten Motorenlärm, Musik und Raserei belästigt.

„Bei uns sind dazu keine Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen“, sagte Grauwinkel. „Eine solche Ansammlung von Fahrzeugen würde aber sicher auffallen.“ Die Polizei habe die Innenstadt im Fokus, das betreffe auch illegale Autorennen. „Wir wollen hier keine Raserszene, wir wollen keine Unfälle, und wir wollen keine Personenschäden“, machte Grauwinkel deutlich.

PS-Protzer gibt's viele in Hamm

Demnach handelt es sich bei dem Vorfall vergangener Woche, an dem ein 20-jähriger BMW-Fahrer und ein 19-jähriger Mercedes-Fahrer beteiligt waren, um ein punktuelles Ereignis. Nach der neuen Gesetzgebung zu verbotenen Kraftfahrzeugrennen (Paragraph 315d StGB) vom vergangenen Jahr erwartet die beiden „Rennfahrer“ nun ein Strafverfahren.

Die jungen Männer waren einer Polizeistreife aufgefallen, die sich im Rahmen einer gezielten Verkehrsüberwachung in der Weststraße platziert hatte. Genau dort rauschten die Fahrzeuge vorbei, Einschätzungen zufolge hatten sie bereits in Höhe des Krankenhauses Tempo aufgenommen. Ende des Rennens war an der Ampel Nordstraße/Hafenstraße/Münsterstraße/Adenauerallee, wo die Polizei die Autos stoppte.

Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt

Eine Geschwindigkeit sei nicht gemessen worden, sagte Polizei-Pressesprecherin Julia Breitenstein, die bei dem Einsatz vor Ort war. Das sei für die Strafverfolgung nicht erforderlich, die Einschätzung der Beamten reiche. Darüber hinaus hat die Polizei einen Zeugen.

Drei weitere Zeugen, die die Sternstraße an der Fußgängerampel zwischen den Fußgängerzonen queren wollten, bittet die Polizei um Rückmeldung (Telefon 916-0). „Angesichts der beiden Raser sind sie noch einen Schritt zurückgetreten“, sagte Breitenstein.

Polizei stoppt illegales Autorennen in Dortmund

Wie viele ähnlich gelagerte Fälle es im vergangenen Jahr in Hamm gegeben hat und wie viele Autofahrer wegen illegaler Rennen zur Verantwortung gezogen worden sind, lasse sich nicht ohne Weiteres ermitteln, sagte Breitenstein. Vor der neuen Gesetzgebung seien diese lediglich als Ordnungswidrigkeiten im Verkehr erfasst worden.

NRW-weit ermittelte die Polizei 2017 laut Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste gegen 335 Raser im Zusammenhang mit illegalen Autorennen. 32 Mal kam es zu Unfällen, 35 Autofahrer erhielten Anzeigen auf Grundlage des neuen Paragrafen.

Unfall Ende März auf der Nordstraße. Die Polizei hat keine Hinweise auf einen Raserfall.

Keine Anhaltspunkte für ein Beschleunigungsduell gebe es im Übrigen bei dem schweren Unfall Ende März, bei dem ein 21-jähriger Autofahrer auf dem gleichen Abschnitt an der Ecke Ritterstraße schwer verletzt wurde, sagte Grauwinkel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.