Mit Fallen und Ködern gegen Schädlinge in Hamm-Westen

Ärger wegen Ratten: Anwohner der Roßbachstraße beklagen erhöhtes Aufkommen

Symbolbild einer Ratte
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Ratten - hier nur ein Beispielbild - gelten als Schädlinge und als Überträger von Krankheiten.

Vor vier Wochen haben Gisbert Schubert und Brigitte Haumersen an der Roßbachstraße im Hammer Westen begonnen, ein Rattenproblem zu dokumentieren. Mit Fallen und Ködern haben sie selbst versucht, der Situation Herr zu werden.

Auf 35 beziffert Schubert die Zahl der Tiere, die er bisher gefangen hat. Die Ursache vermutet er in einem Nachbarhaus. Auch Anwohner der Straßburger Straße beklagen regelmäßig Ratten in ihren Gärten. „Sie laufen über die Fensterbank“, sagt eine Anliegerin. Inzwischen interessiert sich das Ordnungsamt für den Fall.

Ein Berg von Unrat im Nachbargarten, Grillreste, die über Nacht zurückgelassen werden, überquellende Mülltonnen im Keller: Bei einem erhöhten Aufkommen der unliebsamen Nager handelt es sich in der Regel nicht um eine biblische Plage, sondern um ein von Menschen gemachtes Problem. Gisbert Schubert und Brigitte Haumersen glauben, die Ursachen ausfindig gemacht zu haben und die Wege der Tiere zu kennen. „Ich brauche die Fallen nur an der Grundstücksgrenze aufzustellen, und innerhalb kurzer Zeit sind sie voll“, sagt Schubert.

Gisbert Schubert legt Köder aus. 35 Ratten sind ihm in die Fallen gegangen. 

Dass das Thema noch längst nicht beendet ist, zeige ihm der regelmäßige Blick in die Köderfallen: Sie sind leer, und das heißt für ihn, dass die Tiere auf den nach Tagen tödlichen Köder angebissen haben. „Wir haben keine Vorstellung, wie groß die Population hier sein könnte“, sagt Schubert. „Dass aber immer wieder neue Tiere auftauchen, ist einerseits beunruhigend und andererseits natürlich eine Beeinträchtigung für die Anwohner.“

Müll und Wildwuchs

Geändert habe sich an der Situation im Nachbarhaus und auf dem anliegenden Gartengrundstück nichts. Der eine Teil ist bepflanzt, auf der anderen Seite dominiert Müll und Wildwuchs. Manchmal werde der Müll gar nicht zur Abfuhr herausgestellt, hat Schubert beobachtet. Säcke lägen dann offen im Keller.

Nachdem sich Brigitte Haumersen vor einem Monat zum ersten Mal bei der Stadt gemeldet hat, ist diese tätig geworden und hat den Eigentümer der Immobilie angeschrieben. Er habe sich daraufhin zurückgemeldet und angekündigt, selbst Köder auszulegen, so Stadtsprecher Tom Herberg. Auch ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes habe sich die Situation angesehen. Köderfallen allerdings hat Schubert auf dem von seinem Garten einsehbaren Gelände bisher nicht bemerkt.

Suche nach der Ursache

„Aus städtischer Sicht ist die Ursache bisher nicht eindeutig geklärt“, so Herberg. Sollte sich nichts ändern, werde es einen weiteren Ortstermin geben. Die Empfehlung, Müllquellen zu beseitigen und weitere Tonnen beim Betrieb für Abfallwirtschaft zu bestellen, könne dann zur Auflage gemacht werden. Möglicherweise müsse man auch den Lippeverband hinzuziehen, um die Kanalisation zu untersuchen. Aufgrund der geschilderten Situation sprach Herberg schon von einem „erhöhten Aufkommen“.

Rattenprobleme in der Stadt

Nicht vergleichbar sei die Situation mit der Wörthstraße, wo die Stadt im vergangenen Jahr mit breitem Aufgebot bei einer Rattenplage in einem vermüllten und überlegten Wohn- und Geschäftshaus tätig geworden war. Die Eigentümer waren hier nicht mehr Herr der Lage gewesen.

Rattenprobleme zeigen sich immer wieder in Hamm. Die Stadt bekämpfte die Schädlinge zum Beispiel im vergangenen Jahr in Herringen. Im Ortszentrum waren die Nager im Umfeld der Dortmunder Straße vermehrt aufgetaucht. Aber auch an andere Stellen in der Stadt mussten die Schädlingsbekämpfer ausrücken.

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