Kopfschütteln an der Ecke Ostenallee/Fährstraße

Blumen-Elefant am Hammer Kurpark "massakriert"

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Stadtsprecher Tobias Köbberling, Sonja Ewert vom Grünflächenamt und Gärtnermeister Harald Kientopf (von links) begutachteten gestern den ramponierten Blumen-Elefanten.

Hamm - Die Frisur zerstört, das Hinterteil blank und der Rücken plattgetreten – der Blumen-Elefant an der Kreuzung Ostenallee/Fährstraße wurde in der Nacht zum Sonntag übel zugerichtet.

Pfleger Harald Kientopf sieht kaum Heilungschancen. „So etwas ist in den 15 Jahren, die der Elefant hier steht, noch nicht vorgekommen“, sagt der Gärtnermeister, der mit seinem Team für die Pflege der Blumen-Elefanten und Staudenbeete im Stadtgebiet verantwortlich ist. 

Dem Blumentier wurden auch die „Haare“ vom Kopf gerissen.

Kopfschüttelnd steht er mit Sonja Ewert vom Grünflächenamt und Stadtsprecher Tobias Köbberling vor abgerissenen Blütenköpfen und zerbröselten Erdklumpen. Ein Reitversuch muss es wohl gewesen sein. Der oder die Täter suchten den nächtlichen Kick und erklommen den breiten Rücken des Elefanten. Dass sie dabei sämtliche Eisbegonien abtreten würden, weil sie auf dem engen Gitter keinen Halt fanden, war ihnen gänzlich egal.

Elefant wurde in der Nacht zum Sonntag übel zugerichtet

Dem Blumentier wurden auch die „Haare“ vom Kopf gerissen.

Gesehen hat den Vorfall niemand, trotz der exponierten Lage des blühenden Kunstobjektes. „Das ist wirklich frustrierend, weil die Kollegen da so viel Arbeit reinstecken“, sagt Sonja Ewert. Um die etwa 2500 Blümchen in Position zu bringen, brauchen die Gärtner gut zwei Tage. „Wir können nur hoffen, dass sich zumindest ein paar Pflanzen erholen“, sagt Harald Kientopf, der den Elefanten seit seiner Aufstellung 2001 betreut. 

Neu bepflanzen sei nicht möglich, da die Eisbegonien für das Kunstwerk in besonders kleinen Töpfen herangezogen werden müssten, damit sie durch die feinen Maschen des Gitters passen – und dafür ist nun die falsche Jahreszeit. Auch das „Ersatzpflanzenlager“, das zum Flicken kleinerer Schäden auf dem Elefantenrücken angelegt war, ist vollständig zertrampelt worden.

Niemand hat den Vorfall gesehen

„Das muss jetzt wohl einfach so bleiben, bis das Moos und die Weihnachtsmütze drauf kommen“, sagt der Gärtnermeister achselzuckend. Also bis Ende November. „Das ist wirklich schade, weil der Elefant immer ein beliebtes Fotomotiv ist“, sagt auch Tobias Köbberling. „Besonders die Frisur kam gut bei den Besuchern an.“ 

Aber auch die haben die Vandalen zerstört. Für die Gärtner sei es bisher ein recht frustreiches Jahr gewesen: Erst machten sich Schnecken über die frisch gepflanzten Blümchen her, dann hungrige Kaninchen und zuletzt siedelten sich auch noch Wühlmäuse in den Beeten an. Der zerrupfte Elefant ist nun hoffentlich das letzte Ärgernis.

Laila Weiland

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