Prozess am Landgericht Dortmund

24-Jähriger pöbelte über Monate im Hammer Bahnhof

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Der Angeklagte war häufig im Bahnhof „aktiv“.

Hamm/Dortmund - Monatelang trieb sich ein 24-jähriger Mann im Hammer Bahnhof herum, pöbelte aggressiv gegenüber Polizisten und Bahnangestellten, die ihn aus dem Gebäude verweisen wollten. Damit wird jetzt wohl Schluss sein.

Wegen einer Serie von unterschiedlichen Straftaten steht der 24-jähriger Hammer jetzt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft am Dortmunder Landgericht geht jedoch davon aus, dass der wohnungslose Mann wegen einer seelischen Erkrankung nicht für die diversen Diebstähle, Beleidigungen und Körperverletzungen strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann. Wegen seiner schweren Psychose bestehe jedoch Wiederholungsgefahr, und zum Schutz der Allgemeinheit müsse er daher in eine geschlossene forensische Klinik untergebracht werden.

Der von seiner Krankheit sichtlich gezeichnete junge Mann nahm aufgeregt und sich immer wieder bekreuzigend auf der Anklagebank Platz. „Ich bereue meine Taten und möchte sie gerne in der Kirche beichten“, ließ der berufslose Mann die Richter der 36. Strafkammer unter Vorsitz von Helmut Hackmann wissen. Mit fahrigen Gesten und monotoner Stimme bestätigte der Hammer die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Bekanntes Gesicht in den Geschäften

Monatelang trieb er sich danach trotz Hausverbots immer wieder im Hammer Hauptbahnhof herum, pöbelte aggressiv gegenüber Polizisten und Bahnangestellten, die ihn aus dem Gebäude verweisen wollten. Auch in den Geschäften in der Innenstadt war er ein bekanntes Gesicht für die Ladendetektive, klaute oftmals gleich dutzende Packungen Shampoo oder Duschgel. Wenn er erwischt wurde, reagierte er aggressiv, schlug einem Detektiven sogar einmal die geballte Faust ins Gesicht. „Da ist mir die Hand ausgerutscht, das tut mir so leid“, ließ der sichtlich zerknirschte Mann das Gericht wissen.

Nach bisherigen Erkenntnissen leidet der schwerkranke Mann an psychischen Erkrankungen als Folge massiven Drogenkonsums. Nach einigen Wochen in der Untersuchungshaft wurde er daher zur Behandlung und besseren Betreuung in eine geschlossene Klinik verlegt. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll dem Gericht bei Beantwortung der Frage helfen, ob er hier dauerhaft untergebracht werden muss.

 

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