Nach 20 Jahren

Mr. Mathe hört auf: Florian Rösner gibt eine seiner Funktionen ab

Florian Rösner (links) nimmt nach über 20 Jahren Abschied als Organisator der Mathe-Olympiade und übergibt an Nachfolger Cristian Nyisztor (rechts).
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Florian Rösner (links) nimmt nach über 20 Jahren Abschied als Organisator der Mathe-Olympiade und übergibt an Nachfolger Cristian Nyisztor (rechts).

Florian Rösner hört nach 20 Jahren als Regionalkoordinator der Mathe-Olympiade NRW auf.

Hamm – Die einen lieben es, für andere ist es der reinste Horror. Florian Rösner gehört zweifelsfrei zur ersten Gruppe: 20 Jahre war der Leiter des Märkischen Gymnasiums Regionalkoordinator Hamm des Landesverbands Mathematik-Wettbewerbe NRW. 2020 war es ihm gelungen, den Landeswettbewerb der 59. Mathe-Olympiade mit 365 Mathe-Cracks aus ganz NRW nach Hamm zu holen.

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Mathe-Olympiade: Neuer Koordinator in Hamm will an Erfolge anknüpfen

Jetzt gibt er den Staffelstab weiter: Cristian Nyisztor, in jungen Jahren selbst Teilnehmer der – rumänischen – Mathe-Olympiade und seit 2010 als Lehrer am MGH tätig, ist neuer Regionalkoordinator. Er selbst sieht den Wettbewerb, dessen neue Runde an diesem Freitag mit den schulinternen Ausscheidungen startet, als Lückenschluss zwischen Schule und Studium. Er hofft, als neuer Regionalkoordinator an vergangene Erfolge anknüpfen zu können.

Und die gab es unter Rösners Leitung. In seinem ersten Jahr in dieser Funktion nahmen drei Hammer Schulen und 94 Schüler an dem Wettbewerb teil. 2013/14, dem bisherigen Höhepunkt, waren es neun Schulen und 333 Schüler, in seinem letzten Jahr als Regionalkoordinator neun Schulen und 173 Teilnehmer. „Insgesamt waren es in all den Jahren 4171 Schüler“, so Rösner, der neben Mathematik auch katholische Religion studiert hat.

Einige Erfolge: Rösner bringt 4171 Schüler aus Hamm zur Mathe-Olympiade

Insgesamt 91 Hammer hätten an einer Landesrunde teilgenommen und auch dort erfolgreich abgeschnitten, wie vier 1. Plätze, elf 2. Plätze und 13 3. Plätze belegen. „Alexander Thiem vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat unsere Stadt sogar dreimal auf der Bundesebene vertreten“, freut sich Rösner.

Der hat in den vergangenen Jahren alles dafür getan, dass „sein“ Fach weg kommt von seinem angestaubten Image, das es bei vielen Schülern genießt.

Mathematik sei spannend, findet Rösner. Bei der Landesrunde 1999/2000 in Siegen sei er zum ersten Mal als Korrektor dabei gewesen. Bereits ein Jahr später habe er dann mit Schülern des Friedrich-List-Berufskollegs erstmals selbst an einer Landesrunde teilgenommen. Zusammen mit Helge Behrens und Manfred Wortmann habe er 2006 in Hamm die „Tage der Mathematik“ eingeführt und 2012 den „Mathe-Zirkel“ gegründet.

Und das alles nicht nur mit dem Ziel, die Freude an der Mathematik zu stärken und Talente zu fördern. „Wir möchten Schüler vor allem dazu motivieren, durchzuhalten.“

61. Mathe-Olympiade beginnt Freitag

Denn auch das habe er in seiner Zeit als Lehrer feststellen müssen: Bei vielen sorge das Fach Mathe auf der Suche nach dem richtigen Lösungsweg für Frust. „Wir müssen den Schülern einfach mehr zutrauen“, so Rösner. Unabhängig vom Elternhaus gebe es in Hamm noch so manches unentdecktes Talent. Und genau hier setzten Wettbewerbe wie die Mathe-Olympiade an. Sein Nachfolger bestätigt das: Im Vergleich hätten Hammer Schüler in den letzten Jahren zum Beispiel besser abgeschnitten als Teilnehmer aus Münster.

Mathe-Olympiade 2021/22 in Hamm

Ab Freitag, 17. September, ist wieder Mathe-Zeit in Hamm. Interessierte Schüler aller Hammer Gymnasien, der Freien Waldorfschule, der Sophie-Scholl-Gesamtschule, der Friedensschule und des Landschulheims Schloss Heessen werden wieder kniffelige Mathematikaufgaben bekommen. Die besten qualifizieren sich dann für die Regionalrunde – im vorigen Jahr war es die Hälfte der 173 Teilnehmer – im November. Stand heute findet sie am Galilei-Gymnasium statt. Die fünf Besten haben voraussichtlich die Chance, sodann an der Landesrunde am 26. Februar 2022 in Bielefeld teilzunehmen und sich für die Bundesrunde zu qualifizieren – so wie zuletzt dreimal hintereinander Alexander Thiem (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium).

Ganz zurückziehen wird sich Rösner nicht. Er hofft, demnächst an seiner Schule zumindest stundenweise wieder Mathematik unterrichten zu können, was aufgrund der vielfältigen Aufgaben als Schulleiter aktuell nicht möglich sei. Und auch Einrichtungen wie den Mathe-Zirkel als Talentförderung werde er sicher weiter besuchen. Besonders gespannt ist er aber darauf, wie die Hammer bei der 61. Mathe-Olympiade abschneiden. Zu einigen früheren Teilnehmern, die mittlerweile unter anderem als Informatiker tätig sind, habe er bis heute Kontakt. Und das solle auch so bleiben, auch wenn er seine Funktion abgibt.

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