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Nur weil der Hund bellt: Mann in Hamm nachts nackt von der Polizei überrascht - in der eigenen Wohnung

Manchmal bellen Hunde laut: Weil das Verhalten von Diensthündin „Amy“ der Polizei komisch vorkam, erlebte Halter Thomas Niemann eine nächtliche Überraschung.
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Manchmal bellen Hunde laut: Weil das Verhalten von Diensthündin „Amy“ der Polizei komisch vorkam, erlebte Halter Thomas Niemann eine nächtliche Überraschung.

Ein Mann in Hamm ist um Mitternacht von der Polizei überrascht worden - in seiner eigenen Wohnung. Dabei war er splitternackt. Der Grund für die unerfreuliche Begegnung ist kurios.

Hamm – Götz George alias Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski fand sich 1984 in dem Tatort „Zweierlei Blut“ nackt im Mittelkreis des alten Duisburger Wedaustadions wieder. Ob Thomas Niemann diese Szene gegenwärtig war, als ihn Polizisten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Küche seiner Dienstwohnung im Jahnstadion aufsuchten und ihn im Adamskostüm antrafen, darf bezweifelt werden. Dass sich Niemann wie im falschen Film fühlte, aber nicht.

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Diensthund „Amy“ ist nachts im Jahnstadion unterwegs

Niemann ist Mitarbeiter der Stadt Hamm, Stadionwart und bewohnt mit seiner Frau den Bungalow auf dem Gelände. Mit dabei ist Diensthündin „Amy“, die auch als solche bei der Stadt angemeldet ist. Sie kann sich abends und nachts nach Ende des Sportbetriebs auf dem umzäunten und verschlossenen Stadiongelände bewegen. So auch am späten Dienstagabend.

Weil das Tier gebellt habe, sei es einer Polizeistreife aufgefallen, die gegen 23.25 Uhr im Bereich der Reha Bad Hamm, des Stadions und des Maximare unterwegs gewesen sei, sagt Polizeisprecher Hendrik Heine. Für die Beamten habe sich das Tier auffällig verhalten und über längere Zeit nicht aufgehört zu bellen. Weil es keinem Halter zugeordnet werden konnte und man offensichtlich nichts von einem Stadionwart wusste, habe man das Tierasyl zu Hilfe gerufen.

Zweiter Streifenwagen rückt mit Schlüssel an

Über einen weiteren Streifenwagen habe man dann den Schlüssel für eines der Außentore angefordert. Dieser sei bei der Polizei hinterlegt wie für andere öffentliche Einrichtungen auch, werde aber auch von einer Sportgruppe der Polizei genutzt.

Unterdessen habe sich das Tier in Richtung Bungalow begeben, und dorthin seien ihm die Kollegen nach Betreten des Geländes gefolgt. Insgesamt waren jetzt fünf Beamte und zwei Kräfte des Tierasyls vor Ort.

So weit, so gut. Von dem, was nun um kurz vor Mitternacht geschah, gibt es unterschiedliche Versionen.

„Ich bin wach geworden, weil der Hund laut gebellt hat“, sagt Thomas Niemann. Daraufhin sei er aus dem Schlafzimmer – unbekleidet – in die Küche gegangen, um nachzusehen. Über die Küche und den angrenzenden Wintergarten geht es in den Garten, der zum Haus gehört.

Nackt in der Küche - und von der Polizei überrascht

Und dann? „Licht aus! Womm! Spot an! Ja!“, hieß es früher in einer beliebten Musiksendung. „Ich stehe also nackt in der Küche, als eine Taschenlampe auf mich gerichtet wird“, erinnert sich Niemann. „Polizei!“, habe man ihm in harschem Ton zu verstehen gegeben. Auf die Frage, was die Beamten hier machten, habe man ihm geantwortet: „Ihr Hund bellt.“

Jetzt angekleidet: Hier stand Niemann in der Nacht.

Nächtlicher Einsatz: Zwei Versionen der Geschichte

Niemann habe sich angekleidet und den Polizisten erklärt, dass es sich um einen Diensthund handele. „Ich stand da wie doof“, sagt der Stadionwart angesichts der Fragen und dem Auftritt der Beamten, denen er sich ausgesetzt gesehen habe. „Die Polizisten standen in meinem Wintergarten in der offenen Küchentür“, so Niemann. Das ist ihm wichtig, denn die Polizei schildert das Geschehen etwas anders.

Man habe an die Scheibe des Wintergartens geklopft und sich mehrfach als Polizei zu erkennen gegeben – ohne Reaktion. Den Wintergarten hätten die Kollegen nicht betreten, so Pressesprecher Hendrik Heine, sondern seien an der Tür stehen geblieben. Erst jetzt sei der Bewohner aufgetaucht.

Polizei: „Wir wollten ja niemanden erschrecken“

Heine erklärte, den Kollegen sei es im ersten Schritt um das Wohl des Tieres gegangen, das man nicht habe zuordnen können. Als dann am Haus zunächst niemand auf die Rufe reagiert habe, habe sich die nächste Frage gestellt: Ist hier vielleicht irgendetwas passiert? „Wir wollten ja niemanden erschrecken. Und wir wollten auch dem Hundehalter nichts“, so Heine.

Thomas Niemann wundert sich noch immer. „Für mich ist das alles sehr verwirrend: Nachts mit einem Großaufgebot Polizei direkt ohne Anmeldung in die Wohnung – weil der Hund bellt“, sagt er. Von Tierwohl sei bei dem Einsatz im Übrigen nicht die Rede gewesen.

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