Kultige Partykeller in Hamm

Selbstgebrauter aus dem Garten: „Susi“ und „Ari“ wissen, wie man feiert

Wein und Aufgesetzter: Susanne und Aribert Jüpner mögen ihren Partykeller und bewirten dort gern ihre Freunde.
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Wein und Aufgesetzter: Susanne und Aribert Jüpner mögen ihren Partykeller und bewirten dort gern ihre Freunde.

Wir haben die kultigsten Partykeller gesucht und gefunden. In unserer Serie stellen wir die Bars im Untergeschoss und die Leute, die sie mit Leben füllen, vor. Dieses Mal waren wir bei „Susi“ und „Ari“ in Heessen.

Hamm – Eine schmale, steile Treppe mit einem dicken Seil als Geländerersatz führt in den Partykeller von Aribert und Susanne Jüpner in Heessen. Die gesamte Einrichtung des Partykellers, der aus insgesamt zwei Räumen besteht, hat sich in den letzten Jahren, laut dem Paar, kaum verändert. In der Ecke des Raumes, in dem auch die Bar vorzufinden ist, steht eine alte Stereoanlage, umringt von CD-Bergen. Alte Boxen hängen von den niedrigen Decken herab und auch das Mobiliar erinnert an die Hochzeit der Partykeller in den 1970er und 1980er Jahren.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,3 km²
Einwohner178.967 (31. Dez. 2020)

Partykeller mit Wohlfühlcharakter: Notfalls lässt es sich in der Kellerbar sogar wohnen

Susanne und Aribert Jüpner besitzen den Partykeller nun seit rund 20 Jahren. „Damals haben wir erst in einer Mietwohnung zusammen gewohnt. Wir haben uns dann aber nach einem Haus umgesehen und sind hier fündig geworden“, erinnert sich Susanne Jüpner. Zwar sei die Lage das entscheidende für die Wahl des Hauses gewesen, der eigene Partykeller ist allerdings ein besonderes Highlight. „Oben in unserer Wohnung haben wir nicht immer so viel Platz, da weichen wir ganz gerne mal in den Keller aus, grade, wenn wir Besuch haben“, erzählt Susanne Jüpner und ergänzt mit einem Lachen: „Als wir die Wohnung oben einmal komplett renoviert haben, haben wir hier unten sogar eine Zeit lang gewohnt.“

Dass das möglich ist, zeigt ein Blick in den zweiten Raum, der ebenfalls leicht aus der Zeit gefallen wirkt. Ein Kühlschrank mit Küchenzeile stehen hier direkt neben einer kleinen Einbausauna, die derzeit allerdings nicht in Benutzung ist. Ebenfalls findet sich ein eigenes kleines Bad neben dem Partykeller, das von den Gästen genutzt werden kann.

In den nun 20 Jahren feierte Familie Jüpner in diesem Keller bereits einige berauschende Feste. Das Highlight, so Aribert Jüpner, war damals der Überraschungspolterabend, der hier gefeiert wurde. „Wir waren an dem Abend noch mit aufräumen oben beschäftigt und hatten unsere alten Putzsachen an“, erinnert er sich und seine Frau ergänzt: „Um 19 Uhr klingelte es auf einmal an der Tür und rund 20 Personen standen da und wollten mit uns feiern. Alles hatten sie mitgebracht, gefeiert haben wir dann bis 4 Uhr morgens.“

Ein Partykeller für viele Veranstaltungen: Auch Oktoberfeste wurden gefeiert

Aber auch ansonsten fanden sich genügend Anlässe, um im Partykeller mit Familie und Freunden zu verweilen. Von Geburtstagen, Weihnachtsfeiern bis hin zu Oktoberfesten wurden hier bereits einige Partys veranstaltet. Die Oktoberfeste liefen auch in den klassischen Kostümierungen mit Lederhose und Dirndl ab.

Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner

Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner
Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner
Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner
Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner
Hamms kultige Partykeller - hier: Susanne und Aribert Jüpner

Doch obwohl gerade Aribert Jüpner ein Faible für den Freistaat besitzt, wird in dem Partykeller relativ wenig Bier getrunken. Sie halten es lieber mit Wein und selbst hergestelltem Schnaps, der aus Wodka und den Früchten, die im heimischen Garten wachsen, hergestellt wird. So finden sich im Partykeller verschiedene, selbst angefertigte Schnäpse und einige erlesene Weine aus besonderen Jahrgängen, vorwiegend aus der Toskana oder aus Südafrika. „Wein ist Philosophie“, so Aribert, der lange Zeit auch als Weinverkäufer gearbeitet hat und sich gerade deswegen bei Weinen besonders gut auskennt.

Die Serie

Kein Haus ohne Partykeller: Früher gehörte die Theke im Untergeschoss einfach dazu. Man traf sich zum Kartenspielen, bei runden Geburtstagen oder zur Nachbarschaftsfeier, hier tratschten Frauenkegelclubs genauso wie die Jungs aus dem Fußballverein. Oft kamen die Gäste im Dunkeln an und kehrten erst heim, als es draußen wieder hell wurde. Und heute? Ja, es gibt sie noch, die kultigen Keller. Wir stellen die Bars im Untergeschoss und die Leute, die sie mit Leben füllen, vor. Nach Jörg Neusüß in Rhynern waren wir im Westen bei Oliver Bruch zu Gast. Es folgte „der Tanz an der Stange“ bei den Hombergs und nun der Besuch bei den Jüpners.

In dem kleinen Regal hinter der Theke stehen, neben Wein- und Biergläsern, unterschiedlichste Schnapsgläser. „Wir haben an jedem Ort, den wir besuchten, ein Schnapsglas gekauft“, erzählt Aribert. „Es sind unsere ganz besonderen Andenken, an die einzelnen Orte.“

Derzeit werde der Keller allerdings – aufgrund der Corona-Pandemie – seltener genutzt. „Natürlich sind wir vorsichtiger geworden und haben uns auch etwas zurückgezogen“, berichtet Susanne Jüpner. „Durch all die Zeit, in der man sich nicht gesehen hat, entfernt man sich doch ein bisschen voneinander.“ Doch schon bald wollen sie wieder anfangen, sich mit ihren Freunden, die ebenfalls alle einen eigenen Partykeller besitzen, zu treffen. Dabei werden natürlich die 3G-Regeln beachtet. „Wer denen nicht folgt, der kommt hier nicht rein“, sagt Aribert und lacht.

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