Prozess

Kokain für 300.000 Euro verkauft: Mann aus Hamm Teil einer libanesischen Drogen-Bande?

Zu Prozessbeginn haben sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.
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Zu Prozessbeginn haben sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Bei einer Razzia gegen einen libanesischen Clan wurden im März 2019 auch zwei Brüder aus Hamm und Lünen festgenommen. Die jungen Männer sollen zu einer Bande von Drogenhändlern gehört haben, die Rauschgift im Wert von fast 300.000 Euro verkaufte. Seit Freitag stehen sie in Dortmund vor Gericht.

Dortmund/ Hamm – Dass vor allem die illegalen Geschäfte mit Kokain in Dortmund und Umgebung fest in den Händen libanesischer Großfamilien liegen, ist seit Jahren kein Geheimnis. Regelmäßig führt das Landgericht Prozesse gegen mutmaßliche Dealer. Der jetzige reiht sich nahtlos in eine lange Liste ein.

Die beiden Brüder sollen bis zu ihrer Festnahme in Lünen und Hamm gewohnt haben. „Beruflich“ war aber offenbar die Stadt Dortmund ihr Haupteinsatzgebiet. Laut Anklage sollen sie über einen längeren Zeitraum fest in die Rauschgiftgeschäfte der Bande involviert worden sein. Ihre Aufgabe war es angeblich, die aus den Niederlanden angelieferten Kokainmengen zu portionieren und anschließend an die Weiterverkäufer zu übergeben.

Wochenlange Überwachung der Bandenmitglieder

Nach einer wochenlangen Überwachung der Telefone mehrerer mutmaßlicher Bandenmitglieder schlug die Polizei am Morgen des 7. März 2019 zu. An mehreren Häusern und Wohnungen fuhren Streifenwagen vor, und die Beamten vollstreckten die bereits im Vorfeld erwirkten Haftbefehle.

Einer der jetzt angeklagten Brüder soll dabei noch einen Fluchtversuch unternommen haben. „Dies konnten die Einsatzkräfte jedoch unterbinden“, teilte die Polizei damals mit. Ein Beamter soll von dem mutmaßlichen Dealer jedoch leicht verletzt worden sein.

Zeuge wenig kooperativ: „Ich habe überhaupt nichts zu sagen“

Zu Prozessbeginn haben sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Und auch die geplante Vernehmung eines Zeugen gestaltete sich für die Richter anschließend schwierig. Weil der Mann derzeit selbst wegen Drogen-Vorwürfen im Gefängnis sitzt und deshalb gefesselt von einem Wachtmeister in den Saal geführt wurde, steht ihm das Recht zu, die Zeugenaussage zu verweigern.

Und das tat der 42-Jährige dann auch – und zwar lautstark. „Ich habe überhaupt nichts zu sagen“, donnerte er durch den Saal und behauptete beim Anblick der beiden Angeklagten sogar: „Ich kenne die Typen überhaupt nicht.“

Den Richtern wird daher jetzt wohl nichts anderes übrig bleiben, als die umfangreichen Mitschnitte der Telefonüberwachung niederschreiben zu lassen und zu verlesen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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