Täter noch auf der Flucht

Klein, aber entschlossen: Hund Lenny jagt nächtliche Einbrecher aus dem Haus

Hund Lenny hat in der Nacht zu Donnerstag zwei Einbrecher aus „seinem“ Haus in der Straße Zum Sachsenhof im Hammer Norden vertrieben.
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Hund Lenny hat zwei Einbrecher aus „seinem“ Haus in der Straße Zum Sachsenhof im Hammer Norden vertrieben.

Erst ein Jahr alt und schon Verbrecherjäger: Hund Lenny hat in der Nacht zu Donnerstag zwei Einbrecher aus „seinem“ Haus in der Straße Zum Sachsenhof im Hammer Norden vertrieben.

Hamm-Norden – Wirklich furchteinflößend sieht der etwa 20 Zentimeter große, braune Russkiy-Toy-Terrier eigentlich nicht aus. Mit großen Augen schaut er zu Herrchen Marc Pape auf und wartet auf das nächste Leckerchen. Davon hat er am Donnerstagabend so einige bekommen. Verdient hat er sie nach der aufregenden vergangenen Nacht.

„Um kurz nach halb drei hat Lenny uns geweckt, er hat bei uns im Schlafzimmer geschlafen. Er hat geknurrt und gebellt. Ich dachte, der muss mal raus, dass er sich deswegen meldet. Dann habe ich die Schlafzimmertür aufgemacht. Und Lenny rannte direkt los. Normalerweise ist er eher so der Gemächliche. Beim Runtergehen ist mir dann aufgefallen, dass die Haustüre offen stand. Ich bin dann bis zum Bürgersteig gegangen und habe noch zwei Gestalten wegrennen sehen. Aber barfuß die Verfolgung aufnehmen wollte ich nicht, da habe ich doch lieber die Polizei gerufen“, berichtet der 46-Jährige. Die war kurze Zeit später auch da, konnte die Einbrecher aber nicht mehr ausfindig machen.

Hund Lenny macht mit Bellen auf die Einbrecher aufmerksam

Die Unbekannten hatten die Haustür gewaltsam aufgehebelt und einen Beamer, der im Hausflur stand, mitgenommen. Zu mehr kamen sie nicht – dank der tierischen Alarmanlage.

„Das ist wirklich ärgerlich. Wir hatten uns den Beamer von einem Freund geliehen, weil wir am Wochenende mit den Kindern einen Filmabend machen wollten“, sagt Pape enttäuscht. Ob die Versicherung für das Gerät aufkommen werde, sei noch unklar. „Bisher stellen sie sich quer.“

Russky-Toy-Terrier Lenny sieht mit seinen knapp 40 Zentimetern zwar nicht furchteinflößend aus, Einbrecher verscheuchen, kann er aber trotzdem.

Angst, dass die Einbrecher wiederkommen könnten, hat der Familienvater nicht. „Durch die Haustür kommt keiner mehr durch“, sagt er und deutet auf die dicke Stahlstrebe, die die kaputte Tür vorübergehend von innen verriegelt. Auch die Seitentür sei gut gesichert, sagt er.

Kinder bekommen von nächtlichem Einbruch nichts mit

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Familie Glück im Unglück hatte. „Letztes Jahr im Oktober hatten wir eine Verpuffung. Alles war voller Rauch. Das war ein riesiger Feuerwehreinsatz. Es hat lange gedauert, bis unsere Tochter wieder ruhig schlafen konnte“, erzählt der Vater. Um so größer ist die Erleichterung, dass die Sechsjährige und ihr großer Bruder (16) nichts von dem nächtlichen Treiben in der unteren Etage mitbekommen haben.

Statt eines Filmabends stehen an diesem Wochenende nun wohl ausgiebige Kuschelstunden mit dem kleinen Helden an. Der Platz an der Schlafzimmertür ist Lenny auf jeden Fall ab jetzt gesichert.

Tierische Helfer stoppen Einbrecher

22 Einbrüche und versuchte Einbrüche wurden der Polizei bis Ende Oktober dieses Jahres in Heessen gemeldet. Das sind in etwa so viele wie im vergangenen Jahr, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Dass Einbrecher von Haustieren gestoppt werden, kommt immer mal wieder vor. Zuletzt hatte ein Hund im Februar 2019 in Bockum-Hövel durch sein Bellen die Einbrecher in die Flucht getrieben.

Ein bisschen schlauer waren Einbrecher Anfang 2016 in Uentrop. Damit der Hund sie nicht verraten und sie in Ruhe arbeiten konnten, lenkten sie ihn mit Wurst ab.

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