Ein Hochzeitsgast ist gestorben

Hochzeiten als Haupt-Auslöser der zweiten Corona-Welle in Hamm - dennoch bleibt vieles unklar

Etwa ein Drittel der Infektionen mit dem Coronavirus in der zweiten Welle in Hamm sind auf die Hochzeitsfeierlichkeiten Anfang September zurückzuführen. Doch bei vielen Infizierten ist unklar, wo sie sich angesteckt haben.

Hamm – Etwa 900 Menschen haben sich zwischen dem 4. September und Mitte Oktober mit dem Coronavirus infiziert. Am 4. September war der berüchtigte Henna-Abend in Hamm, nachdem die Corona-Zahlen in die Höhe schossen. 300 dieser Neuinfektionen sind auf diese oder die beiden anderen Hochzeiten zurückzuführen, sagte ein Stadtsprecher unserer Redaktion.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,43 km2
Einwohner179.916 (Dezember 2019)

Corona in Hamm nimmt wegen Großhochzeit Fahrt auf: Mindestens 500 Gäste bei Feiern

Bei der Großhochzeit selbst waren nach Erkenntnissen der Stadt mindestens 500 Menschen anwesend. „Wie viele es ganz genau waren, können wir immer noch nicht sagen“, sagte der Sprecher. 100 der Gäste aus Hamm steckten sich direkt vor Ort an. Sie infizierten 200 weitere Menschen – einen Teil als Angehörige, weitere in der dritten oder vierten Infektionsgeneration. Eine der Frauen, die bei dem Henna-Abend war, ist inzwischen gestorben. Sie hinterlässt einen Mann und zwei Kinder.

Unter den fast 590 anderen Menschen aus Hamm, die zwischen Anfang September und Mitte Oktober an Corona erkrankten, sind auch Reiserückkehrer: Etwa 55 Menschen haben sich im Urlaub infiziert. Wie viele sie wiederum ansteckten, konnte der Sprecher nicht sagen. Corona-Infektionsketten nachzuvollziehen, ist grundsätzlich ein Problem - nicht nur in Hamm. Im Zuge unklarer Infektionsketten steigen die Corona-Fallzahlen in NRW - weshalb jüngst neue Maßnahmen auf den Weg gebracht wurden.

Corona in Hamm nimmt wegen Großhochzeit Fahrt auf: „Die Zahl der Infektionsquellen steigt“

Unter den übrigen Fällen der 590 ab September infizierten Personen in Hamm sind viele Menschen, die sich beispielsweise im Familienkreis ansteckten, bei einem Arbeitgeber oder andernorts. Inzwischen gilt das gesamte Ruhrgebiet als Hotspot. „Die Zahl der Infektionsquellen steigt“, sagt der Stadtsprecher.

Wo haben sich die Hammer angesteckt? Vielfach bleibt das unklar.

Neben der Großhochzeit gibt es immer wieder Infektionsketten, die die Stadt Hamm gar nicht nachvollziehen kann. Aus Sicht der Verwaltung ist derzeit völlig offen, wie die Entwicklung weitergeht. Es gibt keine Erkenntnisse dazu, wie viele Menschen jeder Infizierte ansteckt. „Es gibt Menschen, die sehr viele andere anstecken – und andere, bei denen sich niemand infiziert“, sagt der Sprecher. Dies hänge stark vom Verhalten jedes Einzelnen ab, zudem sind unterschiedliche Corona-Patienten unterschiedlich infektiös.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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