Für mehr E-Autos

CDU will Ausbau von Ladestationen in Herringen forcieren

Neue Ladestation für E-Autos auf dem Herringer Marktplatz
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Peter Scholz (von links), Rolf Schmersträter und  Emine Ayyildiz freuen sich über die neue Ladestation auf dem Herringer Marktplatz.

In Herringen gibt es mittlerweile drei Ladestationen für E-Autos. Doch das reicht nicht.

Herringen – Für die Vertreter der CDU Herringen ist es der erste Schritt „in die richtige Richtung“: An zentraler Stelle im Stadtbezirk Herringen, auf dem Marktplatz, haben die Stadtwerke Hamm jetzt eine Ladesäule für Autos mit Elektroantrieb errichtet. Vor Ort stellten Ratsherr Peter Scholz, Fraktionsvorsitzender Rolf Schmersträter sowie Bezirksvertreterin Emine Ayyildiz jedoch klar, dass das Netz weiter ausgebaut werden muss, um die E-Mobilität alltagstauglich zu machen.

Dazu hatte die CDU bereits in der abgelaufenen Legislaturperiode einen Antrag gestellt und die Errichtung weiterer E-Ladestationen im Bezirk zum Thema im Wahlkampf gemacht. Und auch in der rot-grünen Koalitionsvereinbarung nimmt das Thema „Mobilitätswende“ einen breiten Raum ein. Neben dem Umstieg auf Busse und Fahrräder spielt dabei auch der vermehrte Einsatz von E-Autos eine Rolle.

Knapp 60 Ladestationen in Hamm

In Deutschland gibt es – Stand März 2021 – rund 37 650 Ladesäulen für E-Autos. Bis 2030 soll ihre Zahl auf rund eine Million anwachsen. In NRW gibt es aktuell rund 6 700 Ladesäulen, in Hamm knapp 60. Etwa 35 Ladepunkte werden von den Stadtwerken betrieben, der Rest von anderen Anbietern. In Herringen gibt es aktuell drei Standorte – neben dem Marktplatz auch bei Jahns und am Mercedes-Autohaus Senger.

Um deren Anteil zu erhöhen, ist aus Sicht der CDU jedoch eine entsprechend hohe Anzahl an Ladestationen erforderlich, vor allem an strategisch günstig gelegenen Orten, darunter Supermärkte, Hotels, Restaurants, Arztpraxen und kommunale Einrichtungen wie etwa Schwimmbäder. „Also dort, wo sich Menschen länger aufhalten“, so Scholz. Sie könnten dann beispielsweise während eines Einkaufs oder Arztbesuchs ihr Auto wieder aufladen.

Konkret denken die Christdemokraten an das Lippe-Carrée und an die Fritz-Husemann-Straße. Durch den Einzelhandel und die Gesundheitsversorgung seien dort schon jetzt viele Kunden und Patienten mit Elektro- oder Hybrid-Autos unterwegs. „Und es werden noch viele weitere hinzukommen“, ist sich Schmersträter sicher.

Um das Netz weiter auszubauen, will die CDU Herringen selbst aktiv werden. So kündigte Scholz an, dass man sich mit den neuen Eigentümern des Parkplatzes im Lippe-Carrée in Verbindung setzen und über die Möglichkeit der Installation einer E-Ladestation sprechen werde. Betrieben werden könnte diese von den Hammer Stadtwerken oder einem privaten Anbieter. Auch diesbezüglich werde man Kontakt aufnehmen.

Immer mehr E-Autos in Hamm

2020 wurden in Deutschland nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 194 000 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusammen mit anderen alternativen Antrieben wie Hybriden, Gas- oder Wasserstoffantrieb rollten knapp 395 000 Elektroautos auf die Straßen – rund 30 Prozent mehr als 2019. Auf den Hammer Straßen waren Ende 2020 knapp 100 000 Fahrzeuge unterwegs, darunter 565 reine E-Autos und 1 590 Hybride. Im Jahr zuvor waren es noch 198 beziehungsweise 550 solcher Autos.

Die CDU-Vertreter verwiesen in diesem Zusammenhang auf ein Bundesprogramm, durch das der Ausbau des Ladenetzes gefördert wird und von dem neben den Kommunen auch private Investoren und Haushalte profitieren können. In der neuen Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur vor Ort“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur können kleine und mittlere Unternehmen, kleine Stadtwerke und Kommunen sowie Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes bis Ende dieses Jahres Anträge zur Förderung des Aufbaus von Ladeinfrastruktur einreichen. „Ziel ist es, den Aufbau von Ladestationen an attraktiven Zielorten des Alltags zu beschleunigen.“ Die Förderung habe ein Volumen von 300 Millionen Euro und decke bis zu 80 Prozent der Investitionskosten. Anträge nehme die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen entgegen.

Wichtig ist Scholz, dass es einheitliche Ladesysteme gibt – also E-Autos unabhängig vom Hersteller an jeder Ladestation „tanken“ können. Das sei aktuell noch nicht überall der Fall, sagte er.

An der neuen Ladestation auf dem Marktplatz dürfen E-Autos – und nur die – bis zu drei Stunden parken. Die beiden Stellplätze sind entsprechend gekennzeichnet. Autos mit Elektroantrieb und weitere, besonders schadstoffarme Fahrzeuge parken in Hamm auf allen städtischen, oberirdischen Parkplätzen kostenlos. Voraussetzung ist lediglich das E-Kennzeichen, das man in den Bürgerämtern (Zulassungsstellen) erhält. Zudem ist die jeweilige Parkzeit mit einer Parkscheibe nachzuweisen.

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