Zukunft des Sportplatzes an der Dolberger Straße

DJK-Tennis löst sich auf: Mehr Platz für Yunus Emre, eine Hütte für die Angler?

Noch tut sich nichts: Die Sportanlage des Yunus Emre HSV an der Dolberger Straße in Heessen soll einen Kunstrasenplatz und ein neues Vereinsheim bekommen. Aber es ist noch kein Bagger in Sicht.
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Noch tut sich nichts: Die Sportanlage des Yunus Emre HSV soll einen Kunstrasenplatz und ein neues Vereinsheim bekommen. Aber es ist noch kein Bagger in Sicht.

Es darf jetzt umgeplant werden, jedenfalls ein wenig: Nachdem der Verein DJK Tennis beschlossen hat, sich aufzulösen, ändert die Stadt die Planungen des Kunstrasenplatzes des Yunus Emre HSV – die Gelände der beiden Sportvereine liegen direkt nebeneinander an der Dolberger Straße. Jetzt gibt es mehr Platz für das Projekt, weil das Areal des Tennisvereins mitgenutzt werden kann. Und auch der Fischereiverein spielt eine Rolle.

Peter Kisselt, Vorsitzender des DJK-Tennis-Vereins, bestätigte den Beschluss, der bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen wurde – mit einer Mehrheit von 98 Prozent. Die drei noch bestehenden Mannschaften schlössen sich dem SVE-Tennisverein an der Barbarastraße an, sagt Kisselt. Der Vorstand habe noch zu einer Abschiedsfeier einladen wollen und diese auch schon weitgehend vorbereitet – aber: „Dann hat uns diese türkische Hochzeit einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen und das dadurch notwendig gewordene Hygienekonzept sagte er die Abschiedsfeier ab.

Tennisverein nimmt Abschied - wegen Corona ohne Feier

So findet der Abschied ohne Feier statt. Schon vor etwas mehr als einem halben Jahr hatte der Vorsitzende davon gesprochen, dass der Verein seit Jahren Mitglieder verliere, er gab die Zahl der Mitglieder mit 47 an – Kisselt damals: „Der Altersdurchschnitt liegt bei 60 Jahren, eine Jugendmannschaft gibt es nicht.“

Neuer Nutzer? Der Verein DJK Tennis Heessen hat seine Auflösung beschlossen, der Fischereiverein hat grundsätzlich Interesse an einer Nachnutzung des Vereinsheims.

Daher müsse man sich mit der Zukunft beschäftigen – und die habe auch mit dem Pachtvertrag zu tun, den der Verein mit dem Besitzer des Geländes, Franziskus von Ketteler, geschlossen habe. „Danach müssen wir unter Umständen den Rückbau von Vereinsheim und Plätzen bezahlen“, so Kisselt im Februar. Am heutigen Freitag treffen sich von Ketteler und der Tennisvorstand, um die Übergabe vorzubereiten.

Fischereiverein hat „grundsätzlich Interesse“

Dann ist auch Frank Hegener dabei, Vorsitzender des Fischereivereins Heessen. Das frühere Gebäude der Angler lag auf dem Gelände des geplanten Baugebiets „An der Schlossmühle“, der Verein hat es wegen des neuen Baugebiets verlassen und ist auf der Suche nach einem neuen Angelheim. Schon vor einem Jahr habe von Ketteler signalisiert, dass das Tennisheim mal zur Verfügung stehen könnte. „Wir haben grundsätzlich schon Interesse“, sagt Hegener, „aber wir müssen schon schauen, wie die genauen Bedingungen sind, unsere Mitglieder informieren und ihre Meinung einholen.“

Repräsentanten des Yunus Emre HSV waren nicht zu erreichen, aber ein Sprecher der Stadt gibt Auskunft über den Stand des Kunstrasenplatz-Projektes. „Der Tennisverein hat sich aufgelöst“, so der Sprecher der Stadt, „und daraus ergibt sich die Möglichkeit, von dessen Gelände ein bisschen was mitzunutzen, um die beengte Situation des Yunus Emre HSV für den neuen Platz zu entzerren.“ Der Platz sollte wegrücken von der Schlossstraße, so werde auch die parallel zur Straße verlaufende Gräfte geschützt. Genaueres werde derzeit in Gesprächen mit dem Verein und dem Grundeigentümer Franziskus von Ketteler abgestimmt. Noch im Februar hatte es von Seiten der Stadt geheißen, eine Ausweitung des Kunstrasenplatzes auf das Gelände des Tennisvereins sei „nie ein Thema“ gewesen.

Sonst ändere sich an dem Projekt nichts, so der Stadtsprecher. Das geplante Vereinsheim mit den Umkleiden bliebe unverändert, und auch die Kosten blieben gleich – von den 1,3 Millionen Euro muss der Verein die Hälfte tragen. Und natürlich sei eine Eventhalle kein Thema – das sagt der Sprecher ganz ungefragt zu in Heessen kursierenden Gerüchten, das Vereinsheim hätte die Größe einer Eventhalle.

Gastfreundlich: Die Gästebank am Fußballplatz des Yunus Emre HSV wird offenbar schon länger nicht genutzt.

In Heessen fragt man sich, wie der Yunus Emre HSV den Kunstrasenplatz finanzieren kann – 650000 Euro sind das. Laut Fachportal fussball.de betreibt der Verein zwei Herrenmannschaften in den Kreisligen B und D sowie eine Alt-Herren-Mannschaft. Der Sprecher der Stadt: „Wir gehen davon aus, dass das funktionieren wird.“ Sinan Karaagac, zweiter Vorsitzender des Clubs, hatte im Februar versichert: „Wir können das Geld aufbringen, wir sind in guten Gesprächen mit den Banken.“ Und 150000 der 650000 Euro könnten in Eigenleistungen beigesteuert werden.

Derzeit spielen die Yunus-Emre-Mannschaften auf dem Zechensportplatz in Bockum-Hövel, den Platz an der Dolberger Straße verweist derweil, die Gebäude waren Ziel von Einbrüchen und Vandalismus. Die Homepage des Vereins, die ausschließlich der Sponsorensuche für das Kunstrasenprojekt dient, weist sei Februar keine neuen Geldgeber aus.

Der Grundbesitzer

Grund und Boden des Geländes an der Dolberger Straße und des Schlosses gehören der Familie von Boeselager/ von Ketteler. Franziskus von Ketteler führt die Gespräche und Verhandlungen mit den Beteiligten und verweist auf deren Ergebnisse in den kommenden Wochen. Er sagt: „Unser Ziel ist es, die Aktivitäten dort nach Art und Umfang so zu koordinieren, dass sie sich nicht widersprechen. Und oberstes Ziel ist es, das Landschulheim zu stärken.“

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