Strategie der Vergrämung

Sperrpfosten an Sachsenhalle sollen Lärm reduzieren

Insgesamt sind es zehn Stück: Die neuen Sperrpfosten auf dem Parkplatz an der Sachsenhalle sollen es den jungen Leuten unmöglich machen, spät abends mit ihren Fahrzeugen noch Runden auf dem Areal zu drehen.
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Insgesamt sind es zehn Stück: Die neuen Sperrpfosten auf dem Parkplatz an der Sachsenhalle sollen es den jungen Leuten unmöglich machen, spät abends mit ihren Fahrzeugen noch Runden auf dem Areal zu drehen.

Sie sind rot und weiß, dünn und stehen an mehreren Stellen auf dem Parkplatz an der Sachsenhalle: Die neuen Sperrpfosten sind zugleich auffällig und unauffällig. Sie sind eine der Maßnahmen, die Lage an der Halle zu beruhigen. Kritik kommt von der größeren Oppositionspartei.

Heessen - „Die verkehrliche Situation im Bereich des Parkplatzes an der Sachsenhalle wurde durch den Einbau von Sperrpfosten beruhigt“, teilt Stadtsprecher Lukas Huster mit. Beruhigt werden soll sie, weil Anwohner, Sportler und Passanten seit langem über Lärm und Vermüllung an der Sachsenhalle klagen – und die Menschen treffen sich am Sporthalleneingang, der direkt zum Parkplatz hinaus geht.

Anwohner klagen seit langem über Lärm

Genauer weiß es Erzina Brennecke, die Bezirksbürgermeisterin mit SPD-Parteibuch. Seit 2017 gebe es immer wieder Beschwerden von Anwohnern über Jugendliche, die sich abends und nachts im Umfeld der Sachsenhalle aufhielten, sagt sie. Dabei träfen sich vermutlich unterschiedliche Gruppen. Spät abends oder nachts träfen sich junge Menschen mit ihren Fahrzeugen, die mit diesen dann Runden auf dem Parkplatz drehten. Anwohner berichten auch von lauter Musik. SPD-Fraktionschefin Dilek Dzeik-Erdogan hat beobachtet, dass diese Gruppe möglicherweise nicht mal aus dem Bezirk kommt, denn Warendorfer Kennzeichen seien keine Seltenheit.

Die verkehrliche Situation im Bereich des Parkplatzes an der Sachsenhalle wurde durch den Einbau von Sperrpfosten beruhigt.

Lukas Huster, Sprecher der Stadt Hamm

Gegen diese Gruppe richten sich die Sperrpfosten. Sie blockieren die Zufahrt von der Schlägelstraße auf den Friedhof sowie die denkbare Zufahrt von dem daneben liegenden Parkplatz über einen Gehweg. Und: So wie die Sperrpfosten aufgestellt sind, verhindern sie jegliche Streckenbildung auf dem Parkplatz selbst. Das heißt: Runden drehen geht nicht mehr, Autos müssen wenden.

Zweite Zufahrt beseitigt: Von der Schlägelstraße aus gelangen Autofahrer nicht mehr auf den Parkplatz.

Dabei soll es nicht bleiben. Der Stadtsprecher: „Außerdem wird, sobald es die Witterung ermöglicht, im Bereich der Einfahrt vom Piebrockskamp eine Schwelle mit entsprechender Beschilderung eingebaut.“ Also auch die zweite Zufahrt zum Parkplatz soll bearbeitet und damit unbequemer werden. Die Gesamtkosten für die verkehrsberuhigende Maßnahme betragen etwa 1 500 Euro.

Das Sitzen auf dem Geländer soll unbequemer werden

Schließlich sind weitere Maßnahmen beschlossen, die den Aufenthalt an diesem Ort unwirtlicher machen. Die vertrockneten Gehölze im direkten Umgriff der Sachsenhalle werden laut Stadtsprecher Huster entfernt und geeignete Neupflanzung im Böschungsbereich der Tiefgaragenzufahrt ausgeführt. Damit will die Stadt Mitte April beginnen, die Kosten dafür liegen bei rund 3 500 Euro.

Und auch das Sitzen auf dem Geländer soll unbequemer, zugleich aber auch sicherer werden. Deswegen werden Winkel auf der Brüstung angebracht. „Der Auftrag für die Anbringung der Stahlwinkel ist erteilt, die Kosten betragen rund 2 000 Euro“, teilt der Sprecher der Stadt dazu mit, „wir rechnen mit Lieferung und Anbringung rund um Ende April/ Anfang Mai.“

Einzelsteher: Ein Sperrpfosten verhindert, dass Fahrzeuge von einem Nebenparkplatz auf den Parkplatz an der Sachsenhalle gelangen.

Der Bezirksbürgermeisterin ist es dabei wichtig, nicht alle jungen Menschen, die die Sachsenhalle zu ihrem Treffpunkt erkoren haben, über einen Kamm zu scheren. Denn früher am Abend treffen sich jüngere Menschen, meist aus dem Umfeld stammende Jugendliche, an dem Halleneingang, und mit diesen ist Brennecke im Gespräch. Vielleicht ergebe sich ein geeigneter Treffpunkt bei den Planungen zu der Neugestaltung der Grünfläche zwischen Brokhof und Gutenbergschule – die Jugendlichen sollen einbezogen werden.

Wichtig am Rande: Die Sperrpfosten können herausgenommen werden, für Veranstaltungen soll der Parkplatz nämlich weiter genutzt werden. Der kleine, südlich gelegene Parkplatz solle darüber hinaus weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

CDU kritisiert die Abriegelung

Kritik kommt von der oppositionellen CDU. Deren Bezirksfraktionsvorsitzende Gabriele Beltrop-Hengst zeigt sich skeptisch: „Es ist zweifelhaft, ob das Aufstellen der vielen Absperrpfosten zweckmäßig ist. Vermüllungen und nächtliche Ruhestörungen durch Treffen wird das nicht verhindern.“

Und Vorgänger und CDU-Ratsherr Arnd Hilwig kommentiert: „Durch die vielen Absperrpfosten wird unter anderem die Zufahrt von der Schlägelstraße abgeriegelt.“ Für berechtigte Nutzer wie die Händler vom Heessener Wochenmarkt und der Sachsenhalle werde es aufwendiger und komplizierter. Hilwig: „Ich bleibe dabei: Gegen die Störer ist konsequent vorzugehen.“

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