Heessener Gastronomen mach sich Sorgen um Zukunft

Düstere Zeiten „dank“ Corona: Wirte in Heessen frustriert

Gast wirt Zekerijah Kicin auf seiner Kegelbahn
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Zekerijah Kicin, Wirt der Gaststätte „Zum Stephan“ hat seine Kegelbahn wegen Corona geschlossen.

Raus gehen, sich etwas gönnen, entspannt essen und trinken – es war für viele Bürger eine Freude, als die Corona-Lockerungen kamen und diese Freizeitgestaltungen wieder möglich wurden. Nun sind die Fallzahlen wieder und die Gastronomen schauen in eine unsichere Zukunft.

Heessen – Zekerijah „Zicki“ Kicin ist als Betreiber des Lokals „Zum Stephan“ und der Gaststätte „Zicki‘s Kneipe“ eine feste Größe in der Heessener Gastronomie. Seine Eindrücke von den neuerlich verschärften Richtlinien fasst er kurz zusammen: „Das ist frustrierend“, so Kicin. Klassentreffen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und viele andere Veranstaltungen seien bereits abgesagt worden. „Eine Hochzeit mit 50 Gästen wurde bereits zum zweiten Mal abgesagt“, so der Wirt. Die hauseigene Kegelbahn sei ebenfalls geschlossen. „Das lohnt doch gar nicht, wenn dort maximal fünf Personen zusammenkommen dürfen“, sagt Kicin. Die meisten Kegelclubs hätten eben mehr Mitglieder und auch die Lockerung, dass bei Besuchern aus zwei Haushalten die Fünf-Personen-Grenze überschritten werden dürfe, greife da nicht.

Das schlimmste sei die Ungewissheit. Das verunsichere alle. Auch die Weihnachtsfeiern lägen still, denn welcher Unternehmer buche, wenn alles offen sei, so der Wirt. Auch seine Kneipe an der Ahlener Straße, die er gerade noch zu einer Sky-Sportsbar erweitert habe, sei sehr ruhig. „Nach dem ersten Lockdown lief es sehr gut an, aber jetzt bleiben die Leute lieber zuhause“, so Kicin. Er komme mit den Umständen noch eine gewisse Zeit zurecht. Doch wer neu gegründet, oder gerade investiert habe, könnte schnell in Schieflage kommen. Außerdem sei das angepasste Arbeiten selbst sehr ungewohnt: „Ich rede gerne mit den Gästen und wenn ich immer die Maske aufhaben muss, dann hindert mich das“, sagt Kicni. Er sei nun seit 30 Jahren in der Gastronomie, aber so etwas habe er noch nicht erlebt.

Nie gekannte Dominanz eines einzigen Themas

Peter Pavic, der seine Frau Stefica als Betreiberin der Westfalenschänke unterstützt, nimmt die Situation mit Humor: „Wir sind 23 Jahre hier, und dieses Jahr ist wirklich etwas Besonderes. Es ist besonders schlecht“, sagt der Gastronom. Er wisse nicht, ob alle Vorschriften sinnvoll seien. Aber alles werde eingehalten. Nach allem, was er so aus den Medien zu Corona erfahre, bleibe wohl nur die Hoffnung. Seit 1970 arbeite er in der Gastronomie, doch diese Dominanz eines einzigen Themas habe er noch nicht erlebt. „Auch in den Unterhaltungen treten Klimaschutz oder Sport vollkommen hinter Corona zurück“, so Pavic. Er hoffe, dass bald ein Impfstoff gegen Corona gefunden werde. Denn je länger es dauere, umso unzufriedener würden die Menschen.

Als Katastrophe bezeichnet Zlatko Dogic, Betreiber des Restaurants „Alt Heessen“ die Situation: Nach dem Lockdown seien die Kunden in Scharen gekommen. Bei guten Speisen und Getränken hätten sie sich gerne amüsiert. Nun seien die Hammer aber die Aussätzigen mit dem „roten Punkt“. Die Menschen seien sehr verunsichert und gerade auswärtige Gäste, ob aus Ahlen, Beckum oder dem weiteren Umkreis, kämen derzeit gar nicht. Gerade der Biergarten sei zuletzt unheimlich beliebt gewesen. Doch nun, da man ja in die Innenräume müsse, herrsche – obwohl alle Vorgaben übertroffen werden – Zögerlichkeit und Zurückhaltung. Natürlich müsse man reagieren, doch habe er auch Sorge, dass von den Verantwortlichen der Politik nicht genug auf die Gastronomie geachtet werde.

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