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Urzeitriesen zum Anfassen: Hamm soll einen Dinopark bekommen

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Von: Svenja Jesse

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Yakup Yalcinkaya möchte in Hamm einen Dinopark eröffnen. Ihm fehlt bisher allerdings das richtige Gelände.
Geschichte zum Anfassen: Yakup Yalcinkaya möchte in Hamm einen Dinopark eröffnen. Ihm fehlt bisher allerdings das richtige Gelände. © Jesse

Yakup Yalcinkaya möchte Hamm von der Elefanten- zur Dinostadt machen und einen großen Dinopark eröffnen, der die Stadt in seinen Augen über die Grenzen Deutschlands bekannt machen würde.

Hamm – „Ich möchte dieses verschlafene Nest berühmt machen. Und mit meinem Dinopark würde das passieren. Stellen Sie sich mal vor, am Kamener Kreuz würde ein lebensgroßer Brachiosaurus stehen. Mit seinem langen Hals und darunter wäre ein Schild ,Urzeit Revier Hamm’. Wäre das nicht toll?“, sagt der 57-jährige. Er sitzt im Atelier der Jugendkunstschule in Hamm, wo er Kinder und Jugendliche unterrichtet. Vor ihm auf dem Tisch stehen Figuren von verschiedenen Dinosauriern aus Holz und anderen Materialien geschnitzt.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,3 km²
Einwohner178.967 (31. Dez. 2020)

Dinopark in Hamm: Yakup Yalcinkaya hat Erfahrung als Dino-Designer

Die Faszination für Dinosaurier kam bei Yalcinkaya schon in der Kindheit. „Ich hatte ein Was-ist-Was-Buch über Dinos und habe alles über sie gelesen und dann angefangen aus Papier und Alufolie meine ersten Modelle zu bauen“, erinnert er sich. Aus kleinen Modellen wurden große Modelle und irgendwann wurde der Dinopark in Münchehagen (Niedersachsen) auf den Hammer aufmerksam. Dort arbeitete der Hammer bis vor Kurzem als Chef-Designer für die lebensgroßen Dinosaurier-Modelle. „Der größte Dino, den ich gebaut habe, steht jetzt an seinem Fundort in Argentinien. Er war 40 Meter lang und 20 Meter hoch. Sie haben ihn Majorum Patagonum genannt“, sagt der Künstler.

In seinem Kopf steht der Dinopark in Hamm bereits. „Es soll ein Freilichtmuseum sein. Mit lebensgroßen Figuren von Dinosauriern, Abenteuerspielplätzen für Kinder, gutem Essen und einem Ausstellungsraum für Künstler“, beschreibt er seine Idee. „Ich würde mit den Fischen anfangen, zweigen wie sie an Land kamen, wie aus ihnen die ersten Reptilien wurden und daraus die ersten Dinosaurier. Und dann würde es weiter gehen bis zu den Menschen heute“, erklärt er weiter.

Wenn Yalcinkaya von Dinosauriern spricht, wird er wieder zu dem kleinen Jungen mit dem Was-ist-Was-Buch in der Hand. Er kennt jeden „seiner“ Dinos beim Namen, weiß, wann und wo sie gelebt haben und wann und warum sie ausgestorben sind. Wenn er beschreibt, wie die Haut am großen Kragen des Triceratops seine Farbe verändern konnte, wie ein Chamäleon, oder wie der Brachiosaurus mit seinem langen Hals gemächlich an einem vorbeispazieren würde, wirken die Urzeitwesen plötzlich gar nicht mehr so weit entfernt.

Dino-Park in Hamm: Yakup Yalcinkaya hat viele Jahre für einen Dino-Park in Niedersachsen gearbeitet.
Dinolieferung per Lkw – so könnte es demnächst auch in Hamm aussehen. © Yalcinkaya

Auch eine Ecke für Fabelwesen, wie King Kong, würde er einrichten. „Stellen Sie sich vor, er würde da hocken, eine Hand ausgestreckt, in die man sich dann stellen und Fotos machen könnte“, sagt er.

Pläne für Dinopark in Hamm mit Fabelwesen und Comic-Helden

Eine andere kleine Ecke des Dinoparks würde Yalcinkaya seinem Lieblings-Grusel-Helden John Sinclair widmen. In den Romanen und Hörspielen gibt es eine Rolle, die nach dem Hammer benannt ist. „Yakup Yalcinkaya ist ein Ninja mit magischen Kräften, der Sinclair in ein paar Fällen hilft“, so der Hammer. Damit würde der Dino-Park sicherlich einige unterschiedliche Interessen ansprechen.

Einzig der richtige Ort für den Dinopark fehlt dem Hammer dafür bisher. Erste Anfragen bei der Stadt Hamm brachten bisher noch kein Ergebnis. „Die alte Bergehalde in Pelkum wäre ideal. Meine Dinos brauchen nicht viel Platz, sie sollen in der Natur stehen. Ich will nichts dafür abreißen. Nur ein paar Container für Büros und eine Werkstatt müssten gebaut werden“, sagt der Künstler.

Pläne für Dinopark in Hamm stehen - Ort und Finanzierung nicht

Und dann wäre da noch die Frage nach der Finanzierung. „Ich kenne da ein paar Leute, die ich anrufen würde. Das kriegen wir schon hin“, sagt er dazu. Denn, wenn der Dinopark erst einmal liefe, ist sich der Hammer sicher, würden jährlich mehrere Millionen in die Kasse fließen. „Davon würde auch die Stadt profitieren.“

Dinopark in Rünthe

Die Idee eines Dinoparks ist nicht neu. Vor gut zehn Jahren gab es Pläne, einen solchen Park im Romberger Wald im Grenzbereich Rünthe/Overberge zu errichten. Die Dinos aus Kunstharz sollten dort an einem 2,5 Kilometer langen Rundweg stehen und über die Entwicklungsgeschichte der Erde erzählen. Nach rund zwei Jahren wurde das Projekt nach Kritik von BUND und NABU vom Umweltministerium gekippt.

Die Stadt habe aktuell kein Areal zur Verfügung, heißt es auf Anfrage. Yalcinkaya solle sein Konzept für den Dinopark in einem Antrag vorstellen, dann könne man gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt prüfen, ob etwas machbar sei.

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