Positive Rückmeldungen auf Notmaßnahme

Digitale Kehrtwende: Musikunterricht während der Coronakrise per Video

Saxophon, Gitarre und Co. können die Schüler der Städtischen Musikschule Hamm nun digital erlernen.
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Saxophon, Gitarre und Co. können die Schüler der städtischen Musikschule in Hamm nun digital erlernen.

Not macht erfinderisch. So ging es auch der städtischen Musikschule in Hamm, die nun ein digitales Lehrangebot bereitstellt. Zwar war eine ähnliche Unterrichtsform schon länger geplant, die Coronakrise machte die Maßnahmen nun aber notwendig.

  • Per Videochat wird der Unterricht der städtischen Musikschule Hamm fortgesetzt. 
  • Eine Digitalisierung war von Leiter Bernd Smalla schon länger angedacht. 
  • Alle Lehrer stellten das besondere Angebot freiwillig zur Verfügung. 

Hamm – Im Sommer vergangenen Jahres wollte Bernd Smalla eine andere Form des Instrumentalunterrichts einführen: Der Leiter der städtischen Musikschule schlug vor, die Schüler sollten 30 Minuten pro Woche in die Musikschule kommen und Unterricht bei ihren Lehrern haben. Dann sollten Lehrer und Schüler noch zwei Mal in der Woche per Video Kontakt zu ihren Lehrern halten. Doch man probierte das gar nicht erst aus: Selbst technikaffine Lehrer waren sicher, dass Lehrer und Schüler digital nicht weit genug seien, übers Internet Flöte, Gitarre oder Klavier zu lehren und zu lernen.

Digitaler Sprung durch Coronavirus

Die Coronakrise brachte die Kehrtwende. „Alle unsere Lehrkräfte machen mit“, sagt Smalla: Sie halten übers Internet Kontakt zu den Schülern, über Laptops, Tablets, Smartphones. Sie treffen sich in Chatrooms, zeichnen Videos auf, korrigieren da einen Ansatz, hier eine Handhaltung, geben Tipps zu Tempi und Dynamik. „Das ist eine unglaubliche Kreativität, die hier freigesetzt wurde“, sagt Smalla. Technikaffine Lehrer schulten die, die nicht wussten, wie sie übers Internet Kontakt zu den Schülern halten sollten. Das sei die Mehrheit gewesen, sagt Smalla.

„Die Schüler sollten den Kontakt zu ihren Instrumenten nicht verlieren“, sagt er. Wer ein Instrument erlernt, übt hochkomplexe Bewegungsabläufe ein. Je öfter man das Instrument zur Hand nimmt, desto besser klappt das. Fünf Wochen oder mehr ohne Unterricht werfen zurück. Außerdem wolle die Musikschule den Schülern etwas Normalität bieten. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Viele Schüler freuen sich einfach, ihre Lehrer zu sehen“, sagt der Musikschulleiter.

Lehrer erstellten das Angebot freiwillig

Es versteht sich nicht von selbst, dass die Lehrer diese Form des Unterrichts anbieten. Der Oberbürgermeister erklärte vor Wochen, Beiträge würden nicht erhoben, auch nicht für die Musikschule. Der reguläre Unterricht war abgesagt. „Ich habe in der ersten Woche der Schulschließung gefragt, ob die Lehrer was für die Schüler machen wollten, freiwillig“, sagt Smalla. Sie wollten. Die ersten Angebote waren nach wenigen Tagen fertig.

Smalla hofft, dass sich einige der neuen Kenntnisse mit in die Zeit nach der Coronakrise mitnehmen lassen. "Wenn Sie mich vor vier Wochen gefragt hätten, ob alle Musikschullehrer ein digitales Angebot auf die Beine stellen: Ich hätte dagegen gewettet", sagt er. "Ich bin absolut begeistert, dass das nun anders ist."

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