Katastropheneinsatz

Rückkehr von der Ahr: Panzerpioniere machen Station in Hamm

Rund 80 Fahrzeuge mit rund 300 Soldaten machten am Samstag einen Halt in Hamm auf dem Rückweg aus dem Hochwasserkrisengebiet im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz zum Standort nach Minden.

Hamm - Der Stopp in Rhynern war erforderlich, weil sonst die Marschzeiten überschritten worden wären. Zwischen 9.30 Uhr 11.30 Uhr hatten vier Kolonnen mit jeweils rund 20 Fahrzeugen in Rhynern Halt gemacht. „Joachim Hoen hat dafür gesorgt, dass wir für unseren technischen Halt hervorragenden Bedingungen haben, dafür bedanke ich mich ganz ausdrücklich“, bilanzierte Oberstleutnant Dr. Stefan Klein, Kommandeur des Panzerpionierbataillon 130 aus Minden, am Samstagmittag, nachdem das letzte Bundeswehrfahrzeug das Gelände der Dach-Fassade-Holz eG am Obersten Kamp in Rhynern verlassen hatte.

Wertschätzung für die Bundeswehr

Am vergangenen Dienstag war die Bundeswehr mit der Bitte an Joachim Hoen vom Bezirksdienst Rhynern des Polizeipräsidiums Hamm herangetreten, den Halt in Rhynern zu organisieren. Mit Lothar Schütte, Bereichsleiter Personal und Organisation der Dach-Fassade-Holz eG, fand Hoen jemanden, der diese Aktion sogleich unterstützte. „Für uns ist es ein Stück Wertschätzung an die Bundeswehr, unser Gelände zur Verfügung zu stellen“, sagte Schütte.

Das Panzerpionierbataillon 130 macht bei der Rückkehr vom Ahrtal nach Minden Station bei der Dach-Fassade-Holz eG. Rund 80 Fahrzeuge gehörten zu vier Konvois.

Der große Vorteil dieses Geländes lag vor allem darin, dass die Anfahrt über den Oberallener Weg und die Abfahrt über die Straße Gewerbepark erfolgen konnte. Hoen wollte aber mehr, als nur den Platz für die Bundeswehr zu finden. Er organisierte gleich auch noch ein Frühstück für die Soldaten. Als DGB-Stadtverbandsvorsitzender fand er schnell Helfer aus Gewerkschaftskreisen, die ihn bei der Verpflegungsausgabe unterstützten. Brötchen und Aufschnitt spendeten Firmen aus Rhynern. Über diese tolle Geste freuten sich neben dem Bataillonskommandeur vor allem die Soldaten. Während des Halts in Rhynern gab es für sie aber auch Arbeit, sie mussten kurz ihre Fahrzeuge für die Weiterfahrt nach Minden überprüfen.

Schaffen von Übergängen über die Ahr

Das Panzerpionierbataillon war insgesamt 17 Tage im Katastropheneinsatz – zuerst in Hagen, dann im Kreis Ahrweiler. Hauptaufgabe war das Schaffen von Übergängen über die Ahr, da fast alle Brücken im Kreis Ahrweiler unbefahrbar waren. Außerdem wurden Straßen mit schwerem Gerät geräumt. Für eine der Brücken, die die Soldaten gebaut hatten, wurde sogar zwischenzeitlich eine zivile Genehmigung erteilt, sodass diese auch weiterhin genutzt werden kann, bis ein Ersatzbau folgt. „Die Soldaten waren in einer Kaserne in Grafschaft untergebracht und wurden mit Dankbarkeit aufgenommen“, so Oliver Gartmann vom Stab S 3 des Bataillons.

80 Bundeswehr-Fahrzeuge kehren aus dem Ahrtal zurück und rasten in Rhynern 

Rund 80 Fahrzeuge der Bundeswehr kehren aus dem Krisengebiet im Ahrtal zurück nach Minden und rasten beim Dachdeckereinkauf in Rhynern
Rund 80 Fahrzeuge der Bundeswehr kehren aus dem Krisengebiet im Ahrtal zurück nach Minden und rasten beim Dachdeckereinkauf in Rhynern
Rund 80 Fahrzeuge der Bundeswehr kehren aus dem Krisengebiet im Ahrtal zurück nach Minden und rasten beim Dachdeckereinkauf in Rhynern
Rund 80 Fahrzeuge der Bundeswehr kehren aus dem Krisengebiet im Ahrtal zurück nach Minden und rasten beim Dachdeckereinkauf in Rhynern
80 Bundeswehr-Fahrzeuge kehren aus dem Ahrtal zurück und rasten in Rhynern 

Das Bataillon verlegte die rund 80 Fahrzeuge in vier Marschgruppen, die jeweils in Abständen von rund 30 Minuten in Rhynern eintrafen und dann rund 20 Minuten zum Halt nutzten. Neben zahlreichen Lkw waren Transportpanzer Fuchs und Großkräne in den Kolonnen. Nach Auskunft der Polizei gab es keine Verkehrsprobleme im Zusammenhang mit der Fahrt der Kolonnen von der Autobahn ins Gewerbegebiet und zurück. Begleitet wurden die Bundeswehrkolonnen von den Feldjägern aus Hilden. Die großen Räum- und Brückenverlegepanzer waren zeitgleich im Einzelmarsch auf Tiefladern nach Minden verlegt worden.

„Mein Dank gilt der Bundeswehr für ihren Einsatz im Kreis Ahrweiler und Joachim Hoen, seinem Team und allen Beteiligten aus Hamm für deren Engagement“, lobte Oberbürgermeister Marc Herter, der den Halt der Bundeswehr in Rhynern für einen kurzen Besuch nutzte, um sich mit dem Bataillonskommandeur und den Soldaten auszutauschen.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß / Digitalfoto

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