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Projektionen, Partynächte, Internet-Memes: Museum zeigt Ausstellung von Studenten

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Von: Svenja Jesse

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Dogan Matar aus Hamm kombiniert bei seinen Bildern Leinwand und Technik.
Dogan Matar aus Hamm kombiniert bei seinen Bildern Leinwand und Technik. © Lübcke-Museum

Museen haben bei jungen Menschen häufig einen etwas staubigen Ruf. Man sieht dort Altes, erfährt von Dingen, die längst geschehen sind. Dagegen möchte das Gustav-Lübcke-Museum jetzt etwas tun. Gemeinsam mit Studenten der TU Dortmund hat das Museum eine Ausstellung erarbeitet, die zeigt, dass Kunst auch cool sein kann.

Hamm – Unter dem Titel „Interconnections – Eine Ausstellung über Multiplizitäten“ werden dort verschiedene Werke von 13 Kunststudenten gezeigt. Statt starren Gemälden an der Wand erwartet die Besucher ein Mix aus Kunst und Technik. Von Fotografien über Zeichnungen und Skulpturen aus Stoff und Holz bis hin zu leuchtenden Installationen aus gemalten und projizierten Bildern und Videos. Auch das ein oder andere bekannte Internet-Meme hat es in die Ausstellung geschafft. Und besondere Einblicke ins Partyleben der Künstler.

Ausstellung „Interconnections“: Partybilder und Pusteblume

So zeigt Finn Köhntop in seinem digitalen Fotobuch einen Partytag in der Technoszene in NRW. Mit der passenden Musik. „Eigentlich müsste sie natürlich lauter sein, aber wir wollen natürlich die anderen Kunstwerke nicht stören“, sagt er, während hinter ihm Bilder von bunten Partynächten, entspannten Zugfahrten mit Freunden und verwackelten Momentaufnahmen ablaufen, die alle statt mit dem Handy mit einer analogen Kamera gemacht wurden.

Ausstellung „Interconnections“ im Gustav-Lübcke-Museum: Dr. Ulf Sölter, Finn Köhntop, Prof. Tillmann Damrau, David Mellin, Lucia Danieleit, Dogan Matar, Merve Baran, Mallin Emming, Aron Schmidtke, Anna Sophia Helm und Marvin Eil.
Freuen sich auf die Eröffnung: Dr. Ulf Sölter, Finn Köhntop, Prof. Tillmann Damrau, David Mellin, Lucia Danieleit, Dogan Matar, Merve Baran, Mallin Emming, Aron Schmidtke, Anna Sophia Helm und Marvin Eil. © Jesse

Schaut man sich weiter im Ausstellungsraum um, fällt der Blick auf eine etwa zwei Meter große Pusteblume aus Stoff. Sie wurde von Anna Sophia Helm gestaltet. Es ist die erste Ausstellung für die Kunststudentin. „Es ist ein komisches Gefühl, vor Leuten zu stehen und meine Kunst zu erklären. Sonst habe ich sie immer nur für mich gemacht“, erklärt sie.

Für Marvin Eil und Dogan Matar ist die Ausstellung ein Heimspiel. „Dass meine Werke im Gustav-Lübcke-Museum zu sehen sind, fühlt sich korrekt an, weil nun Arbeiten von mir in der Stadt hängen, in der ich groß geworden bin“, sagt Matar. Und Eil ergänzt: „Es ist schon etwas Besonderes für Kunststudenten, in einem richtigen Museum auszustellen.“

Ausstellung im Lübcke-Museum: Projekt mit der TU Dortmund

Entstanden ist die Kooperation zwischen der TU Dortmund und dem Lübcke-Museum in einer Vorlesung. „Wir haben uns mit dem Thema Ausstellung befasst und dann kam die Idee, eine eigene Ausstellung zu machen. Mit dem Gustav-Lübcke-Museum haben wir einen Kooperationspartner gefunden. Zwei Studentinnen haben die Ausstellung konzeptioniert und dann haben wir über eine Ausschreibung Künstler gesucht“, erklärt TU-Dozent Tillmann Damrau.

„The Urban Society“ heißt die Fotoserie, die Studentin Merve Baran in der Ausstellung zeigt.
„The Urban Society“ heißt die Fotoserie, die Studentin Merve Baran in der Ausstellung zeigt. Dafür hat sie Menschen, die ihr in der Stadt begegnet sind, abgelichtet. © Lübcke-Museum

Das Museum ist dabei nicht nur Ausstellungsort, die Studierenden konnten auch einen Blick hinter die Kulissen des Museums werfen. Und haben aktiv an der Ausstellungsentwicklung mitgearbeitet. Zu sehen ist die Ausstellung vom 25. November (Eröffnung um 19 Uhr) bis 24. April im Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Museums. Das Besondere: Eine der Installationen – ein 14-minütiges Video – ist von außen durchs „Schaufenster“ zu sehen. Damit auch die dazugehörige Musik draußen zu hören ist, wurden neue Außenboxen angebracht. Auch das Licht im Ausstellungsraum wurde erneuert.

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